„Wette auf das lange Leben statt das pünktliche Sterben“

cash-online: Im Gegensatz zu den US-Lebensversicherungsfonds des Zweitmarktes hat der Anleger bei dem neuen Produkt also ein Interesse daran, dass der Begünstigte möglichst lange lebt. Kommt dieses Konzept besser an?

Laumont: Sicherlich wettet man lieber auf das lange Leben als das pünktliche Sterben, wobei die Investoren mit der ethischen Komponente eines Lebensversicherungszweitmarktfonds schon lange kein Problem mehr haben. Entscheidender dürfte eine weitere Sicherheitskomponente sein, die sich in dem Fondskonzept wiederfindet. Selbst wenn die Begünstigten sechseinhalb Mal schneller versterben als wir es erwarten, hat der Anleger immer noch sein Investment zurückerhalten, versterben die Forderungsinhaber drei Mal schneller, bleibt immerhin noch eine Nachsteuerrendite zwischen fünf und sechs Prozent beim aktuellen Spitzensteuersatz.

cash-online: Blind-Pool-Konzepte kommen bei Anlegern derzeit nicht gut an. Stehen alle Forderungen bereits fest, in die der LebensWert 1 investiert?

Laumont: Wir haben uns vor einiger Zeit ein Startportfolio mit einem Kaufpreis von rund 10,7 Millionen US-Dollar reservieren lassen, das wir bis Ende Dezember auf jeden Fall erwerben, weil wir für den Fonds mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 18,75 Millionen US-Dollar und einem Eigenkapitalanteil von 15 Millionen US-Dollar eine Platzierungsgarantie gegeben haben, die bis Mitte 2010 läuft. Anders als zum Zeitpunkt der Prospekterstellung stehen auch die Forderungen eines weiteren kleineren Portfolios mit einem Volumen von 4,3 Millionen US-Dollar fest, das wir ebenfalls zeitnah kaufen werden. Der LebensWert 1 ist also kein Blind-Pool.

cash-online: Die Vorgängerunternehmen von Wealth Cap haben seit dem Jahr 2003 insgesamt vier Fonds auf den Markt gebracht, die in Portfolios mit US-amerikanischen Lebensversicherungspolicen investieren. Kehren Sie diesem Geschäftsfeld nun den Rücken?

Laumont: Nein. Wir haben nur eine weitere Anlageklasse dazu genommen, keine der bestehenden aufgegeben. Wenn sich der Markt auf dem derzeitigen Niveau weiterentwickelt, rechne ich jedoch frühestens Anfang des Jahres 2011 mit einem neuen Policenfonds.

cash-online: Wie haben sich die bisherigen US-Lebensversicherungszweitmarktfonds entwickelt?

Laumont: Obgleich wir bei den ersten beiden Fonds etwas hinter den Prognoseberechnungen zurückbleiben, haben wir Ausschüttungen in Höhe von 13 beziehungsweise 18 Prozent geleistet und bei dem dritten Beteiligungsangebot liegen wir über Plan. Was den vierten Fonds anbelangt, befinden wir uns gerade in der Investitionsphase.

cash-online: Welche Produkte kann der Markt von WealthCap im ersten Halbjahr 2010 erwarten?

Laumont: Für das zweite Quartal planen wir, das Nachfolgeprodukt LebensWert 2 aufzulegen, sowie ein Zweitmarktprodukt, ein Private-Equity-Produkt mit Garantiekomponente, eine Photovoltaik-Offerte und schließlich einen Deutschland-Immobilienfonds.

Interview: Andreas Friedemann

Foto: Wealth Cap

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