McDonald’s hat im zweiten Quartal 2026 mehr verdient, beim Wachstum im wichtigen US-Heimatmarkt jedoch enttäuscht. Der vergleichbare Umsatz der US-Restaurants stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum lediglich um 0,8 Prozent. Weltweit erreichte der Fast-Food-Konzern ein Plus von 1,3 Prozent.
Der Quartalsumsatz erhöhte sich auf rund 7,1 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn legte auf 2,36 Milliarden Dollar zu. Trotz der verbesserten Ergebnisse steht Konzernchef Chris Kempczinski damit vor einer seiner wichtigsten operativen Aufgaben seit seiner Berufung im Jahr 2019.
Kempczinski führt das schwache US-Wachstum vor allem auf Probleme bei der Umsetzung der Konzernstrategie zurück. Günstige Menüangebote seien nicht in allen Restaurants wie vorgesehen eingeführt worden. Medienberichten zufolge hielten sich lediglich rund 60 bis 65 Prozent der US-Standorte vollständig an das neue Preiskonzept.
Neue US-Chefin soll Preisstrategie verbessern
Zugleich erschwerten mehrere parallel laufende Werbekampagnen die Kundenansprache. Als Reaktion übernimmt die langjährige McDonald’s-Managerin Skye Anderson die Leitung des US-Geschäfts. Sie folgt auf Joe Erlinger.
Anderson soll das Preis-Leistungs-Verhältnis, das Marketing sowie den Service und die Abläufe in den Restaurants verbessern. Der Heimatmarkt besitzt für McDonald’s eine zentrale Bedeutung und gilt als wichtiger Gradmesser für die gesamte Konzernstrategie.
Kempczinski hatte bereits im Juni das Programm „McDonald’s NEXT“ vorgestellt. Es soll eine neue Wachstums- und Produktivitätsphase einleiten. Im Mittelpunkt stehen Verbesserungen bei Speisen und Service, modernisierte Restaurants und einfachere betriebliche Prozesse.
Kempczinski muss Franchise-Standorte auf Kurs bringen
Der 57-jährige Manager kam 2015 zu McDonald’s und verantwortete zunächst Strategie, Geschäftsentwicklung und Innovation. Später leitete er das US-Geschäft, bevor er 2019 zum Vorstandsvorsitzenden berufen wurde. Seit 2024 ist er zusätzlich Vorsitzender des Verwaltungsrats. Zuvor arbeitete Kempczinski unter anderem für Kraft Foods und PepsiCo.
Zuletzt sorgte der Konzernchef auch abseits der Geschäftszahlen für Aufmerksamkeit. Ein Werbevideo, in dem er den neuen „Big Arch“-Burger mit einem auffällig kleinen Bissen probierte, wurde in sozialen Netzwerken vielfach verspottet. Kempczinski reagierte selbstironisch und machte seine anerzogenen Tischmanieren für den unbeholfenen Auftritt verantwortlich.
Für die weitere Geschäftsentwicklung kommt es nun darauf an, preisbewusste Verbraucher zurückzugewinnen und die Menü- und Werbestrategie in Tausenden Franchise-Restaurants einheitlicher umzusetzen. Diese Aufgabe liegt künftig vor allem bei der neuen US-Präsidentin Anderson.




