AfW-Hauptstadtgipfel: „Mehr Vertrauen und Moral in der Finanzdienstleistung“

Die Regulierungsvorhaben Mifid II und IDD waren zwei der Schwerpunkte des 13. Hauptstadtgipfels des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. am 9. November in Berlin. Die geladenen Politiker berichteten über Sachstand und Zeitplan.

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Die AfW-Vorstände Carsten Brückner, Norman Wirth und Frank Rottenbacher mit CDU-Politiker Ralph Brinkhaus (2. von rechts).

Bereits zum 13. Mal hatte der AfW seine Fördermitglieder zum Hauptstadtgipfel eingeladen, um sie über aktuell laufende Regulierungsvorhaben direkt an der Quelle zu informieren. In diesem Jahr hatte der Verband drei Politiker geladen: Manfred Zöllmer, Mitglied im Finanzausschuss und stellvertretender finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie Anja Karliczek, Mitglied im Finanzausschuss für die CDU und Expertin für Regulierungsfragen.

Verzögerung bei IDD-Umsetzung gefürchtet

Die Umsetzung der EU-Vertriebsrichtlinie IDD soll noch im Dezember 2016 Thema im Bundekabinett sein. Das Bundeswirtschaftsministerium arbeitet derzeit an einem Referentenentwurf, der in Kürze erwartet wird. SPD-Politiker Zöllmer betonte in seinem Vortrag vor rund 40 AfW-Fördermitgliedern, dass man die IDD „Eins zu Eins“ umsetzen werde und keine schärfere Regulierung des Versicherungsvertriebs anstrebe.

Er bekräftigte zudem das gleichberechtigte Nebeneinander von Honorarberatung und provisionsgestützter Beratung – auch nach Umsetzung der IDD: „Wir wollen, dass der Kunde die Wahl hat.“ Ein Provisionsverbot durch die Hintertür werde es in Deutschland nicht geben. Laut Zöllmer könnte es bei der IDD-Umsetzung ein ähnliches Zeitproblem wie bei der PRIIPS-Verordnung geben. „Erst im Herbst 2017 sollen die delegierten Rechtsakte der Eiopa vorliegen, die die Details zur Umsetzung der IDD enthalten“, so Zöllmer. Bis zum Start im Januar 2018 sei dann nur noch wenig Zeit.

Finanzdienstleistungsbranche soll schwarze Schafe benennen

CDU-Politiker Brinkhaus betonte, dass die Regulierung die Qualität in der Beratung steigern werde. Er kritisierte die Branche insbesondere bei ihrem Umgang mit dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG). So sei die gewünschte Zillmerung der Provisionen nicht zufriedenstellend umgesetzt worden.

„Wir können so viel regulieren, wie wir wollen, das alles wird nicht helfen, wenn nicht ein gewisser Grundethos in der Branche da ist“, sagte Brinkhaus. Er betonte die Bedeutung von Vertrauen und Moral in der Finanzdienstleistungsbranche und regte an, dass man in der Branche die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen klar benennen sollte.

Seite zwei: Praxistaugliche Umsetzung von Mifid II und IDD

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