EXKLUSIV

Hitliste Asset Manager Sachwertanlagen: Abhaken und nach vorne blicken

Ebenfalls mit deutschen Einzelhandelsimmobilien legte die Hahn Gruppe ein kräftiges Wachstum von 60 Prozent gegenüber 2024 hin, US Treuhand wuchs mit US-Immobilien und auch Ökorenta steigerte das Platzierungsvolumen. „Trotz eines herausfordernden Marktumfelds durch politische Unsicherheiten konnten wir erfolgreich platzieren“, so Jörg Busboom, Vorstand der Ökorenta Invest.

Mit Blick auf das Umfeld für Immobilienfonds ist auch Gordon Grundler, Vorstand der Primus Valor AG, trotz eines spürbaren Rückgangs des Neugeschäfts zufrieden mit dem Geschäftsjahr. „Wir haben weiter konsequent die günstigen Einstiegschancen am Markt genutzt und lukrative Ankäufe umsetzen können. Mit dem Platzierungsstand sind wir zufrieden – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die zuletzt zu verzeichnende Preisentwicklung am Immobilienmarkt zahlreiche Insolvenzen gefordert hat“, sagt er. 

Investmentlösungen im Wertpapierbereich

Insgesamt als Erfolg wertet auch Sven Mückenheim, Vertriebs-Geschäftsführer der Dr. Peters Group, das Neugeschäft.  „Wir konnten 2025 trotz eines angespannten Marktumfelds unser Platzierungsergebnis aus dem vorvergangenen Jahr von rund 32 Millionen Euro bestätigen“, berichtet er. Dazu beigetragen haben vor allem Investmentlösungen aus dem Wertpapierbereich sowie ein neuer Spezial-AIF aus der Assetklasse Erneuerbare Energien. „Im klassischen Fondsvertrieb hätten wir uns ein noch besseres Ergebnis gewünscht“, räumt er ein.

Ein ebenfalls insgesamt positives Fazit zieht die BVT. „Der Markt gestaltet sich weiterhin schwierig, dennoch konnten wir über die Angebotsbreite – wenn auch nicht bei der Höhe der Volumina – ein durchaus gutes Geschäftsergebnis erzielen“, so Geschäftsführer Jens Freudenberg. „Gerade in unserem Fokusmarkt USA hat sich die Zollthematik, die für erhebliche Unsicherheit gesorgt hatte, wieder deutlich beruhigt. Hier konnten wir 2025 sowohl auf der Ankaufs- als auch der Exitseite schöne Erfolge verzeichnen“, betont er. Hinsichtlich der langfristigen Entwicklung bei BVT zeige sich, dass sich im Vertrieb der Produkte eine stärkere Gewichtung institutioneller Gelder etabliert hat. „Das erwarten wir auch für 2026 wieder“, so Freudenberg.

BVT unter AIF-Anbietern bei Gesamtvolumen vorn

So liegt die BVT unter den AIF-Anbietern in Bezug auf das platzierte Gesamtvolumen, also einschließlich professionelle und sogenannte semi-professionelle Investoren, mit fast 225 Millionen Euro mit weitem Abstand an der Spitze. Auf dieses Segment ist auch Hep ausgewichen und platzierte 27 Millionen Euro bei Großanlegern. Im AIF-Publikumsgeschäft war das Unternehmen im Jahr 2025 hingegen nicht aktiv. Ein „schwieriges Umfeld im Sachwertbereich“, konstatiert Hep-CSO Thorsten Eitle. Das Unternehmen habe sich deshalb entschieden, einen ELTIF aufzulegen.

„Wir erwarten auch im Jahr 2026 Herausforderungen, sind aber dennoch positiv gestimmt. Wir haben nach wie vor Abwicklungsthemen mit den meisten Depotbanken, denken aber, dass sich diese im Laufe des Jahres lösen werden“, so Eitle. Die Depotfähigkeit der ELTIF-Anteile herzustellen, ist demnach auch in diesem Fall anspruchsvoll. Im Februar 2026 verkündete Hep zunächst eine Partnerschaft mit der Plattform NAO, über die eine voll digitale Zeichnung des Fonds möglich sei.

„Platzierung neuer Emissionen sehr schwierig“

Auch bei Euramco ist das AIF-Neugeschäft 2025 nahezu zum Erliegen gekommen. Das Unternehmen lebt hauptsächlich vom Bestand sowie von Dienstleistungen für andere Emissionshäuser und betreut aktuell 175.000 Beteiligungen an 180 Fonds und Vermögensanlagen. „Bereich ‚Service-Dienstleistung‘ für Sachwertinvestments gut, Platzierung neuer Emissionen sehr schwierig“, beschreibt Geschäftsführer Jürgen Göbel das Geschäftsjahr 2025.

Er gehört zu den wenigen, die dennoch den Schneid haben, die wenig erbauliche Zahl zu veröffentlichen. Dazu zählt auch Paul Schloz, Geschäftsführer von Asuco. „Ein sehr herausforderndes Jahr. Unsere Inhaberschuldverschreibung hat leider nicht die gewünschte Marktdurchdringung erreicht“, berichtet er. „Unsere Verlängerungsangebote bei bestehenden Vermögensanlagen wurden sehr gut angenommen“, fügt er hinzu.

Umsätze mit weiteren Produkten

Bei anderen Anbietern außerhalb der Segmente ELTIF und AIF lief es zum Teil besser. So steigerte Solvium, die neben einem Publikums-AIF verschiedene Variationen von Namensschuldverschreibungen im Angebot hatte, das Neugeschäft um 44 Prozent auf 58 Millionen Euro. Hinzu kamen Vertragsverlängerungen durch Anleger bestehender Vermögensanlagen, die im Ranking aber nicht als Neugeschäft berücksichtigt wurden. Reconcept steigerte den Absatz mit Inhaber-Schuldverschreibungen und auch DKB Crowd legte kräftig zu. Letztere ist eine von nur zwei Plattformen, die Zahlen liefern. Die andere ist Wiwin, wo das Geschäft stabil blieb. Ansonsten ist aus diesem Segment nicht besonders viel positives zu hören.

Insgesamt bleibt der Branche nach dem Geschäftsjahr 2025 wohl nur eines: Abhaken und nach vorne blicken. Doch wie geht es 2026 nun weiter? Die meisten Häuser, die hierauf antworten, geben sich verhalten optimistisch. „Wir fokussieren uns im Jahr 2026 vollständig auf die weitere Platzierung unseres Fonds Nr. 14 und erwarten hier eine erhöhte Platzierungsgeschwindigkeit, da wir bereits ein sehr gut aufgestelltes Fonds-Portfolio vorweisen können, wohingegen die Emission Ende Januar 2025 wie gewohnt als Blindpool startete“, sagt etwa Primus-Valor-Vorstand Grundler. 

Produktinnovationen geplant

Solvium setzt zunächst ebenfalls auf bewährte Produkte: „Wir setzen den Vertrieb unseres geschlossenen Publikums-AIF und dem SICAV-RAIF-Fonds Transport Infrastructure Europe Fund I für institutionelle Investoren sowie Vermögensanlagen mit einer Mindestzeichnungssumme von 200.000 Euro weiter fort“, so Geschäftsführer André Wreth. „Zudem sind weitere Produktinnovationen geplant“, kündigt er an. 

Eine Kursanpassung plant die Dr. Peters Group. „Im Immobiliengeschäft werden wir uns noch stärker auf steueroptimierte Fondslösungen und depotfähige Wertpapieremissionen fokussieren“, so Sven Mückenheim. „Zudem bauen wir die Assetklasse Erneuerbare Energien weiter aus und setzen auch hierbei auf steueroptimierte Konzepte – mit Sonderabschreibungsmöglichkeiten und erbschaftsteuerlicher Verschonung“, kündigt er an. Asuco will ebenfalls die ausgetretenen Pfade verlassen und kündigt für 2026 Spezial-AIF, Publikums-AIF sowie individuelle Investmentlösungen an.

Stärkste Impulse erneut aus ELTIF-Segment zu erwarten

Die stärksten Impulse sind aber erneut aus dem Segment ELTIF zu erwarten. So hat Commerz Real zum Jahresauftakt 2026 mit dem Infravest ELTIF einen neuen Infrastrukturfonds aufgelegt. Auch Union Investment will nachlegen und kündigt die Konzeption eines Private Equity ELTIF an, wobei sich dieser noch in der „Frühphase der Produktentwicklung“ befinde. MPE plant im zweiten Halbjahr ebenfalls einen weiteren ELTIF. 

Daneben wird vermutlich zumindest ein Teil der vielen neuen ELTIFs bald Fahrt aufnehmen, die bereits 2025 aufgelegt wurden. Dazu zählt der JPMorgan ELTIFs – Multi-Alternatives Fund des Investmentriesen J.P. Morgan Asset Management. Der Fonds investiert international in verschiedene alternative Anlageklassen und ist 2025 an den Start gegangen, hat aber im Vertrieb trotz des großen Namens offenbar einige Überzeugungsarbeit zu leisten. 

„Verständnis der alternativen Anlageklassen verstärken“

„Unser Multi-Alternatives ELTIF hat eine vergleichsweise lange Haltedauer (die Kündigung kann nach vier Jahren jeweils vierteljährlich erfolgen bei einer zwölfmonatigen Kündigungsfrist), was von einigen Vertriebspartnern als nicht so ideal angesehen wird“, berichtet Holger Schröm, Leiter des Vertriebs für freie Finanzberater und Versicherungen bei J.P. Morgan Asset Management.

Es gehe bei Alternatives aber um die Vereinnahmung von Illiquiditätsprämien, erklärt er. „Dafür hat der Regulator einen besonderen Anlegerschutz erforderlich gemacht, weshalb es bei den ELTIFs eingeschränkte Rückgabemechanismen gibt. Diese erfordern einen mittel- bis langfristigen Investmenthorizont“, so Schröm. „Das mag auf den ersten Blick die Attraktivität schmälern, aber angesichts der Entwicklung bei offenen Immobilienfonds zeigt sich, dass sich solch eine Vorsichtsmaßnahme in Phasen von Marktstress bezahlt machen wird.“ 

Für das laufende Jahr kündigt er an: „Wir werden auch 2026 weiter daran arbeiten, das Verständnis der alternativen Anlageklassen zu verstärken und die Vorteile im Portfoliokontext zu vermitteln.“ Da wird er vermutlich längst nicht der einzige sein.

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