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„Sachwertegipfel“: 50 Prozent Neubau-Sonder-Afa? CSU für Steuerimpulse (mit Fotogalerie)

Foto: Cash.
Maximilian Böltl (CSU): "Die Mietpreisbremse funktioniert nicht."

Mit einer Sonderabschreibung von 50 Prozent auf Neubauwohnungen will die CSU den Wohnungsbau ankurbeln. Auf dem „Sachwertegipfel“ prallen jedoch auch unterschiedliche Einschätzungen zur tatsächlichen Wohnungsnot aufeinander. Was die Branche außerdem bewegt.

Die CSU will im Schulterschluss mit den CDU-Kollegen aus Baden-Württemberg ein Maßnahmenpaket durchsetzen, um den Wohnungsbau endlich wirksam anzukurbeln. Dazu zählen auch hohe Steuervorteile für Investoren. Das sagte der bayerische Landtagsabgeordnete Maximilian Böltl (CSU) auf dem „Sachwertegipfel“ des RedaktionMedien-Verlags von Veranstalterin Astrid Klee unter Leitung der Fachjournalisten Friedrich Andreas Wanschka, Markus Gotzi und Uwe Kremer am Flughafen München. 

„Wir brauchen Impulse statt Interventionen und immer neue Regulierungen“, so Böltl. Die Mietpreisbremse zum Beispiel sei in Wirklichkeit eine Wohnungsbaubremse, weil sie Investoren abschrecke. „Sie funktioniert nicht“, sagte der CSU-Politiker. 


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Seine Partei will stattdessen im Schulterschluss mit der CDU Baden-Württemberg ein Maßnahmenpaket mit Anreizen für mehr Wohnungsbau durchsetzen. Dazu zählen für Neubauwohnungen Steuervorteile durch eine Sonderabschreibung (Afa) von 50 Prozent innerhalb von fünf Jahren, die Wiederbelebung der Eigenheimförderung sowie die steuerliche Absetzbarkeit von Kreditzinsen auch bei selbst genutztem Wohneigentum.

„Milchmädchenrechnungen“

Immobilienexperte Prof. Dr. Günter Vornholz wies indes darauf hin, dass der Wohnungsmangel möglicherweise überschätzt wird. Die verschiedenen Schätzungen zur Anzahl der fehlenden Wohnungen liegen in einer sehr großen Bandbreite zwischen 600.000 und zwei Millionen Einheiten. Sie würden vielfach auf „Milchmädchenrechnungen“ basieren, so Vornholz. Teilweise sei einfach die Differenz zwischen der politischen Zielsetzung und den tatsächlichen Fertigstellungen über mehrere Jahre aufsummiert worden, ohne den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. 

„Es herrscht in Deutschland keine Wohnungsnot“, betonte Vornholz. Vielmehr gebe es deutschlandweit einen Leerstand von vier Prozent, der jedoch sehr ungleich verteilt und in ländlichen oder strukturschwachen Regionen teilweise erheblich höher sei. Mehr Neubau in den Metropolen führe demnach nicht zwangsläufig zu einer Entspannung des Wohnungsmarkts, sondern unter Umständen lediglich zu einer Verstärkung der Abwanderung vom Land in die Stadt, so Vornholz.

Genügend Genehmigungen vorhanden 

Er verwies zudem auf den riesigen „Bauüberhang“ von rund 760.000 bereits genehmigten, aber noch nicht gebauten Wohnungen. Sie könnten also sofort gebaut werden. Die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, die unter anderem mit dem „Bau-Turbo“ der Bundesregierung angestrebt wird, führt demnach nicht automatisch zu mehr Bauaktivität.

Daneben standen auf der Agenda der Veranstaltung unter anderem Steuervorteile mit „6b-Fonds“ und mit Neubauwohnungen mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG). Letztere sind an eine Reihe von Voraussetzungen gebunden, wie Rechtsanwalt und Steuerberater Prof. Dr. Thomas Zacher berichtete, können aber durchaus auch in „modellhafte Gestaltungen“ eingebunden werden, ohne mit Paragraf 15b EStG in Konflikt zu geraten. Diese Vorschrift unterbindet sonst die direkte Verlustverrechung mit positiven Einkünften des Investors aus anderen Quellen. Schädlich können jedoch zusätzliche Elemente wie Mietgarantien sein, so Zacher.

Zudem ging es um ELTIFs, Edelmetalle, Kunstwerke als Kapitalanlage und verschiedene Rechtsthemen. AfW-Vorstand Frank Rottenbacher berichtete über die teilweise noch vorläufigen Ergebnisse des neuesten „Vermittlerbarometers“ des Verbands.

Friedrich A. Wanschka hört auf

Die weiteren Vertriebsthemen brachten indes wenig neue Erkenntnisse, insbesondere nicht zu der Frage, wie das seit Jahren schwächelnde Neugeschäft der Sachwertfonds nachhaltig wiederbelebt werden kann.

Der langjährige Mit-Veranstalter und Moderator Friedrich A. Wanschka kündigte seinen Abschied vom „Sachwertegipfel“ an. Er wolle aus gesundheitlichen Gründen andere Prioritäten setzen. Den „Vertriebsgipfel“ am Tegernsee werde er hingegen fortsetzen. 

Friedrich Andreas Wanschka

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