Anzeige
3. Januar 2017, 07:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Korrespondenzkonkurrenz: Umstrittenes BGH-Urteil

In der Assekuranz ist die Tendenz zu verzeichnen, Korrespondenz mit Maklerkunden mit Betreuungshinweisen zu garnieren, die auf AO-Vertreter hinweisen. Viele Makler sehen dies als unfreundlichen Akt – doch der Bundesgerichtshof (BGH) hat diesen Usus nun abgesegnet.

Gastbeitrag von Jürgen Evers, Kanzlei Blanke Meier Evers Rechtsanwälte

Evers Kanzlei-Blanke-Meier-Evers-1 in Korrespondenzkonkurrenz: Umstrittenes BGH-Urteil

Jürgen Evers: “Es erschließt sich nicht, warum ein Versicherer neben seinem üblichen Service-Center auch noch einen Versicherungsvertreter namentlich nennt.”

Der nicht gerade durch maklerfreundliche Urteile bekannt gewordene Wettbewerbssenat des BGH hat sich dabei unter anderem von den folgenden Erwägungen leiten lassen:

Ein Schreiben des Versicherers an maklerbetreute Kunden, in dem unter “Es betreut Sie:” ein Versicherungsvertreter mit Kontaktdaten aufgeführt werde, sei wettbewerbsrechtlich nicht zu beanstanden. Insbesondere sei nicht ersichtlich, dass der Empfängerkreis dadurch zu der Fehlvorstellung verleitet werde, nicht der Makler, sondern ausschließlich der Vertreter des Versicherers sei als Ansprechpartner zuständig.

Keine Irreführung

Auch bestehe keine Irreführung in dem Sinne, dass das Schreiben den Eindruck erwecke, die genannte Person sei als gleichwertiger Ansprechpartner neben dem Makler zuständig. Eine Irreführung ergebe sich auch nicht daraus, dass der Makler nicht zusätzlich ausdrücklich als Ansprechpartner benannt werde.

Ob ein Betreuungshinweis irreführend nach Paragraf 5 Abs. 1 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) wirke, müsse aus Sicht maklerbetreuter Kunden beurteilt werden. Für diese gebe es keinen Anlass, den Betreuungshinweis als eine Angabe zum Zuständigkeitsbereich des Maklers zu betrachten.

Es könne auch nicht angenommen werden, der Maklerkunde werde die Angaben derart auffassen, dass der Vertreter anstelle des Maklers für die Betreuung maßgeblich und der Makler nicht (mehr) zuständig sei.

Betreuungshinweise als übliche und sinnvolle Praxis

Betreuungshinweise seien eine in der Korrespondenz mit Kunden übliche und auch sinnvolle Praxis. Dass Dienstleistungsunternehmen bei der Kommunikation mit Kunden regelmäßig zuständige Mitarbeiter und deren Kontaktdaten aufführten, sei eine gängige Methode. Dies fördere die Kundenbindung und vermeide den Eindruck einer anonymen und unpersönlichen Sachbearbeitung. Zudem werde eine direkte Kontaktaufnahme möglich, die keiner weiteren Zuständigkeitsklärung bedürfe. Dies liege im Interesse des Kunden.

Seite zwei: Makler im Anschriftenfeld ausdrücklich genannt

Weiter lesen: 1 2 3

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Klar, die Versichererlobby hat Ihr Geld zu Recht verdient.
    Dummerweise gegen die Interessen der Kunden, dass bedeutet aber noch lange nicht, dass der Verbraucherschutz die Stimme erhebt!

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 4. Januar 2017 @ 14:44

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Jeden vierten Tag ein neues Fintech

Die Fintech-Szene in Deutschland wächst weiter – und sammelt so viel Risikokapital ein wie noch nie. 793 Startups aus dem Finanzbereich gibt es aktuell. Mit 778 Millionen Euro haben sie in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 bereits mehr Venture Capital eingesammelt als im gesamten Jahr 2017 mit 713 Millionen Euro. Und das Tempo der Neugründungen hält weiter an, bestätigt eine Fintech-Studie von Comdirect.

mehr ...

Immobilien

Trendwende oder nur ein Ausreißer? Darlehenshöhe wieder rückläufig

Die Nachfrage nach Baufinanzierungen ist anhaltend hoch. Nach den Ergebnissen des Dr. Klein Trendindikators ist die durchschnittliche Kredithöhe im Monat September leicht gesunken. Die Standardrate für ein Darlehen erreichte den niedrigsten Wert seit März 2017. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, kommentiert die Ergebnisse.

mehr ...

Investmentfonds

Zweijährige US-Staatsanleihen erreichen Zehnjahres-Hoch

US-Anleihen haben diese Woche ein neues Rendite-Hoch erreicht. Das hat mindestens zwei Ursachen. Damit gibt es für US-Anleger wieder eine sichere Alternative zu den Aktienmärkten, die kein Verzicht auf Renditen bedeutet. Für deutsche Anleger sind US-Anleihen aber keine lohnende Anlage.

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...