Die Frühstartrente stößt bei deutschen Eltern grundsätzlich auf Zustimmung. Das könnte hoffnungsfroh stimmen, wenn zwischen Interesse und konkretem Handeln nicht eine deutliche Lücke klaffen würde. Das zeigt nämlich eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die die MLP School of Financial Education (SoFE) in Auftrag gegeben hat. Daür wurden vom 10. bis 16. April 2026 insgesamt 1.003 Eltern befragt.
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So sagten 59 Prozent der Befragten, dass sie die Frühstartrente für einen potenziell bedeutenden Baustein in der finanziellen Vorsorge ihrer Kinder halten. Gleichzeitig planen aber nur 27 Prozent der Eltern mit Kindern des Jahrgangs 2020 oder später, vorerst ausschließlich den staatlichen Zuschuss von zehn Euro pro Monat zu nutzen.
Im Rahmen der Frühstartrente sollen Kinder und Jugendliche voraussichtlich ab 2027 bis zu ihrem 18. Geburtstag monatlich zehn Euro in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot erhalten, das die Eltern für ihr Kind eröffnen. Der Zuschuss richtet sich nach aktuellem Stand zunächst an Kinder des Jahrgangs 2020 und soll in den Folgejahren schrittweise ausgeweitet werden. Eltern oder andere Personen können den staatlichen Betrag durch eigene Einzahlungen aufstocken; später kann das Kind das Depot durch eigene Beiträge weiter besparen. Das angesparte Kapital soll bis zum Rentenalter im Depot verbleiben und so über Jahrzehnte wachsen.
59 Prozent der Befragten planen laut Studie, sich künftig näher mit dem Konzept auseinanderzusetzen. Rund ein Drittel ist allerdings noch unsicher oder sieht derzeit davon ab. Für 53 Prozent der Eltern ist die Frühstartrente ein Anlass, sich intensiver mit Finanz- und Vorsorgethemen zu beschäftigen.
Bürokratie als Hemmnis für die Nutzung
Ob aus Zustimmung tatsächliches Handeln wird, hängt laut der Erhebung entscheidend von der konkreten Ausgestaltung ab. Als wichtigste unterstützende Maßnahmen nennen die Befragten eine automatische Erfassung der Kinder statt einer Antragspflicht (44 Prozent) sowie eine automatische Überführung des angesparten Kapitals in ein gefördertes Altersvorsorgedepot mit Vollendung des 18. Lebensjahres (41 Prozent). Rund jeder dritte befragte Elternteil (34 Prozent) wünscht sich zudem bildungspolitische Begleitung etwa durch Angebote an Schulen, vom Arbeitgeber oder von privaten Institutionen.
Das Ergebnis macht deutlich: Einfachheit und Verlässlichkeit sind für viele Eltern Grundvoraussetzungen dafür, die Frühstartrente aktiv zu nutzen. Unklare Regelungen und bürokratische Hürden könnten die erwünschten Effekte schnell zunichtemachen. Eltern erwarten politische Rahmenbedingungen, die verständlich, transparent und alltagstauglich sind.
Eigenvorsorge droht in den Hintergrund zu rücken
Besonders aufschlussreich ist ein Befund unter denjenigen Eltern, die für ihr Kind ausschließlich den staatlichen Zehn-Euro-Zuschuss nutzen wollen: 81 Prozent von ihnen halten die Frühstartrente dennoch für einen potenziell bedeutenden Vorsorgebaustein. Viele Eltern scheinen also die Wirkung des staatlichen Impulses zu überschätzen – mit dem Risiko, dass ergänzende Eigenvorsorge an Bedeutung verliert.
„Unsere Studie zeigt klar: Die Frühstartrente kommt bei Eltern gut an, aber die flächendeckende Umsetzung wird trotzdem kein Selbstläufer sein“, sagt Dr. Carolin Gellert, Leiterin der MLP School of Financial Education. „Mütter und Väter möchten Altersvorsorgekonzepte verstehen, bevor sie finanzielle Entscheidungen für ihre Kinder treffen. Das macht deutlich, dass staatliche Impulse allein nicht ausreichen. Sie müssen durch Finanzbildung und fachliche Orientierung flankiert werden, um langfristig Wirkung zu entfalten.“













