Regelmäßig Unternehmensstrategie prüfen – ein Muss für Finanzdienstleister

„Nichts ist älter als die Zeitung von gestern“, sagte man früher. Heute reden wir bei News eher von einem Verfallsrhythmus von Minuten bis Stunden. Und genauso geht es auf den Märkten der Finanzdienstleister heute zu.

Gastbeitrag von Thorsten Beckmann, achtung! Gmbh

Thorsten Beckmann: „Strategisch zu arbeiten bedeutet, starke Leitplanken zu entwickeln, die den Weg in die Zukunft absichern.“

In Zeiten disruptiver Technologien, schneller Fintechs und Securetechs, in Zeiten von Negativ-Zinsangeboten, mit denen schier verzweifelt auf Kundenfang gegangen wird und in Zeiten immer neuer ICOs mit tausenden verschiedener Alt-Coins scheint hier zu gelten: Nichts ist älter als die Unternehmensstrategie von gestern.

Und liegt das nicht im Konzept selbst begründet? Denn klassischer Weise wird unter „Unternehmensstrategie“ ein langfristiger, oft mehrjähriger, Plan zur Umsetzung einer unternehmerischen Vision verstanden.

Was aber in Zeiten ständigen Wandels und disruptiver Entwicklungen auf den Märkten? Da wird jede bisher auch noch so erfolgreiche Strategie rasch veraltet sein.

Zwischen Aktionismus und Resignation

Wie reagieren Unternehmen darauf? Erfahrungsgemäß analysieren größere Konzerne in den jährlichen Planungsmarathons große Mengen an Markt- und Entwicklungsdaten – doch hat sich so mancher beim Data Mining schon vergraben.

Kleinst- und Kleinunternehmen hingegen haben oft jegliche Strategieüberprüfung aufgegeben und versuchen, den Wellen der Marktentwicklungen einfach hinterherzuschwimmen: survival of the fittest – der am besten Angepasste überlebt.

Und andere versuchen sich an „Strategy by Helicopter“: Alle paar Monate schwirrt eine hochrangige Führungskraft oder ein teurer Berater ein, macht eine Menge Lärm, wirbelt alles auf und um, hebt anschließend zu neuen Horizonten ab, hinterlässt eine Menge warmer Luft – und eine einigermaßen orientierungslose Mannschaft.

Strategisches Handeln ist aktiv, nicht reaktiv

Jetzt könnte man glauben, der richtige Zeitpunkt zur Überprüfung der aktuellen eigenen Unternehmensstrategie ist immer dann gekommen, wenn sich bahnbrechende Änderungen auf den Märkten abzeichnen, wenn Kundenströme sich „plötzlich“ anders verhalten, wenn Ergebnisse einbrechen oder etwa durch Mergers & Acquisitions neue Big Player auftreten.

Das ist aber eine reaktive Herangehensweise, die meistens viel zu spät kommt! Und der eigentlichen Aufgabe einer aktiven Strategiefindung nicht gerecht wird.

Gerade kleinere Unternehmen warten mit der Überprüfung und Adaption ihrer Strategie oft zu lange ab, auch der normativen Kraft des Faktischen geschuldet: Wenn ich täglich an der Vertriebsfront kämpfe oder Wachstumsschmerzen beim Aufbau der Mannschaft und der Kundenbasis bekämpfe, finde ich womöglich zu wenig Zeit oder Fokus für die regelmäßige strategische Überprüfung.

Seite zwei: Strategie jährlich überprüfen

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