AfW-Hauptstadtgipfel führt Politik und Branche zusammen

Die Honorarberatung will Sieling noch weiterentwickeln. „Wir brauchen ein Berufsbild für den Honorarberater und wir treten für eine verpflichtende Darstellung von Nettotarifen ein“, so der SPD-Politiker. Wenn Transparenz bei Vertriebs- und Produktkosten und somit Konkurrenzfähigkeit gegenüber der Provisionsberatung geschaffen sei, solle der Markt entscheiden.

Ein Provisionsverbot, das seine Partei zu keiner Zeit vertreten habe, sei ausdrücklich nicht geplant. Provisions- und Honorarberatung sollen nebeneinander existieren können. Dies auch personell trennen zu müssen, sei womöglich wenig wirklichkeitsnah und unpraktisch. „Wenn die Vergütungsmodelle transparent sind, verliert die Forderung nach einer Begrenzung der Provisionen jede Relevanz“, so Sieling.

FDP: „Finanztransaktionssteuer ist Mist“

Als zweiter Gastredner aus der Politik thematisierte Dr. Volker Wissing, ehemaliger finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, die Finanztransaktionssteuer ein. Die Pläne zur Einführung einer solchen Steuer bezeichnete er als „Mist“.

„Die private Altersvorsorge fördern und sie dann im bestehenden Niedrigzinsumfeld auch noch besteuern zu wollen, ist ein logischer Bruch“, so Wissing. Die Finanztransaktionssteuer sei auch kein Instrument der Marktregulierung. Kleinsparer, Altersvorsorge und die Realwirtschaft wie die Mittelständler sollten in jedem Falle ausgenommen werden von einer zusätzlichen Belastung.

„Ausnahmen mit einer Finanztransaktionssteuer etwa für Riester-Produkte sind jedoch extrem schwierig umzusetzen. Man landet damit sehr schnell bei einer staatlichen Einheitsvorsorge, weil so Anreize geschaffen werden, dass alle Anbieter ihre Produkte umdeklarieren“, sagte Wissing.

Mit Blick auf die aktuelle politische Situation in Deutschland prophezeite der FDP-Politiker, es bleibe in jedem Fall spannend. 2017 will Wissing mit der FDP wieder in den Bundestag einziehen. Aufgrund der laufenden Koalitionsverhandlungen hatte Klaus-Peter Flosbach (CDU), MdB und finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion kurzfristig den AfW-Hauptstadtgipfel abgesagt.

Konstruktive Atmosphäre in kleiner Runde

„In kleiner Runde und in sehr konstruktiver Atmosphäre mit den entscheidenden Politikern zu diskutieren, ist ein Gewinn für beide Seiten“, beschreibt Politikvorstand Frank Rottenbacher das Ziel der AfW-Hauptstadtgipfel.

Weitere Programmpunkte des AfW-Hauptstadtgipfels waren Vorträge von Eric Romba (Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen) zur Umsetzung der AIFM-Richtlinie und Ronald Perschke (Going Public-Akademie) zum Paragrafen 34f der Gewerbeordnung. (jb)

 

Foto: Oliver Lepold

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