Anzeige
1. September 2017, 07:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Infinus: Kommt es zur Wende im Strafverfahren?

Das Finanzamt (FA) Dresden vertritt laut dem Insolvenzverwalter der Infinus-Gruppe die Ansicht, deren Geschäftsmodell sei “aus fiskalischer Sicht tragfähig” gewesen. Das könnte Auswirkungen auf den Infinus-Prozess am Landgericht (LG) Dresden haben.

Infinus: Kommt es zur Wende im Strafverfahren?

Das Strafverfahren am LG Dresden gegen den Infinus-Gründer sowie fünf weitere Manager der Gruppe läuft seit November 2015.

Der Insolvenzverwalter der Muttergesellschaft des Infinus-Konzerns Future Business (Fubus) Bruno Kübler hat in seinem Zwischenbericht geschrieben, dass das FA Dresden seine vormalige Rechtsauffassung revidiert habe. Das berichtet die Sächsische Zeitung (SZ).

Demnach habe das FA beschlossen, dass das Infinus-Geschäftsmodell “aus fiskalischer Sicht tragfähig” sei und daher bei den Steuererklärungen kein Korrekturbedarf bestehe. Wie die Staatanwaltschaft hält laut SZ auch Insolvenzverwalter Kübler die Infinus-Bilanzen der Jahre 2009 bis 2012 für falsch. Er erwarte nun einen langwierigen Rechtsstreit mit der Finanzbehörde.

Staatsanwaltschaft: FA-Vorgehen hat keine Auswirkungen auf Prozess

FA-Leiter Reinhard Göllner äußerte gegenüber der Zeitung, dass er die Behauptung Küblers nicht ganz einordnen könne, man sei nich in der Findung. Da der Infinus-Fall von “herausragender Bedeutung” sei, stimme man sich herzu mit den übergeordneten Behörden ab. Weder das  Landesamt für Steuern und Finanzen noch das sächsische Finanzministerium wollten sich gegenüber der SZ äußern.

Die Staatsanwaltschaft zeigte sich indes auskunftsfreudiger und teilte mit, dass das “Vorgehen des Finanzamts” keine Bedeutung für das Strafverfahren habe. Die Aussage, dass das Geschäftsmodell aus fiskalische Sicht tragfähig sei, bedeute wohl nur, dass “man freiwillig erst einmal keine Steuern zurückzahlen und lieber den Ausgang des Strafverfahrens abwarten will”.

Im seit November 2015 laufenden Strafverfahren sind der Infinus-Gründer sowie fünf weitere Manager der Gruppe wegen bandenmäßigen Betrugs in besonders schwerem Fall und Kapitalanlagebetrugs angeklagt. Sie sollen Zehntausende Anleger um Hunderte Millionen Euro betrogen haben. Der Finanzskandal war im November 2013 bekannt geworden. (jb)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema:

Insolvenzverwalter der Infinus-Mutter geht leer aus

BGH weist erneute Anleger-Klage gegen Vermittler ab

Infinus-Prozess: Verteidiger wollen 22.000 Anleger als Zeugen hören

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Blockchain: (Noch) keine Priorität bei den Versicherern

Bei 68 Prozent der deutschen Finanzdienstleister räumen dem Thema Blockchain derzeit noch keine große Priorität ein. Viele Banken, Versicherer und Asset Manager wollen erst einmal abwarten, was die Konkurrenz macht, zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter den Führungskräften von 300 Banken, Versicherern und Vermögensverwaltern.

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilien: Nachfrage im im Osten so hoch wie nie

Wohneigentum ist in Ostdeutschland aktuell so gefragt wie nie zuvor. Neben klassischen Selbstnutzern bringt die Niedrigzinsphase laut der Landesbausparkasse (LBS) auch immer mehr Investoren dazu, nach sicheren Anlagen auf dem Immobilienmarkt zu suchen.

mehr ...

Investmentfonds

Gedämpfter Optimismus in China

Das Vertrauen in das chinesische Wachstum schrumpft, ein Grund dafür ist der Handelskrieg, der von US-Präsident Donald Trump ausgeht. Doch der Konflikt könnte die Entwicklung des Landes und seines Marktes durchaus auch positiv beeinflussen.

mehr ...

Berater

Roboadvisor in der Anlageberatung – Sie werden immer besser

Robo-Advisor von Fintech-Unternehmen oder Banken sollen die Anlageberatung beleben und Privatkunden eine komfortable Hilfe bei der Geldanlage bieten. Wie gut die digitalen Helfer sind, zeigt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ), das im Auftrag des Nachrichtensenders n-t 17 Robo-Advisor-Lösungen von 15 Anbietern unter die Lupe genommen hat.

mehr ...

Sachwertanlagen

Fondsbörse warnt erneut vor “Lockangebot”

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG entrüstet sich erneut über ein Angebot, wonach den Anlegern der Kauf ihrer Fondsanteile weit unter dem Zweitmarktkurs angeboten wird. In diesem Fall ist die Diskrepanz besonders groß.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...