Investitionsquoten: Gut aussehen alleine reicht nicht!

Anleger sollten sich von hohen Investitionsquoten nicht blenden lassen, denn auch bei geschlossenen Fonds gilt: Abgerechnet wird zum Schluss.

Gastkommentar: Malte Hartwieg, Geschäftsführer Dima 24.de

Malte_Hartwieg_kleinInvestmentfonds, Aktien oder Anleihen: Geldanlageprodukte sind immer mit Kosten verbunden, wie eine Ausgabeaufschlag oder eine Ordergebühr. Bei geschlossenen Fonds ist dies nicht anders: Agio, Marketing-, Vertriebs- oder Projektierungskosten gehören zu den Ausgaben, auf die ein Initiator nicht verzichten kann. Sie werden üblicherweise direkt vom eingezahlten Anlegerkapital abgezogen. Die Summe des Kapitals, das tatsächlich ins Objekt fließt, wird Investitionsquote genannt und findet sich in der Mittelverwendungsrechnung des Fondsprospekts. In den unterschiedlichen Fondssegmenten reicht die Bandbreite der Investitionsquoten von 80 bis 100 Prozent.

Der Vorteil einer hohen Investitionsquote scheint auf den ersten Blick klar: Je höher die Investitionsquote, desto mehr Geld fließt ins Investment. Die Folge: Ein erhöhter Eigenkapitaleinsatz zum Erwirtschaften der Rendite und ein Plus an wirtschaftlicher Sicherheit. Doch ganz so einfach ist es nicht!

Denn: Weder der Initiator von geschlossenen Fonds noch sonst ein wirtschaftlich geführtes Unternehmen haben Geld zu verschenken. Das bedeutet: Wirbt ein Fonds mit einer hohen Investitionsquote, werden diese häufig an anderer Stelle gedeckt. Dies kann durch einen erhöhten prozentualen Anteil des Initiators an den laufenden Auszahlungen sein, eine Bonuszahlung bei erfolgreicher Auflösung der Fondsgesellschaft am Ende der Laufzeit oder einen hohen Fremdfinanzierungshebel.

Der Anleger darf sich von einer hohen Investitionsquote also nicht blenden lassen. Sie sieht zwar gut aus, ist aber noch kein Garant für den Erfolg der Beteiligung. Der Anleger sollte immer das Fondskonzept samt Kosten im Ganzen kritisch betrachten. Scheint dies plausibel und der Initiator glaubwürdig, versprechen auch Fonds mit niedrigeren Investitionsquoten eine ansprechende Rendite. Letztendlich gilt aber für jede Art von unternehmerischer Beteiligung: Abgerechnet wird am Schluss!

Foto: dima 24.de

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