„Berufseinsteiger streben nach Sicherheit“

Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender des Maklerpools Jung, DMS & Cie., hat mit Cash. über die Ursachen des Nachwuchsmangels in der Beraterschaft und das hauseigene Nachwuchsförderprogramm gesprochen.

Maklerberuf: Grabmaier
„Auf meiner letzten Abiturfeier fragte mich eine ehemalige Mitschülerin ungläubig: „Wie, Du arbeitest in der Finanzbranche? Du warst doch immer so gut in der Schule!“
Cash.: Worin sehen Sie den Nachwuchsmangel begründet?

Grabmaier: Glaubt man den Umfragen, wollen junge Leute heute lieber Autos bauen oder Lehrer werden, als Finanzprodukte vermitteln. Gerade Berufseinsteiger streben zudem nach der vermeintlichen Sicherheit einer Festanstellung und fürchten die Risiken der Selbständigkeit, die jedoch weiter ein Kennzeichen weiter Bereiche der Finanzdienstleistung ist.

Da es heute bei Schulabgängern oft an Grundwissen über den Finanz- und Wirtschaftssektor fehlt, wird unsere Branche zunächst als unübersichtliches Neuland empfunden. Auch wenn die Qualität der Beratung durch die bessere Qualifikation der Vermittler sicher steigt: Der Verbraucher hat dies noch nicht wahrgenommen und der erhoffte Imagegewinn steht noch aus.

Verstärkt das schlechte Image der Branche den Nachwuchsmangel?

Genährt von immer häufigeren Finanzskandalen, hat unsere Branche weiter ein vergleichbar schlechtes Image. Auf einer Imageskala liegen wir als Finanzberater und -vermittler ziemlich weit unten.

Die Finanzkrise hat hier seit 2009 nur dazu geführt, dass wir den vorletzten Platz an die Investment-Banker abgeben konnten. Auf meiner letzten Abiturfeier fragte mich eine ehemalige Mitschülerin ungläubig: „Wie, Du arbeitest in der Finanzbranche? Du warst doch immer so gut in der Schule!“

Das sagt eigentlich alles: Schlechtes Image, mangelnde Kenntnisse über das Berufsbild und unzureichende Einstiegsangebote tragen sicher zum Nachwuchsmangel bei. Dabei hat sich in den letzten Jahren immens viel getan. Es gibt große Fortschritte im Ausbildungsangebot.

Vom Kaufmann über Fachwirt und Bachelor bis zum Master gibt es für jedes Qualifikationsniveau eine solide fachspezifische Berufsausbildung, die sich hinter anderen Branchen bestimmt nicht verstecken muss.

Sie haben ein Nachwuchsförderprogramm aufgelegt. Wie genau ist es aufgebaut?

Berufseinsteiger werden als Trainees in 18 Monaten zum Versicherungsvermittler mit IHK-Prüfung nach Paragraf 34d GewO ausgebildet. Während dieser 18 Monate genießen die Trainees eine praktische und theoretische Ausbildung.

Die theoretische Ausbildung erfolgt durch die WWK Versicherungen in Blockkursen und eLearning-Seminaren. Der praktische Teil der Ausbildung erfolgt durch ausgesuchte und erfahrene Poolpartner von Jung, DMS & Cie., die die Trainees in ihrer Funktion als Mentor im Vertrieb schulen. Finanziert wird die Ausbildung durch den Versicherungspartner WWK.

Im Gegenzug ist der Trainee während dieser 18 Monate als Ausschließlichkeitsvermittler der Versicherung tätig und verdient hierbei schon sein erstes eigenes Geld. Somit haben alle Teilnehmer nur Vorteile: Unsere Poolpartner können wachsen und Nachwuchs ausbilden, ohne große Risiken einzugehen, der Versicherungspartner platziert seine Produktphilosophie gezielt bei einer Vielzahl von Neuvermittlern und Jung, DMS & Cie. freut sich auf neue, gut ausgebildete Poolpartner.

Interview: Julia Böhne

Foto: Jung, DMS & Cie.

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