AMD wächst rasant – doch die Aktie kann Anleger nicht überzeugen

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AMD meldet Rekordzahlen und starkes KI-Wachstum. Hohe Erwartungen und Nvidias Marktmacht belasten jedoch die Aktie.

AMD steigert den Quartalsumsatz um 50 Prozent und erwartet weiteres kräftiges Wachstum. Dennoch gerät die Aktie unter Druck. Denn im Wettbewerb mit Nvidia müssen aus ambitionierten KI-Projekten nun konkrete Umsätze werden.

Der Chipkonzern AMD hat im zweiten Quartal 2026 einen Rekordumsatz erzielt. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,66 Dollar und übertraf damit leicht die Erwartungen der Analysten.

Wichtigster Wachstumstreiber war erneut das Geschäft mit Rechenzentren. Der Spartenumsatz hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt und erreichte 6,7 Milliarden Dollar. Damit entfallen inzwischen rund 58 Prozent des Konzernumsatzes auf das Data-Center-Segment.


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AMD profitiert sowohl von der Nachfrage nach Epyc-Serverprozessoren als auch vom zunehmenden Einsatz seiner Instinct-Beschleuniger für Anwendungen der künstlichen Intelligenz. Für das dritte Quartal stellt der Konzern einen Umsatz von rund 13 Milliarden Dollar in Aussicht. Die Prognose umfasst eine Schwankungsbreite von 300 Millionen Dollar nach oben oder unten.

AMD setzt im KI-Geschäft auf Helios und MI450

Am Mittelpunkt der Prognosespanne entspräche der Umsatz einem Wachstum von etwa 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die bereinigte Bruttomarge soll rund 56 Prozent erreichen.

Im Mittelpunkt der weiteren Wachstumsstrategie steht die neue KI-Plattform Helios. Das vollständige Racksystem verbindet Prozessoren, Instinct-Grafikprozessoren, Netzwerktechnik und die offene Softwareplattform ROCm. Damit will AMD im Markt für KI-Rechenzentren stärker mit Nvidia konkurrieren.

Zu den angekündigten Kunden und Partnern gehören OpenAI, Meta, Microsoft, Oracle und Anthropic. OpenAI will die ersten Helios-Systeme im vierten Quartal 2026 in Betrieb nehmen und die Installationen im folgenden Jahr ausweiten. Meta testet die Plattform bereits für einen späteren Einsatz im großen Maßstab.

Anthropic vereinbart Rechenleistung mit AMD

Mit Anthropic hat AMD zudem eine mehrjährige Vereinbarung über die Bereitstellung von bis zu zwei Gigawatt Rechenleistung auf Basis der MI450-Serie geschlossen. Die erste größere Installation ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen. Darüber hinaus plant AMD eine strategische Beteiligung an Anthropic von bis zu fünf Milliarden Dollar.

Trotz der starken Zahlen geriet die AMD-Aktie nach der Veröffentlichung zunächst deutlich unter Druck. Marktbeobachter führen die Reaktion vor allem auf die hohen Erwartungen zurück. Nach dem kräftigen Kursanstieg im bisherigen Jahresverlauf reichten die übertroffenen Prognosen offenbar nicht aus, um weitere Käufe auszulösen.

Zusätzlich belasteten Berichte, wonach SpaceX künftig ausschließlich KI-Chips von Nvidia einsetzen wolle. Die Meldung zeigt, dass Nvidia trotz der Fortschritte von AMD weiterhin eine dominante Stellung im Markt für KI-Beschleuniger besitzt.

Hohe Bewertung erhöht den Erfolgsdruck

Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, ob AMD seine Helios-Systeme termingerecht ausliefert und die angekündigten Großprojekte in tatsächliche Umsätze verwandelt. Zugleich muss der Konzern den Abstand zu Nvidias etabliertem CUDA-Softwareökosystem verkleinern.


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