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21. Juli 2011, 12:54
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Nachhaltige Geldanlagen: Wo bleibt die qualifizierte Beratung?

Vor allem Katastrophen, die das Ökosystem bedrohen, sind immer wieder Auslöser dafür, dass ethische Geldanlagen einen Nachfrageschub erfahren. Auch Anlageberater sollten sich stärker um das Thema nachhaltige Investments kümmern.

Beratung-Nachhaltigkeit-Gruen-Geld in Nachhaltige Geldanlagen: Wo bleibt die qualifizierte Beratung?

Text: Katja Schuld

Von der Erdbeben- und Atomkatastrophe in Japan ist nach wenigen Wochen schon fast nicht mehr die Rede. Zu schnelllebig ist die Zeit und andere Themen beherrschen das Weltgeschehen. Doch noch immer leben Tausende in Notlagern. Trümmerberge behindern den Bau von neuen Unterkünften, wie in vereinzelten Medienberichten zu lesen ist. Noch immer ist die Situation in dem beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima nicht unter Kontrolle, große Mengen Radioaktivität sind in die Umgebung gelangt.

Unter dem Strich hat die Umweltkatastrophe mit all ihren Vorgängern – man denke an die Ölpest im Golf von Mexiko im vergangenen Jahr oder das Reaktorunglück von Tschernobyl von 1986 – eines gemeinsam: Sie hat, zum wiederholten Mal, das Umweltbewusstsein der Bevölkerung geweckt – weltweit, aber insbesondere auch in Deutschland. Damit einhergehend wächst das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen.

Das stellt auch Dr. Mechthild Upgang fest, die als zertifizierte Finanzplanerin und Fachberaterin für nachhaltiges Investment in Bonn arbeitet. Die Nachfrage steige vor allem immer dann, wenn solche Katastrophen in kausalem Zusammenhang mit ökologischen und sozialen Themen stehen. „Ein ‚normaler Tsunami‘ reicht da nicht aus. Es sind Ereignisse wie die BP-Plattformkatastrophe und Fukushima, die zu einem verstärkten Interesse führen“, sagt sie.

Aber nicht nur diese Art von Schocks tragen dazu bei, dass Menschen sich Gedanken darüber machen, wo und in was sie ihr Geld anlegen können. Auch die Finanzkrise war für manche Anleger der Auslöser sich zu fragen, wem sie jetzt noch trauen können, wer verantwortungsvoll mit ihrem Geld umgeht und wo das Geld nicht nur zukunftssicher, sondern auch mit einem guten Gewissen investiert werden kann.

In diesem Zusammenhang stellt sich zunächst einmal die Grundsatzfrage, was nachhaltige Geldanlagen überhaupt sind. Nach der Definition des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG), ein Fachverband, der in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig ist, werden bei dieser Form des Investments die klassischen Kriterien der Rentabilität, Liquidität und Sicherheit um ökologische, soziale und ethische Bewertungspunkte ergänzt.

Seite 2: Warum häufig nur auf Nachfrage beraten wird

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2 Kommentare

  1. Es ist erstaunlich, wie hartnäckig sich das Vorurteil, nachhaltiges Investieren führe automatisch zu Renditenachteilen beim Anleger, hält. Tatsächlich haben eine Vielzahl von neutralen wissenschaftlichen Studien belegt, dass es keinen Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeitsfiltern in der Kapitalanlage und Renditenachteilen gibt. Mehr noch: nachhaltige Investments haben mittel- und langfristig in vielen Fällen sogar eine bessere Rendite erwirtschaftet als ihre konventionellen Pendants (siehe z.B. Mercer: „Demystifying Responsible Investment Performance“ / „Shedding Light on Responsible Investment: Approaches, Return and Impacts“ oder A.T. Kearny, “Green Winners”). Zusätzlich bleibt oft die Betrachtung künftiger Risiken nicht nachhaltiger Anlagen außer Betracht. So stellt z. B. die Münchner risklab GmbH fest, dass langfristig die mit nichtnachhaltigen Anlagen verbundenen Risiken substantielle Nachteile für die Wertentwicklung eines Portfolios beinhalten können (Hörter (risklab), ESG Risk Factors in a Portfolio Context). Es sollte an der Zeit sein, sich von alten – und erkennbar falschen – Vorurteilen zu verabschieden und nachhaltige Investments nicht nur auf Nachfrage anzubieten sondern als attraktive und zukunftsfähige Anlage aktiv mit in die Beratung zu integrieren.

    Kommentar von Ralph Prudent — 26. Juli 2011 @ 10:50

  2. Den Beratern zu unterstellen, sie beraten zuwenig, ist starker Tobak. Tatsächlich schneiden sog ehtische Fonds renditemäßig schlechter ab als nach rein wirtschaftlichen Kritierien investierende Fonds. Sie werden daher nur den Kunden angeboten, die im Beratungs-gespräch deutlich machen, das sie für sie Rendite erst an 2. Stelle kommt.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 22. Juli 2011 @ 13:04

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