Wer aktuelle Krypto-News verfolgt, stößt derzeit häufig auf eine Frage: Hat Bitcoin den Tiefpunkt des laufenden Marktzyklus bereits hinter sich? Eine neue Krypto News Prognose von Bitcoin Suisse liefert dafür Indizien. In der Oktober-Ausgabe seines monatlichen Market Barometer kommt Denis Oevermann zu einem klaren Befund. Der Investment Strategist des Schweizer Krypto-Finanzdienstleisters hält fest, dass die langfristigen Risikoindikatoren trotz der jüngsten Kurserholung niedrig bleiben.
Laut Oevermann hat sich das Marktumfeld seit dem Frühjahr spürbar gedreht. Damals wirkten die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen robust, doch der Kryptomarkt tat sich schwer. Inzwischen sind die Finanzierungsbedingungen restriktiver geworden - dennoch zeigen sich Bitcoin und andere Risikoanlagen bemerkenswert stabil, wie zuletzt auch der Artikel Milliardenzuflüsse stabilisieren Bitcoin trotz strafferer Fed zeigte.
Krypto-News-Prognose: Was die Fed-Daten signalisieren
Für die aktuelle Krypto-News-Prognose ist vor allem die Geldpolitik der US-Notenbank Fed entscheidend. Die Chance auf eine Zinserhöhung im Oktober sank von etwa 70 Prozent Ende September auf nur noch rund 20 Prozent. Zu leichteren Finanzierungsbedingungen hat diese Entlastung bislang allerdings nicht geführt. Geldpolitische Entlastung und tatsächliche Kapitalkosten laufen zunehmend auseinander. Bereits im Vorfeld hatte der Beitrag Bitcoin steigt trotz Zinswende wieder über 85.000 US-Dollar auf diese Dynamik hingewiesen.
Zugleich hat die Annahme an Überzeugungskraft verloren, der Arbeitsmarkt könne eine weitere Zinserhöhung verkraften. Im September entstanden außerhalb der Landwirtschaft lediglich 29.000 neue Stellen. Zudem fielen die Daten der beiden Vormonate zusammen um 60.000 Stellen niedriger aus als zunächst gemeldet. Damit wandelt sich der Arbeitsmarkt vom inflationären Risiko zu einem Faktor, der weitere geldpolitische Straffungen begrenzt.
Auch die PCE-Inflation senkte zunächst den kurzfristigen Druck auf die Fed. Das Signal bleibt allerdings schwer zu deuten. Denn die Inflation schwächte sich tatsächlich ab. Zeitgleich revidierte die US-Statistikbehörde BEA den historischen Inflationspfad aus methodischen Gründen nach unten.
Warum bleiben die Finanzierungskosten hoch?
Während das unmittelbare geldpolitische Risiko sinkt, bleiben die langfristigen Finanzierungskosten hoch. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 5,3 Prozent und damit nahe ihrem höchsten Stand seit 2002. Entsprechend verschiebt sich das Risikoumfeld: Laufzeitprämien-, Fiskal- und Inflationsrisiken am Anleihemarkt treten an die Stelle der Reaktionsfunktion der Fed.
Hinzu kommen die Rohstoffmärkte. Der breite Rohstoffindex DBC notiert bei mehr als 32 US-Dollar und damit auf dem höchsten Niveau seit 2008. Seit 2020 hat sich der Index verdreifacht.
Wie robust zeigt sich Bitcoin wirklich?
Vor diesem Hintergrund rückt die Widerstandsfähigkeit von Risikoanlagen in den Mittelpunkt der Krypto-News-Prognose. Im dritten Quartal verzeichnete Bitcoin ein Plus von etwa 43 Prozent. Im gleichen Zeitfenster kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um über 85 Basispunkte, was einem Plus von mehr als 20 Prozent entspricht. Der Kryptomarkt profitiert damit von sinkenden geldpolitischen Risiken, ohne dass ihn ein umfassender Lockerungszyklus trägt.
Die Stimmung bleibt laut Bitcoin Suisse mit 67 Punkten robust. Der sogenannte Season Index ist zugleich auf 61 Punkte gestiegen - ein Hinweis auf eine breitere Marktteilnahme über Bitcoin hinaus. Allerdings dreht die Dynamik von einem positiven Extremniveau aus ins Bärische. Das erhöht kurzfristig das Risiko einer Konsolidierung. Für eine nachhaltigere Rotation in Richtung Risikoanlagen bräuchte es eine stabilere Führungsrolle von Bitcoin. Hinzu kommen müsste eine breitere Beteiligung von Ethereum, Solana, XRP und Hyperliquid.
Wie ist die Bitcoin-Prognose laut Optionsmarkt?
Für die kurzfristige Bitcoin-Prognose liefert der Optionsmarkt konkrete Marken. Bei 78.000 US-Dollar ballen sich die Put-Positionen und bilden damit die entscheidende Unterstützungszone. Es folgen 72.000 und 60.000 US-Dollar. Die Call-Positionen hingegen häufen sich bei rund 90.000 US-Dollar, was auf das nächste Kursziel hindeutet - eine Marke, die auch im Beitrag Kryptomarkt zeigt Stärke trotz Gegenwind - Bitcoin nimmt 90.000 Dollar ins Visier thematisiert wird. Die positive Schiefe der Optionsmärkte liefert laut Bitcoin Suisse das stärkste bullische Derivatesignal seit Ende 2025. Vorausgesetzt, die Marke von 78.000 US-Dollar hält.
Auch bei Ethereum zeichnet der Optionsmarkt klare Linien. Bei 3.000 US-Dollar sammeln sich die Call-Positionen und bilden die zentrale Ausbruchszone. Als nächstes Kursziel gilt 3.500 US-Dollar. Die Put-Positionen mit offenem Interesse haben sich auf eine Spanne von 1.500 bis 2.500 US-Dollar verlagert. Das deutet auf eine verbesserte Einschätzung der Abwärtsrisiken hin.
Die wichtigsten Marken der aktuellen Krypto-News-Prognose zeigt die folgende Übersicht.
| Kennzahl | Bitcoin | Ethereum |
|---|---|---|
| Wichtigste Unterstützung | 78.000 US-Dollar | 1.500 bis 2.500 US-Dollar |
| Weitere Unterstützungen | 72.000 / 60.000 US-Dollar | - |
| Ausbruchszone | - | 3.000 US-Dollar |
| Nächstes Kursziel | 90.000 US-Dollar | 3.500 US-Dollar |











