21. Februar 2017, 09:21
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“Wettbewerb zwischen Honorar und Provision ist der beste Verbraucherschutz”

Wettbewerb zwischen Honorar und Provision ist der beste Verbraucherschutz

Kai Drabe: “Im Gegensatz zu Großbritannien hat sich Deutschland ausdrücklich zur wettbewerblichen Koexistenz von Honorar und Provision entschieden.”

Vor vier Jahren trat in Großbritannien die “Retail Distribution Review” (RDR) in Kraft, die Provisionen für die Vermittlung von Vorsorgeprodukten und Investmentfonds untersagt. Sollte Großbritannien hier als Vorbild für Deutschland dienen?

Drabe: Im Gegensatz zu Großbritannien hat sich Deutschland ja ausdrücklich zur wettbewerblichen Koexistenz von Honorar und Provision entschieden. Das ist marktwirtschaftlich ein starkes Argument und mit Sicherheit auch aus Sicht des Verbraucherschutzes sinnvoll, denn Wettbewerb ist in einer Marktwirtschaft stets der beste Verbraucherschutz.

Es sollte lediglich sichergestellt werden, dass der Kunde in einem Honorar-Provision-Mischmodell nicht übervorteilt werden kann. Insofern könnte es also durchaus sein, dass wir uns diese Frage in einigen Jahren vielleicht eher umgekehrt stellen müssen.

Wie wird sich die Honorarberatung hierzulande in den nächsten fünf bis zehn Jahren entwickeln?

Niklas: Wir sind optimistisch, dass sich – eine fortlaufende Koexistenz von Provision und Honorarberatung unterstellt – in fünf bis zehn Jahren der Anteil der Honorarberatung auch in Deutschland auf 15 bis 20 Prozent erhöhen kann.

Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung der Honorarberatung in Deutschland sollte vor allen Dingen der Kunde im Mittelpunkt stehen – denn genau auf dessen Nachfrageverhalten kommt es im Wettbewerb ja an.

Fakt ist: Die Honorarberatung wird von den Kunden nachgefragt und scheint im Hinblick auf den aktuellen Entwicklungsstand recht unbestreitbar ein klassisches Wachstumsmodell.

Interview: Julia Böhne

Fotos: Bundesinitiative der Honorarberater

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