VGF: 143 ?relevante Anbieter?

Der Verband geschlossene Fonds (VGF), Berlin, hat erstmals eigene Marktdaten zu den Platzierungsergebnissen des Vorjahres erhoben und dabei 143 ?relevante Anbieter? geschlossener Fonds ausgemacht. Dazu zählt der Verband jene Unternehmen, die in den vergangenen drei Jahren kumuliert mindestens fünf Millionen Euro Eigenkapital und 2008 wenigstens einen Fonds platziert haben.

Geschlossene Fonds seien wesentlich durch eine professionelle Anlegerverwaltung und ein professionelles Assetmanagement charakterisiert, so die Begründung für die Abgrenzung. ?Das setzt eine gewisse Dauerhaftigkeit in der Marktpräsenz voraus?, sagte der VGF-Vorsitzende Oliver Porr bei der Vorstellung der Zahlen. Nicht berücksichtigt worden seien zum Beispiel ?Nachbarschaftsmodelle?, womit lokal angebotene Fonds, etwa aus den Branchen Solar- oder Windenergie, gemeint sind. Die eigenen Mitglieder stuft der Verband automatisch als relevant ein, auch wenn sie ? wie fünf von ihnen ? 2008 keinen Fonds in der Platzierung hatten.

Antworten von 93 Initiatoren

Inklusive der fünf Mitglieder ohne Neugeschäft haben 93 der 143 ?relevanten Anbieter? dem VGF ihre Ergebnisse genannt, also nicht nur die 44 im Verband organisierten Emissionshäuser. Gemessen an den (von der Agentur Feri teilweise geschätzten) Ergebnissen des Vorjahres repräsentieren sie etwa 88 Prozent des Marktvolumens und bilden die Basis für die ?offiziellen Marktzahlen?, wie der VGF seine Erhebung nennt. Schätzungen oder Hochrechnungen hat der Verband weder für die verbleibenden 50 ?relevanten Anbieter? noch für die ?Nachbarschaftsmodelle? und ähnliches vorgenommen.

Auf dieser Basis ist das Platzierungsvolumen 2008 gegenüber dem Vorjahr um 25,3 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro Eigenkapital eingebrochen. Die größten Branchen Schiffsbeteiligungen (2,5 Milliarden Euro Eigenkapital in 2008), Ausland-Immobilienfonds (2,2 Milliarden Euro) und Inlands-Immobilien (0,8 Milliarden Euro) mussten mit Rückgängen zwischen 22,4 und 26,5 Prozent in der gleichen Größenordnung Federn lassen. Über die Hälfte des Platzierungsvolumens büßten Lebensversicherungs- und Private-Equity-Fonds ein, deutlich zugelegt haben hingegen Energie- und Flugzeugfonds.

Steigende Tendenz im November und Dezember

Daneben hat der Verband weitere Daten erhoben, etwa zur zeitlichen Verteilung der Platzierungen, der Anlegerstruktur und den Vertriebswegen. Überraschend: Das Platzierungsvolumen ist demnach im Oktober zwar gegenüber dem Durchschnitt von Juni bis September um 50 Prozent eingebrochen, im November und Dezember aber wieder um jeweils etwa zehn Prozent gestiegen. Dabei hat sich vor allem der freie Vertrieb als stabil erwiesen, während die Banken in Schockstarre verharrten.

Ab Mitte Februar will der VGF die Daten über ein internet-basiertes Analysetool zugänglich machen, das auch eigene Berechnungen durch die User ermöglicht. Für Verbandsmitglieder ist die Nutzung kostenlos, Nicht-Mitglieder zahlen 150 Euro pro Jahr. (sl)

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