Bitcoin steigt trotz Zinswende wieder über 85.000 US-Dollar

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Bitcoin im Rallye-Modus
Bild: KI-generiert mit ChatGPT / DALL·E
Bitcoin steigt über 85.000 US-Dollar. ETF-Zuflüsse und neue US-Regeln stützen den Kurs trotz höherer Zinsen.

Bitcoin hat den Rückschlag nach dem vorläufigen Scheitern des CLARITY Act schnell aufgeholt. Trotz einer Zinserhöhung der US-Notenbank notiert die Kryptowährung wieder bei rund 85.000 US-Dollar. Vor allem ein Short Squeeze und kräftige ETF-Zuflüsse treiben die Erholung.

Bitcoin notiert bei rund 85.000 US-Dollar und damit so hoch wie zuletzt am Jahresbeginn. Noch vor einer Woche sah das aber anders aus: Am 15. September scheiterte im US-Senat eine Verfahrensabstimmung zum CLARITY Act, welche die weitere Beratung des Gesetzes verkürzen sollte. Bitcoin reagierte darauf mit einem deutlichen Rücksetzer und fiel zeitweise auf rund 75.900 US-Dollar. Einen Tag später erhöhte die US-Notenbank Fed ihren Leitzins erstmals seit Juli 2023 um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent – eigentlich Gift für Risikoassets wie Bitcoin. Doch der Schritt war weitgehend erwartet und vom Markt bereits eskomptiert. Der eigentliche Belastungsfaktor war somit die regulatorische Enttäuschung, die der Markt in den folgenden Tagen erstaunlich schnell verarbeitete.


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Auch ohne den großen gesetzgeberischen Wurf entstehen in den USA Schritt für Schritt neue Marktregularien. Nur zwei Tage nach der gescheiterten Senatsabstimmung reichte die US-Terminmarktaufsicht CFTC ein eigenes Regelvorhaben für Kryptotransaktionen und Kryptomärkte beim Weißen Haus zur Prüfung ein. Das Verfahren befindet sich noch in einer frühen Phase, zeigt aber, dass die Behörde ihre bestehenden Befugnisse nutzen will. Am selben Tag gewährte die US-Börsenaufsicht SEC bestimmten Handelsplätzen eine auf fünf Jahre befristete Ausnahme für den Onchain-Handel tokenisierter US-Aktien. Während der Senat stockt, schaffen die beiden Aufsichtsbehörden damit erste Regelwerke, die zur Erholung an den Märkten beigetragen haben.

Ein zusätzlicher Katalysator: Steigende Kurse lösten einen Short Squeeze aus. Marktteilnehmer, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten ihre Positionen bei steigenden Preisen zwangsweise schließen und erzeugten damit weiteren Kaufdruck. Innerhalb von 24 Stunden wurden Short-Positionen im Volumen von 647,9 Millionen US-Dollar liquidiert. Bei Bitcoin allein waren es 277,5 Millionen US-Dollar.

Dass hinter der Bewegung aber mehr steckt als erzwungene Käufe am Derivatemarkt, zeigt der schnelle Umschwung bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs. Nach dem voraussichtlichen Scheitern des CLARITY Act verzeichneten die ETFs am Dienstag und Mittwoch Abflüsse von rund 746 Millionen US-Dollar. Bereits zum Ende der Woche drehten die Flows wieder ins Plus: Am Donnerstag flossen 159,5 Millionen und am Freitag 433 Millionen US-Dollar in die Produkte. Zum Wochenstart beschleunigte sich die Nachfrage nochmals deutlich mit einem Inflow von rund 999 Millionen US-Dollar. Damit hat der Markt den Rückschlag sowohl im Kurs als auch bei den ETF-Flows schnell verarbeitet.

Nach dem Sprung auf über 87.000 US-Dollar diese Woche hat Bitcoin einen Teil der Gewinne wieder abgegeben und sich bislang bei rund 85.000 US-Dollar eingependelt. Mit dem Ausbruch aus der Widerstandszone von 82.000 bis 84.000 US-Dollar hat Bitcoin eine wichtige Hürde genommen. Die Zone wird nun zur relevanten Unterstützung, welche eine gute Basis für weitere Anstiege sein sollte.

Autor Dirk Heß ist Geschäftsführer bei nxtAssets.


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