15. Dezember 2016, 11:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IDD: GDV warnt vor Provisionsverbot “durch die Hintertür”

Die Umsetzung der IDD sei eine “regulatorische Bewährungsprobe für den Vertrieb der Zukunft”, schreibt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) in seiner neuesten Kolumne.

IDD: GDV warnt vor Provisionsverbot durch die Hintertür

Jörg von Fürstenwerth: “Nun gilt es das richtige Händchen zu haben: für Rahmenbedingungen, die Verbraucherschutz gewährleisten, Bewährtes erhalten und gleichzeitig Raum für Innovationen lassen. “

Der Gesetzentwurf setze viele richtige Schwerpunkte, so von Fürstenwerth. Gleichzeitig gelte es nun “das richtige Händchen” zu haben, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die gleichzeitig die Verbraucher schützen und die künftige Entwicklung Branche nicht blockieren.

GDV: IDD bremst Chancen der Digitalisierung aus

Probleme sieht der GDV-Repräsentant im Hinblick auf die Digitalisierung . “Wer selbst recherchiert, sich informiert und allein entscheiden will, wer den Klick auf einer Website einem Beratungsgespräch vorzieht, erwartet erfahrungsgemäß etwas ganz anderes als der, der sich individuelle beraten lassen will”, meint von Fürstenwerth.

Der IDD-Entwurf werde dieser Entwicklung nicht gerecht. Gleiches gelte für den Fall, wenn ein Kunde sich für einen Makler oder Honorarberater entschieden habe. Eine zusätzliche Beratung durch den Versicherer sei dann weder notwendig noch praktisch durchführbar.

Nebeneinander der Vergütungsformen erhalten

Der GDV begrüßt demnach, dass die IDD das Nebeneinander von Provisionsvertrieb und Honorarberatung erhalten will. Wichtig sei es darüber hinaus sicherzustellen, dass Kunden wissen, wen sie vor sich haben und nicht doppelt zahlen.

Dass provisionsvergütete Vermittler dem Gesetzesentwurf zufolge keine zusätzliche Vergütung von Kunden verlangen dürfen und Honorarberater sich ausschließlich von Kunden vergüten lassen dürfen, sei daher gut. Dennoch gebe es in Einzelheiten Klärungs- und Nachbesserungsbedarf. So sollte der Rolle des Maklers als Sachwalter des Kunden besser Rechnung getragen werden.

Eiopa-Regelungen könnten zu Provisionsverbot führen

Die enge Orientierung am europäischen Richtlinientext wird vom GDV begrüßt. Dieses Vorgehen sollte auch auf die Entwicklung der delegierten Rechtsakte durch die europäische Aufsichtsbehörde Eiopa übertragen werden, empfiehlt der GDV-Repräsentant.

Die ersten Entwürfe gehen demnach in die entgegen gesetzte Richtung: Sie würden nach Ansicht des GDV zu einem faktischen Verbot provisionsbasierter Beratung durch die Hintertür führen. Und das obwohl die EU-Richtlinie Provisionen explizit erlaube.

Der Versicherungsvertrieb stehe vor “größeren Herausforderungen denn je”, so von Fürstenwerth. Die regulatorische Grundlage spiele bei der Bewältigung eine entscheidende Rolle. (jb)

Foto: GDV

1 Kommentar

  1. “Wer selbst recherchiert, sich informiert und allein entscheiden will, wer den Klick auf einer Website einem Beratungsgespräch vorzieht, erwartet erfahrungsgemäß etwas ganz anderes als der, der sich individuelle beraten lassen will”

    Wie sieht die Realität aus: Interessent lässt sich von mir beraten und schließt dann über die Website ab.
    Das nenne ich Beratungsdiebstahl!
    Wie blauäugig sind wir denn alle?

    Kommentar von KoSeRa — 18. Dezember 2016 @ 17:34

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Baloise mit Plug and Play am Puls der Innovation

Baloise startet eine Kooperation mit dem weltweit grössten Accelerator “Plug and Play”. Damit sichert sich die Baloise weltweiten Zugang zu vielversprechenden Startups. Die Zusammenarbeit mit Plug and Play zielt zudem auf den weiteren Ausbau der Partnerschaften innerhalb der bestehenden Ökosystem-Netzwerke.

mehr ...

Immobilien

Gehwegsanierung: Wer muss was bezahlen?

Schön, wenn die Gemeinde den Bürgersteig vor dem Haus neu teert oder pflastert. Gar nicht schön, wenn dann eine Rechnung im fünfstelligen Bereich ins Haus flattert. Müssen die Hausbesitzer bzw. die Anwohner die Kosten übernehmen? 

mehr ...

Investmentfonds

Aquila Capitals nachhaltige Investment-Strategie bestätigt

Aquila Capital hat seinen Status als führender Anbieter nachhaltiger Investmentlösungen in einer aktuellen Analyse von GRESB bestätigt. Die Ergebnisse unterstreichen die weit überdurchschnittliche Leistung im Vergleich zu Wettbewerbern und das Engagement des Unternehmens im Bereich Nachhaltigkeit und Transparenz für Anleger.

mehr ...

Berater

Nach Ausstieg: Kein Anrecht auf Bestandsübertragung

Regulation und digitaler Wandel verändern die Versicherungsbranche rasant. Vor diesem Hintergrund überprüft das Gros der Vermittler die eigene unternehmerische Ausrichtung. Eine Folge sind zunehmende Zahlen registrierter Versicherungsmakler. Doch was passiert mit dem Bestand? Ein Kommentar von Alexander Retsch, Syndikusanwalt der vfm Gruppe.

mehr ...

Recht

Parkverbot auf schmalen Straßen auch ohne Verbotsschild

Ist eine Straße schmaler als 5,50 Meter, darf in der Regel auch gegenüber einer Grundstückseinfahrt nicht geparkt werden. Die Württembergische Versicherung, ein Unternehmen der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W), weist auf ein aktuelles Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes (3 C 7.17) hin, aus dem sich dieser Orientierungswert ergibt.

mehr ...