MLP bleibt hinter Erwartungen zurück

Der Finanzdienstleister MLP hat 2013 unter der schwachen Nachfrage nach Krankenversicherungen und in der Altersvorsorge gelitten. Erlöse und Ergebnis sanken deutlich. Mit Blick auf 2014 zeigte sich der Vorstand des Wieslocher Unternehmens in der heutigen Pressekonferenz vorsichtig optimistisch.

MLP-Vorstandsvorsotzender Uwe Schroeder-Wildberg: „2013 ist es uns dagegen gelungen, signifikante Teile des Umsatzrückgangs durch Erfolge in den anderen Geschäftsfeldern aufzufangen.“

Bereits im November hatte MLP die Prognose für 2013 deutlich gekappt, da sich der Gewinn in den ersten neun Monaten des Jahres halbiert hatte. „Hinter MLP liegt ein weiteres schwieriges Jahr. Die Marktbelastungen waren deutlich größer als zu erwarten war. Deshalb haben sich mit der Altersvorsorge und der Krankenversicherung erstmals zwei Kerngeschäftsfelder gleichzeitig rückläufig entwickelt“, erläutert MLP-Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Schroeder-Wildberg.

Bis zum Jahr 2005 hätten diese beiden Geschäftsfelder gemeinsam rund 90 Prozent der Provisionserlöse der MLP ausgemacht. „Wäre das immer noch so, hätte uns das vergangene Jahr sehr stark getroffen. 2013 ist es uns dagegen gelungen, signifikante Teile des Umsatzrückgangs durch Erfolge in den anderen Geschäftsfeldern aufzufangen“, so Schroeder-Wildberg weiter.

Während 2005 noch rund 90 Prozent der Provisionserlöse auf die Bereiche Krankenversicherung und Altersvorsorge entfielen, waren es 2013 nur noch rund 60 Prozent. Quelle: MLP

Gleichzeitig habe MLP es geschafft, auf Basis eines erfolgreichen Kostenmanagements weiterhin „substanzielle Gewinne“ zu erwirtschaften. „Mit dem Ergebnis sind wir nicht zufrieden. Aber es zeigt: Die strategische Weiterentwicklung hin zu einem breiten Umsatzmix war richtig. Und was wir in unserem Geschäft direkt beeinflussen können, haben wir gut im Griff“, sagt Schroeder-Wildberg.

Wachstum im Vermögensmanagement

Die Gesamterlöse sanken im Jahr 2013 von 568,0 Millionen Euro auf 501,1 Millionen Euro. Den größten Teil steuerten die Provisionserlöse mit 457,7 Millionen Euro (2012: 518,0 Millionen Euro) bei. Die Erlöse aus dem Zinsgeschäft gingen aufgrund des niedrigeren Zinsniveaus um 14,3 Prozent auf 22,8 Millionen Euro (26,6 Millionen Euro) zurück. Die sonstigen Erlöse sanken von 23,5 Millionen Euro auf 20,6 Millionen Euro.Insgesamt ging das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 32,8 Millionen Euro (2012: 73,9 Millionen Euro).

Quelle: MLP

Die Aufteilung auf Beratungsfelder zeigt einen Rückgang bei der Altersvorsorge und der privaten Krankenversicherung. Ein deutliches Wachstum konnte hingegen im Vermögensmanagement erwirtschaftet werden. Rückläufig waren die Erlöse in der Krankenversicherung, weil sich viele Kunden branchenweit unter anderem wegen der politischen Unsicherheiten abwartend verhalten hätten, erklärte MLP. Die Erlöse gingen in dem Bereich von 63,9 auf 47,8 Millionen Euro zurück.

Auch in der Altersvorsorge hielten sich viele Bürger seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 mit dem Abschluss langfristiger Verträge zurück, so MLP. Die Diskussionen um das Niedrigzinsumfeld habe zu einer weiteren Belastung beigetragen. Bei MLP sanken die Erlöse in der Altersvorsorge um 23,5 Prozent auf 219,9 Millionen Euro. Im Bereich Vermögensmanagement stiegen die Erlöse auf 138,1 von 117,9 Millionen Euro.

MLP startet Wachstumsinitiative

MLP hat im Geschäftsjahr 2013 brutto 26.300 Neukunden gewonnen (2012: 32.600). Bei der Neukundengewinnung war laut MLP das vierte Quartal mit 7.400 Neukunden das stärkste. Die Beraterzahl betrug zum 31. Dezember 2013 1.998 (30. September 2013: 1.996). „Im Oktober gab es einige Indikatoren, die auf eine weiter steigende Dynamik hingewiesen haben – insbesondere die hohe Zahl an Kundengesprächen. Anders als in den Vorjahren hat dies aber marktbedingt nicht zu den erwarteten Abschlüssen in der Altersvorsorge und der Krankenversicherung geführt“, sagt Finanzvorstand Reinhard Loose.

Sowohl die Anzahl der Neukunden als auch die Beraterzahl ist im Vergleich zu 2012 gesunken. Quelle: MLP

Trotz des schwierigen Umfelds verfolge MLP das Ziel, künftig wieder steigende Umsätze und Ergebnisse zu erzielen. Deshalb habe der Vorstand eine umfangreiche Initiative mit vier Stoßrichtungen gestartet: die weitere Verbreiterung der Umsatzbasis, die konsequente Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie, der Ausbau der Technologieführerschaft und die Gewinnung neuer Berater, erläuterte Schröder-Wildberg in der heutigen MLP-Pressekonferenz.

Zu den konkreten Maßnahmen zähle unter anderem, dass MLP-Berater ab sofort in der Breite und auf Wunsch des Kunden Immobilien für die Eigen- und Fremdnutzung anbieten können. Dabei erfolgt die Qualitätssicherung demnach über das Tochterunternehmen Feri Euro Rating Services. MLP will zudem das Firmenkundengeschäft um eine sichtbare Kompetenz für Sachversicherungen erweitern.

Beim Tochterunternehmen FERI sei eine weitere Ausweitung des Sachwerteangebots geplant. Sowohl bei Feri als auch im Firmenkundengeschäft werden  demnach dabei Akquisitionen konkret geprüft. Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie plant MLP, das Internet künftig zu einem bedeutenden Zugang für die Interessenten und die Kundengewinnung im  Hochschulsegment auszubauen.

2014: MLP ist vorsichtig optimistisch

Außerdem ist laut MLP für einfache Banking- und Versicherungslösungen die Möglichkeit eines Onlineabschlusses geplant. Im Recruiting werde MLP den 2013 eingeschlagenen Weg über neue Einstiegsmodelle für Berater durch Traineeprogramme und Duale Studiengänge sowie die gezielte Gründung neuer Geschäftsstellen im Hochschulsegment konsequent fortsetzen.

„Mit dem Ausbau des Vermögensmanagements und dem Aufbau der betrieblichen Vorsorge haben wir MLP deutlich weiterentwickelt. Darauf setzen wir nun auf und werden die Transformation weiter beschleunigen. Ziel ist es, MLP noch unabhängiger von kurzfristigen Markteinflüssen zu machen“, sagt Uwe Schroeder-Wildberg.

Für das laufende Jahr sei laut MLP eine erste Entspannung bei den Rahmenbedingungen in der Altersvorsorge und der Krankenversicherung wahrscheinlich. Zudem sieht MLP zusätzliche Erlöspotenziale aus dem Immobilienangebot sowie dem Wegfall der negativen Unisex-Effekte, die im Jahr 2013 die Bereiche Altersvorsorge und Krankenversicherung belastet hätten. Insgesamt erwartet MLP in diesem Szenario ein EBIT von rund 65 Millionen Euro. Damit befinde man sich am unteren Ende des geplanten Korridors von 65 bis 78 Millionen Euro, so MLP. (jb)

Foto: MLP

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