16. Dezember 2014, 08:15
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Banken planen Filialschließungen

Regulierung und Niedrigzinsen zwingen Banken zum Sparen, so eine Studie der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting. Um Kosten zu senken, will ein Drittel der Geldinstitute demnach in den nächsten zwei Jahren Filialen schließen.

Studie: Banken wollen Filialen schließen

Um Kosten zu senken, plant ein Drittel der deutschen Banken Filialen zu schließen, so der aktuelle “Branchenkompass Banken 2014” von Steria Mummert Consulting.

Der “Branchenkompass Banken 2014” von Steria Mummert Consulting kommt zu dem Ergebnis, dass vier von fünf Banken Kosten zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahre  zählen. Unter den Sparkassen sind es demnach sogar 88 Prozent. Mehr als 90 Prozent der Banken geben zudem an, in der Steigerung der Kosteneffizienz einen relevanten Strategieansatz für das eigene Unternehmen zu sehen.

Filialschließungen sollen Kosten senken

Wie aus der Studie hervorgeht, erwägen die befragten Banken, weitere Filialen zu schließen, um Kosten zu reduzieren. Demnach planen 31 Prozent der Geldinstitute, ihre Filialdichte bis 2017 zu reduzieren (2012: 23 Prozent). Deutsche Banken schließen eher Filialen (33 Prozent) als österreichische (20 Prozent). Besonders Sparkassen (49 Prozent) und Genossenschaftsbanken (44 Prozent) wollen auf Niederlassungen verzichten.

Nach Regulierung und Bankenaufsicht (94 Prozent), gelten niedrigen Zinsen der Studie zufolge als zweitgrößte Herausforderung (86 Prozent). “Traditionelle Geschäftsmodelle wie die Fristentransformation funktionieren immer weniger, die Zinsüberschüsse gehen zurück”, erklärt Stefan Lamprecht, Bankenexperte bei Steria Mummert Consulting. “Die Banken können ihre Einlagen nur noch schwer gewinnbringend anlegen.”

Sparkassen sehen sich von Niedrigzinspolitik bedroht

Sichere Staatspapiere werfen keine Zinsen mehr ab und bei einer möglichen Zinswende droht ein Wertverlust von Anleihen, so Lamprecht. Auch die Kreditvergabe bringe angesichts eines harten Wettbewerbs kaum noch etwas ein. Insbesondere Sparkassen (97 Prozent) und Genossenschaftsbanken (90 Prozent), die mit hohen Kundeneinlagen arbeiten, sehen sich durch die Niedrigzinspolitik bedroht.

Banken, die vom Immobilienboom profitieren und ihren Zinsüberschuss durch wachsende Kreditvolumen verbessern können, gehören demnach indes zu den Gewinnern.

Für den “Branchenkompass Banken 2014″ hat die Unternehmensberatung Steria Mummelt Consulting gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Forsa im Herbst 2014 Entscheider aus 100 deutschen und 20 österreichischen Geldinstituten zu den Branchentrends sowie ihren Strategien und Investitionszielen bis 2017 befragt. (jb)

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