15. November 2012, 09:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„Langfristig keine Abschaffung der Provisionsberatung“

Berlin plant, einen gesetzlichen Rahmen für die Honorarberatung in Deutschland abzustecken und hat einen Gesetzentwurf lanciert. Cash sprach mit Tim Bröning, Mitglied der Geschäftsleitung der Fonds Finanz Maklerservice GmbH, München, über das Vorhaben.

Tim-Broening-Fonds-Finanz in „Langfristig keine Abschaffung der Provisionsberatung“

Tim Bröning, Fonds Finanz Maklerservice GmbH

Cash.: Das BMF will einen gesetzlichen Rahmen für die Honorarberatung schaffen. Wie beurteilen Sie den Vorstoß?

Bröning: Der Gesetzgeber möchte die Honorarberatung in Deutschland neben der Provisionsberatung als zweite Säule etablieren. Ich sehe hierin für die Versicherungswirtschaft große Chancen, aber auch einige Risiken.

Als Maklerpool vertreten wir die Interessen unserer Vermittler und daher ist es für uns entscheidend, dass diese auch weiterhin angemessen für ihre Arbeit entlohnt werden. Für den Verbraucher sollen die Produkt- und die Beratungskosten transparenter werden.

Dagegen haben wir nichts einzuwenden, so lange sichergestellt ist, dass die Vermittler auch in Zukunft von den Einnahmen aus ihrer Tätigkeit leben können. Gibt es ein Nebeneinander von Provisionsberatung und Honorarberatung, dann haben alle Parteien die freie Wahl.

Ob die Verbraucher dann in Zukunft wirklich bereit sind, die Beratung direkt zu bezahlen, wird sich zeigen. Als Maklerpool können wir mit beiden Modellen umgehen.

Cash.: Inwieweit lässt sich das geplante Gesetz als eine vorbereitende Maßnahme zur Abschaffung der Provisionsberatung interpretieren?

Bröning: An eine Abschaffung der Provisionsberatung glaube ich auch langfristig nicht. Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums sagt ganz klar aus, dass zusätzlich zur bestehenden Anlageberatung die Honorarberatung als zweite Säule etabliert werden soll.

Das entscheidende Wort ist hier „zusätzlich“. Werden wie geplant beide Systeme parallel angeboten, unterstützen wir das voll. Auf diese Weise hat der Verbraucher die freie Wahl und kann entscheiden, welche Art der Beratung er bevorzugt. Die Nachfrage wird dann zeigen, was der Verbraucher wirklich wünscht.

Cash.: Viele Marktexperten sehen Deutschland mittel- bis kurzfristig als nicht honorarberatungsfähig. Wie ist die Sicht der Fonds Finanz in diesem Kontext?

Bröning: Die Beratung auf Provisionsbasis hat in Deutschland eine lange Tradition und sie hat im Großen und Ganzen immer gut funktioniert. Es gibt derzeit einige spektakuläre Fehlleistungen innerhalb dieses Systems, die leider zu Unrecht eine ganze Branche in Misskredit bringen.

Der weitaus größte Teil der Berater in Deutschland macht einen exzellenten Job, das zeigt schon die extrem geringe Zahl an Beschwerden beim Ombudsmann. Wir haben also ein funktionierendes System in Deutschland, deshalb wird es die Honorarberatung kurz- und mittelfristig nicht einfach haben.

Dennoch birgt die Honorarberatung auch Chancen, ein für den Verbraucher transparentes System zu schaffen. Sie wird sich also zumindest mittelfristig in Deutschland etablieren.

Das Gespräch führte Frank O. Milewski, Cash.

Foto: Fonds Finanz Maklerservice GmbH

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Vollzogen: Baloise schließt Übernahme von Fidea ab

Die Baloise Group schließt nach der Genehmigung aller Behördenden Erwerb des belgischen Versicherers Fidea NV nun ab. Mit der Übernahme stärkt die Baloise ihre Marktposition im attraktiven belgischen deutlich.

mehr ...

Immobilien

Anstieg um 95 Prozent oder Rückgang um 19 Prozent: Hauspreise in NRW klaffen weiter auseinander

Obwohl Lennestadt und Düsseldorf nur 90 Kilometer Luftlinie trennen – bei Angebotspreisen für Häuser liegen zwischen den beiden Städten Welten. Die Schere der Immobilienpreise in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat sich in den vergangenen 5 Jahren sogar noch weiter geöffnet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von immowelt.de, in der Hauspreise der Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern in Nordrhein-Westfalen untersucht wurden.

mehr ...

Investmentfonds

ÖKOWORLD bietet Eltern und Großeltern den passenden politischen Investmentfonds

Der Zusammenschluss „Parents for Future“ ist eine wirkungsvolle Initiative, die jungen Menschen der “Fridays für Future”-Bewegung in ihren Forderungen nach einer konsequenten Klima- und Umweltschutzpolitik unterstützt. Der ROCK ´N `ROLL FONDS von ÖKOWORLD ist als erster Elternfonds der Welt ist genau für diese Community gemacht.

mehr ...

Berater

MDK-Reformgesetz: Kabinettsfassung macht nichts besser

Auch die Kabinettsfassung des MDK-Reformgesetzes stößt auf Ablehnung beim Aufsichtsrat des AOK-Bundesverbandes. „Schon der Referentenentwurf war eine Provokation gegenüber Selbstverwaltung und Krankenkassen. Die jetzige Kabinettsfassung ist um kaum einen Deut besser“, stellt Dr. Volker Hansen, alternierender Vorsitzender der Arbeitgeberseite, klar.

mehr ...

Sachwertanlagen

Aberdeen Standard Investments nimmt schwedische Immobilien ins Portfolio

Aberdeen Standard Investments (ASI) hat seinen paneuropäischen Wohnimmobilienfonds Aberdeen Pan-European Residential Property Fund (ASPER) SICAV-RAIF mit dem Kauf eines Portfolios neuer Wohnimmobilien in Schweden erweitert. Mit dieser jüngsten Akquisition ist das Fondsportfolio nun über sechs Länder und 27 verschiedene Anlagen diversifiziert und hat ein Vertragsvolumen von über 750 Mio. Euro erreicht.

mehr ...

Recht

Testament: Warum es bei Patchwork-Familien ein Muss ist

Stief- und Patchwork-Familien sind längst keine Seltenheit mehr, sondern für viele Menschen ist es der Alltag. Warum für diese Familienkonstellationen ein Testament unabdingbar ist. Interview mit Cornelia Rump, Fachanwältin für Erbrecht, in einem Interview mit der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“.

mehr ...