Der größte Börsengang der Geschichte hält die Wall Street in Atem. Nach dem fulminanten Start am Freitag setzt die SpaceX-Aktie (SPCX) ihren Höhenflug fort und klettert auch am zweiten Handelstag zweistellig nach oben. Die Marktkapitalisierung hat die magische Grenze von 2 Billionen US-Dollar durchbrochen. Doch während die FOMO (Angst, etwas zu verpassen) bei Privatanlegern wächst, mahnen Experten zur Vorsicht. Lohnt sich der Einstieg jetzt noch?
Das Argument für den Einstieg: Die ultimative Monopol-Story
Wer jetzt kauft, investiert nicht einfach in ein Raumfahrtunternehmen – er kauft ein gigantisches Ökosystem. SpaceX vereint drei extreme Wachstumstreiber unter einem Dach, die den aktuellen Kursanstieg fundamental untermauern:
- Die Cash Machine Starlink: Mit über 10 Millionen Abonnenten weltweit ist das Satelliten-Internet längst profitabel und wächst rasant. Es bildet das finanzielle Rückgrat des Konzerns.
- Das KI-Powerhouse (xAI-Fusion): Durch die vollständige Integration von Elon Musks KI-Schmiede xAI (inklusive der KI „Grok“) im Mai hat sich SpaceX zu einem der am besten ausgestatteten Tech-Konzerne gewandelt. Fast 60 % der Investitionsausgaben fließen in die KI-Infrastruktur – SpaceX nutzt Satellitendaten und autonome Systeme für ein KI-Netzwerk, das im Orbit seinesgleichen sucht.
- Militär- und Staatsaufträge: Mit einem Auftragsbestand von über 22 Milliarden US-Dollar von Regierungen und der NASA (u. a. für das Starship-Programm) hat das Unternehmen extrem verlässliche Einnahmen.
Fazit für Optimisten: SpaceX verdrängt Konzerne wie Tesla oder Meta aus dem Fokus der Anleger. Wenn sich das KI-Segment und die Starship-Kommerzialisierung wie geplant entwickeln, könnten die aktuellen Kurse rückblickend sogar günstig wirken.
Das Argument gegen den Einstieg: Die fundamentale Schwerkraft
Trotz aller Euphorie gibt es an der Wall Street gewichtige Stimmen, die vor einer massiven Blasenbildung warnen. Die Risiken sind so gigantisch wie die Raketen des Unternehmens:
- Extreme Bewertung: Schon beim Ausgabepreis von 135 US-Dollar war SpaceX mit dem rund 100-fachen des Jahresumsatzes von 2025 bewertet. Nach dem zweistelligen Kurssprung am zweiten Handelstag ist diese Bewertung noch ambitionierter. Zum Vergleich: Das Analysehaus Morningstar bezifferte den fairen Wert vor dem IPO auf rund 780 Milliarden Dollar – die Aktie wird also weit mehr als doppelt so hoch gehandelt wie von Analysten nüchtern berechnet.
- Tiefrote Zahlen auf Konzernebene: Während die Raketenstarts und Starlink operativ Geld abwerfen, verbrennt die KI-Sparte Unmengen an Kapital. Im ersten Quartal 2026 verbuchte SpaceX einen Nettoverlust nach GAAP von rund 4,3 Milliarden US-Dollar.
- Das „Key-Man-Risk“ Elon Musk: Der Erfolg steht und fällt mit der Person Elon Musk. Seine politischen Engagements, rechtliche Streitigkeiten (allein die xAI-Integration zieht laufende Verfahren in Höhe von über 530 Millionen Dollar nach sich) und seine unberechenbare Social-Media-Präsenz sind offizielle Risikofaktoren im Börsenprospekt.














