20. Dezember 2017, 13:35
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BFH-Urteil: Forderungsausfall muss steuerlich berücksichtigt werden

Der Bundesfinanzhof (BFH) macht enttäuschten Gläubigern das Leben ein bisschen leichter: Wer sein Geld nicht zurückbekommt, muss weniger Einkommensteuer zahlen. Bisher mussten Gläubiger für verliehenes Geld auch dann Steuern zahlen, wenn die Schuldner nichts oder nur einen Teil zurückgezahlt hatten.

BFH-Urteil: Forderungsausfall muss steuerlich berücksichtigt werden

Nach Ansicht des BFH führt der endgültige Ausfall einer Kapitalforderung nach Einführung der Abgeltungsteuer zu einem steuerlich anzuerkennenden Verlust in der privaten Vermögenssphäre.

Der endgültige Ausfall einer Kapitalforderung führt zu einem Verlust, der vom Finanzamt steuerlich berücksichtigt werden muss, hat Deutschlands höchstes Finanzgericht entschieden. Damit beschreitet der BFH Neuland.

Bisher fanden sich Gläubiger steuerlich in einer unerfreulichen Lage, wenn ihre Schuldner nicht mehr zahlten: Sie mussten für verliehenes Geld Steuern berappen – auch wenn die Schuldner nichts oder nur einen Teil zurückgezahlt hatten.

Im konkreten Fall hatte ein Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen im Jahr 2010 gut 24.000 Euro gegen fünf Prozent Zinsen verliehen. Der Schuldner hatte mehr als 19.000 Euro nicht zurückgezahlt und schließlich Insolvenz angemeldet.

Finanzämter müssen umdenken

Das örtliche Finanzamt hatte die 19.000 Euro Einbuße nicht als Verlust anerkannt, das Ehepaar zog vor Gericht und hatte nun in der letzten Instanz Erfolg.

Nun müssen die Finanzämter umdenken. Laut BFH hat sich die Rechtslage mit der Einführung der Abgeltungssteuer 2009 geändert. Denn gemäß dem Urteil gilt seither die früher übliche Trennung von Vermögen und Gewinnen bei der Versteuerung von Kapitalerträgen nicht mehr.

Laut BFH müssen die Finanzämter nicht zurückgezahlte faule Kredite steuerlich ebenso anerkennen wie Verluste beim Verkauf von Forderungen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Überschussbeteiligungen: „So aussagekräftig wie die Abgaswerte der vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeuge“

Der Bund der Versicherten übt einmal mehr harsche Kritik an der Praxis der Überschussdeklaration der Lebensversicherer. Diese seien so aussagekräftig wie die Angabe der Abgaswerte der vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeuge. Und spricht von gezielter Irreführung und Intransparenz.

mehr ...

Immobilien

Auch ohne Eigenkapital zum Traumhaus?

Noch nie waren die Zinsen so niedrig wie zurzeit und viele Deutsche möchten sich die günstigen Konditionen sichern – auch ohne Eigenkapital. Doch so verlockend eine Vollfinanzierung klingt, zukünftige Eigenheimbesitzer müssen bei dieser Variante auch die Nachteile berücksichtigen.

mehr ...

Investmentfonds

Banken: “Kein massiver Verkauf von Kryptowerten an Kunden”

Vor wenigen Tagen wurden im Zuge des Umsetzungsgesetzes der 4. Geldwäscherichtlinie auch Maßnahmen zur Regulierung von Krypto-Geschäften durch den Bundesrat beschlossen. Im Kreditwesengesetz (KWG) ist nun das neue Finanzinstrument „Kryptowert“ definiert, gleichzeitig wurde ebenfalls als neue Finanzdienstleistung die Kryptowerte-Verwahrung in das Gesetz aufgenommen. Krypto-Verwahrer benötigen eine Bafin-Lizenz und müssen ihre Kunden nach dem Geldwäschegesetz so identifizieren, wie dies auch Banken tun. Nicht jede Bank wird sich in neues Geschäftsfeld trauen.

mehr ...

Berater

Warum Chefs Kritiker schätzen sollten

Mitarbeiter, die ihre Vorgesetzten infrage stellen, gelten schnell als Nörgler und damit als unangenehm. Chefs sollten unbequeme Menschen als potenzielle Verbesserer sehen. Nela Novakovic nennt drei gute Gründe dafür.

mehr ...

Sachwertanlagen

Wealthcap erwirbt Mixed-Use-Immobilie in Dresdner Zentrum

Der Asset Manager Wealthcap hat die gemischt genutzte Immobilie „Haus am Postplatz” in Dresden mit einer Gesamtmietfläche von mehr als 18.000 Quadratmetern erworben.

mehr ...

Recht

Neues Urteil: Vorsicht bei “Service Calls”

“Service Calls“ eines Versicherungsmaklers können unzulässige Werbung sein. Auf ein entsprechendes Urteil des OLG Düsseldorf vom 19. September 2019 (Az.: 15 U 37/19) hat nun die Rechtsanwaltskanzlei Wirth hingewiesen.

mehr ...