Geopolitik erstmals unter den größten D&O-Risiken für Manager

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Foto: Willis
Philipp Rouget, Head of Finex Deutschland und Österreich bei Willis.

Eine neue WTW-Studie zeigt: Geopolitik und Künstliche Intelligenz drängen in die Top-Risiken für Manager. Beim Thema Absicherung hat das Führungspersonal hingegen Nachholbedarf. Und das, obwohl der D&O-Markt günstige Bedingungen bietet.

Wirtschaftliche Schäden durch geopolitische Turbulenzen gehören 2026 erstmals zu den sieben größten Haftpflichtrisiken für Vorstände und Führungskräfte weltweit. Das zeigt der aktuelle D&O Survey des Beratungsunternehmens Willis, einem Geschäftsbereich von WTW, der in Zusammenarbeit mit der Anwaltskanzlei Reed Smith LLP durchgeführt wurde. 59 Prozent der weltweit befragten Vorstände, Aufsichtsräte und Risikomanager stufen das geopolitische Risiko als „hoch“ oder „sehr hoch“ ein. Geopolitik rückt damit von Rang 15 im Vorjahr auf Platz sieben.


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„Die etablierten Risiken – etwa Arbeitsschutz, Datenverlust oder Cyber – bleiben zwar dominant“, sagt Philipp Rouget, Head of Finex Deutschland und Österreich bei Willis. „Aber sie verlieren in der Bewertung durchgängig an Gewicht. Zugleich steigen mit Geopolitik und KI zwei neue Risiken für Manager auf.“

Gesundheit und Sicherheit bleiben ein zentrales Risikothema, insbesondere in den Sektoren Industrie, Transport und Energie, wo 82 bis 89 Prozent der Befragten das Thema als bedeutsam einordnen.

KI erstmals unter den Top-Risiken für deutsche Manager

Künstliche Intelligenz gewinnt als Haftungsthema deutlich an Gewicht. In der globalen Wahrnehmung stieg KI von Rang 21 auf Platz 14. In Deutschland rangiert das Thema sogar erstmals unter den sieben größten Managerhaftungsrisiken. Als größte Unsicherheiten nennen die Studienteilnehmer durch KI verursachte Fehler und Fehlinformationen, durch KI ermöglichten Betrug und Social Engineering sowie strategisches Versagen bei der Einführung von KI.

Besonders auffällig: Nur 55 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Vorstandsmitglieder über die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen, um die KI-Implementierung wirksam zu überwachen.

„Die Risiken aus Cyberbedrohungen, Datenverlust und KI sind eng miteinander verflochten“, erklärt Rouget. „Sie zählen derzeit branchen- und länderübergreifend zu den größten Sorgen – demnach steigt die Risikowahrnehmung genau dort, wo Vorstände sich am wenigsten gewappnet fühlen.“

Lieferketten im Fokus, Klima und Diversität verlieren an Bedeutung

39 Prozent der Befragten nennen eine erhöhte Risikoexposition durch Dritte oder Lieferkettenengpässe als größte Herausforderung für die operative Widerstandsfähigkeit. Für Unternehmen in den Sektoren Gesundheitswesen, Industrie, Energie und Versorgungswirtschaft sowie Transport und Einzelhandel zählen Lieferkettenprobleme zu den sieben größten Risiken.

Der Klimawandel ist in den meisten Regionen von den oberen Plätzen der Risikoliste gefallen – ein Trend, der bereits die Vorjahresstudie prägte. Auch Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion verlieren auf der globalen Risikoagenda an Gewicht: Nur noch 52 Prozent der Befragten – nach 59 Prozent im Vorjahr – halten diese Themen für sehr wichtig oder äußerst wichtig.

Deckungslücken trotz günstiger Marktbedingungen

Der D&O-Versicherungsmarkt befindet sich derzeit in einer sogenannten Weichmarktphase: Die Prämien sind niedrig, das Angebot an Kapazität ist hoch und die Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen günstig. Trotzdem halten nur 30 Prozent der Befragten ihre D&O-Police sowohl im Umfang als auch in der Höhe für ausreichend. Rund 50 Prozent stimmen nicht vollständig zu, dass Deckungsumfang und Qualität ihrer D&O-Versicherung angemessen sind beziehungsweise die Versicherungssumme ausreicht.

„Für Unternehmen ergibt sich hieraus ein klarer Handlungsimpuls“, so Rouget. „Gerade in einem dynamischen Risikoumfeld sollten Unternehmen den D&O-Schutz nicht nur jährlich überprüfen, sondern als wesentlichen Schutzmechanismus für Unternehmen, Organmitglieder und ihre Bilanz betrachten.“ Willis empfiehlt, die aktuelle Marktlage zu nutzen, um Deckungsumfang und Limits gemeinsam mit Maklern und Versicherern zu überprüfen.

„Die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage bestätigen, was wir oft von unseren Kunden hören: Unternehmenslenker sehen sich mit einem zunehmend komplexen und vielschichtigen Risikoumfeld konfrontiert. Dabei verändert sich die Reihenfolge der Risiken weniger als ihr Charakter: Geopolitik und KI sind Felder, die sich rasch wandeln – gerade bei diesen ist ein angemessener Risikoschutz entscheidend, damit Unternehmen fundierte strategische Entscheidungen treffen und ihr Wachstum aufrechterhalten können“, sagt Rouget.


Top-Ergebnisse bei Markt-Mediastudien


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