10. Januar 2017, 07:30
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Regulierung made in UK: Vorbild für den deutschen Vermittlermarkt?

Interessanterweise ist die Zahl der IFAs in Folge von RDR aber nicht zurückgegangen – das befürchtete große “Vermittlersterben” ist also ausgeblieben. Auf der Anbieterseite entfallen dafür heute drei Viertel des Lebensversicherungsumsatzes auf fünf Anbieter im sogenannten WRAP-Geschäft, bei dem das Portfolio eines Kunden gegen eine festgelegte Gebühr auf einer Plattform verwaltet wird.

Profitableres Geschäft für Vermittler

Für Vermittler in Großbritannien ist das Geschäft vielschichtiger, aber profitabler geworden. Nach Untersuchungen von Standard Life sind die durchschnittlichen Einnahmen einer Vermittlerfirma von £ 317.400 im Jahr 2009 auf £ 486.000 2014 gewachsen – eine Steigerung von über 50 Prozent in fünf Jahren.

Auch die Art der Vergütung hat sich verändert: Machten früher Provisionen der Anbieter den Löwenanteil aus, so erhalten Berater heute Honorare vom Kunden, Gebühren von Plattformen sowie Courtagen auf den Bestand.

RDR führte zu Verbesserung in der Beratung

Mit RDR einhergegangen ist auch eine Verbesserung in der Beratung: Bereits ein halbes Jahr nach dem Start hatten 97 Prozent der britischen Finanzberater den von der FCA gewünschten Stand der Qualifikation erreicht. Der Schlüssel zum Erfolg war (und ist) der Dreisatz aus Professionalisierung, Qualifizierung und Entwicklung vom Verkäufer zum Berater

Ein typischer Beratungsprozess ist mittlerweile ein klar strukturierter Vorgang, der sich in fünf Schritte unterteilt – vom ersten Kennenlernen mit dem Kunden über das Erkunden seiner Ziele und Wünsche, den Vorschlag für die Anlagestrategie und die Umsetzung desselben bis zur regelmäßigen Überprüfung des implementierten Portfolios.

Seite drei: Trend zu mehr Regulierung und Automatisierung

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2 Kommentare

  1. Guten Morgen, mein Vorredner hat leider recht. Den vermögenden Kunden ist damit sicher geholfen. Aber die breite Masse werden die Verlierer sein. Wenn ich dann als Kunde nur noch die Möglichkeit habe über das Internet abzuschließen, werde ich vermutlich keine Verträge abschließen. Das größte Problem sehe ich darin, dass der Kunde nicht mal weiß welchen Versicherungsbedarf er hat. Was sichere ich wie ab? Dazu kommt das oft kleine Bausteine in den Verträgen vorhanden sein müssen. Nur wenn ich nicht weiß dass es diese gibt werde ich das als Kunde niemals abschließen. Als Beispiel ist hier der Forderungsausfall in der Privathaftpflicht genannt. Wer hilft mir bei einem Schaden? Mein Handy?
    Wir sind auf einem sehr guten Weg uns zu überregulieren. Bei den Immobiliendarlehen ist das schon passiert.

    Zitat:
    Ein typischer Beratungsprozess ist mittlerweile ein klar strukturierter Vorgang, der sich in fünf Schritte unterteilt – vom ersten Kennenlernen mit dem Kunden über das Erkunden seiner Ziele und Wünsche, den Vorschlag für die Anlagestrategie und die Umsetzung desselben bis zur regelmäßigen Überprüfung des implementierten Portfolios.

    Ich bin über 10 Jahre Versicherungsmakler und habe noch nie anders beraten. Bei einem guten Makler gibt es keinen Abschluss beim ersten Treffen. Wäre es nicht sinnvoller die Bürger zu fragen was ihnen lieber ist? Aufklärung tut bei uns genauso not. Die Bürger kennen den Unterschied zwischen einem Ausschließlichkeitsvertreter einer Bank/Versicherung und einem Makler nicht. Wer haftet wann und für was? Warum gilt eine Maklervollmacht über den Tod hinaus? Hier wäre der richtige Ansatzpunkt in Ihrer Arbeit mehr aufzuklären.

    Kommentar von Harald Padöller — 12. Januar 2017 @ 10:00

  2. Lieber Journalist, was bitte schön ist daran positiv, wenn man 140000 (70% der Vermittler) Vermittler und deren Familien um ihre Existenz bringt, um vermögenden Kunden einen Gefallen zu tun, die auch vorher sicher schon Honorarberater hatten?!
    Weiterhin viele Verbraucher vom Markt ausschliesst, weil sie kein Geld dafür aufwenden können. Wir sehen aktuell, was die Wohnimmobilienkreditrichtlinie mit alten und jungen Kunden verusacht, die ebenfalls per Dekret vom Markt verbannt wurden. Sorry, auch wenn ich selbst mich zu den Profiteuren zählen würde, glaube ich nicht an die Zeilerreichung des Ganzen

    Kommentar von Heinz-Bert Müssig — 10. Januar 2017 @ 18:34

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