13. Mai 2014, 11:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Infinus-Haftungsdach: Insolvenzverfahren eröffnet

Das Amtsgericht Dresden hat das Insolvenzverfahren über die Infinus AG Finanzdienstleistungsinstitut (FDI) eröffnet. Zum Insolvenzverwalter bestellte das Gericht den vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Bruno M. Kübler von der Kanzlei Kübler in München. Er bat die Insolvenzgläubiger “dringend”, mögliche Forderungen erst nach Aufforderung anzumelden.

Bruno M. Kübler, Kanzlei Kübler

Bruno M. Kübler: “Nach derzeitigem Stand meiner Ermittlungen ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Haftung der FDI besteht.”

In einer Pressemitteilung seiner Kanzlei appellierte Kübler an die Insolvenzgläubiger, nicht selbstständig vorab eigene Anmeldungen vorzunehmen, sondern auf die Zusendung der Forderungsanmeldungsunterlagen zu warten. Der Aussand soll voraussichtlich Ende Mai erfolgen. Dieses Vorgehen sei erforderlich, um trotz der zu erwartenden hohen Gläubigerzahl eine “ordnungsgemäße und zeitnahe Bearbeitung” der Forderungen zu gewährleisten, so Kübler.

Je weitreichender die Haftung, desto geringer die Entschädigung des Einzelnen

Im Falle einer Haftung der FDI – auch “blaue Infinus” genannt – würden Verbindlichkeiten gegenüber fast 40.000 Gläubigern in Höhe von bis zu 920 Millionen Euro vorliegen, heißt es. Sollte die FDI gegenüber allen Gläubigern haften, so Kübler, würde die Quote für den einzelnen Betroffenen allerdings nur sehr gering ausfallen.

Die FDI hatte Orderschuldverschreibungen, Genussrechte und Nachrangdarlehen der zum FuBus-Konzern gehörenden Gesellschaften Future Business KGaA, Prosavus AG und ecoConsort AG vertrieben. Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft einer Reihe von Managern des FuBus-Konzerns Betrug, Kapitalanlagebetrug und Bilanzfälschung vor.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, so Kübler, sei davon auszugehen, dass die FDI als Vertriebsgesellschaft gegenüber den Orderschuldverschreibungsgläubigern, Genussrechtsinhabern und Nachrangdarlehensgebern auf Schadensersatz haftet.

Umfang der Haftung klärt sich nach Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen

“Nach derzeitigem Stand meiner Ermittlungen ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Haftung der FDI besteht”, betonte der Insolvenzverwalter gestern in Dresden. Demnach könnten sämtliche Orderschuldverschreibungsgläubiger, Genussrechtsinhaber und Nachrangdarlehensgeber der Future Business KGaA, Prosavus AG und ecoConsort AG ihre Forderungen auch in diesem Verfahren geltend machen.

“Ob und in welchem Umfang die Haftung der FDI tatsächlich besteht, wird mit letzter Gewissheit allerdings erst nach Abschluss der strafrechtlichen Ermittlungen feststehen”, ergänzte Kübler.

Das Amtsgericht Dresden hatte am 7. März 2014 auf Antrag der Finanzaufsichtsbehörde Bafin die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der blauen Infinus angeordnet. Die Gesellschaft fungierte als Vertriebsgesellschaft und Haftungsdach für mehr als 800 vertraglich gebundene Vermittler. Ihr Kerngeschäft war der Vertrieb von Produkten der FuBus-Gruppe. Daneben wurden – wenn auch in erheblich geringerem Umfang – Produkte von Drittanbietern vertrieben. (lk)

Foto: Kübler Rechtsanwälte

Ihre Meinung



 

Versicherungen

BVK fördert Unternehmertum von Maklern

Nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) steigt der unternehmerische Anspruch an den Beruf des Versicherungsmaklers. Treiber dieser Entwicklung sind zunehmende regulatorische Anforderungen durch die EU-Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD und umfangreiche technische und vertriebliche Innovationen durch die Digitalisierung des Versicherungsvertriebs.

mehr ...

Immobilien

Immobilienbranche steht vor einer Reihe von Herausforderungen in 2019

Die Hamburger Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation Kirchhoff Consult AG hat die neue Ausgabe des „Kirchhoff Stimmungsindikator Immobilien-Aktien“ veröffentlicht. Die Untersuchung wurde zum vierten Mal durchgeführt. Dabei wurden Immobilienexperten nach den Entwicklungsperspektiven von deutschen Immobilienaktien sowie den Chancen und Herausforderungen im aktuellen Marktumfeld befragt.

mehr ...

Investmentfonds

In maximal 5 Jahren zur Milliardengrenze: Beckers gründet Vermögensverwaltung

Der Berliner Seriengründer Jan Beckers expandiert ins Geschäft mit Aktienfonds und startet einen Vermögensverwalter. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin ‘Capital’ in seiner jüngsten Ausgabe. Beckers, der hinter den Start-up-Inkubatoren Hitfox, Finleap und Heartbeat Labs steht, hat dafür den Portfolioverwalter BIT Capital gegründet, der bereits zwei Fonds aufgelegt hat.

mehr ...

Berater

Banken: Mehr vorsorgen für möglichen Konjunktureinbruch

Banken in Deutschland sollen sich mit einem zusätzlichen milliardenschweren Finanzpolster für einen möglichen massiven Konjunktureinbruch wappnen. Das kündigte die Finanzaufsicht Bafin am Montag in Berlin an.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R: Insolvenzverwalter holt Immobilien vom Gründer zurück

Im Insolvenzverfahren über das Privatvermögen des Gründers des Container-Anbieters P&R wurde die erste Gläubigerversammlung abgehalten. Der Insolvenzverwalter konnte demnach Vermögenswerte sichern – wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

mehr ...

Recht

Mitarbeiter mit Rabatten motivieren

Viele Firmen gewähren Mitarbeitern Rabatte auf eigene Waren und Dienstleistungen oder Produkte von Dritten. Damit solche Vergünstigungen steuerfrei bleiben, sollten Unternehmen die Vorgaben genau beachten und mögliche Fallstricke kennen. Ein Beitrag von Jennifer Telle, Kanzlei WWS Wirtz, Walter, Schmitz in Mönchengladbach

mehr ...