„Fusionen unter Pools können sehr sinnvoll sein“

Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender Jung, DMS & Cie. sprach mit Cash. über Konsolidierung, Digitalisierung sowie künftige Herausforderungen und Chancen für Maklerpools und Berater.

Dr. Sebastian Grabmaier: „Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass Fusionen unter Pools sehr sinnvoll sein können, so entstand Jung, DMS & Cie. ja bekanntlich aus der Fusion von Dr. Jung & Partner, DMS und Finanzplan.“

Cash.: Der Poolmarkt hat sich in den letzten Jahren deutlich konsolidiert. Wie geht es weiter?

Grabmaier: Wir erwarten, dass sich diese Entwicklung fortsetzt. Nicht jeder Pool muss zwanghaft alle Produktgruppen oder Services abdecken, und da könnten sich komplementär aufgestellte Pools gut ergänzen oder gleich aufgestellte Pools durch gemeinsame Prozesse Synergien heben.

Könnten Kooperationen und Fusionen unter Pools also eine Antwort auf die Marktbereinigung sein?

Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass Fusionen unter Pools sehr sinnvoll sein können, so entstand Jung, DMS & Cie. ja bekanntlich aus der Fusion von Dr. Jung & Partner, DMS und Finanzplan. Später kamen mit Advisortech, Gamax und anderen kleinere Pools hinzu, womit wir in der fortschreitenden Konsolidierung eher eine Chance sehen.

Sollte ein Maklerpool eher breit aufgestellt sein oder sich spezialisieren?

Die Frage lautet nicht „Generalisierung oder Spezialisierung“, um am Markt erfolgreich zu sein. Meiner Meinung nach werden nur die Geschäftsmodelle überleben, die sich an den schnell verändernden Markt möglichst gut und schnell anpassen. Dies gilt insbesondere in den immer wichtiger werdenden Bereichen Beratungs- und Abwicklungstechnologie, für den auch immer höher werdende Anteile des Deckungsbeitrages verwendet werden (müssen).

Auf der anderen Seite benötigt eine Einkaufsgemeinschaft eine gewisse Größe, sodass es kleinere Marktteilnehmer sehr schwer haben, trotz eines gegebenenfalls zwischenzeitlich höheren Wachstums zu den Großen aufzuschließen.

Welche Herausforderungen warten 2016 auf Berater? 

Die zentrale Herausforderung für viele Berater und Vermittler wird es 2016 sein, sich nicht von den auf den Markt drängenden Fintech-Unternehmen die „Butter vom Brot nehmen“ zu lassen, sondern im Gegenteil aktiv mit einer Endkunden-App-Lösung auf ihre Kunden zuzugehen. „Staubsaugen oder gestaubsaugt werden“ könnte man dies flapsig nennen.

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Und weiter bleibt das A und O einer erfolgreichen Beratung eine umfassende fachliche Kompetenz und der Wille, wirklich auf die Wünsche und Ziele seiner Kunden einzugehen.

Seite zwei: Das Verhalten der Endkunden verändert sich

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