22. Dezember 2011, 12:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

2012 wird ein Jahr der Entscheidungen

Prospektnachträge könnten zum Engpass werden

Eine weitaus größere Unsicherheit als in Bezug auf die Prospekte selbst entsteht hinsichtlich der Prospektnachträge, die im Fall wichtiger neuer Umstände während der Emission veröffentlicht werden müssen. Anders als bisher müssen auch die Nachträge vor der Veröffentlichung von der Bafin geprüft und gebilligt werden, wofür die Beamten zehn Tage Zeit haben. Dadurch wird nicht nur die Platzierung entsprechend verzögert.

Vielmehr haben die bereits beigetretenen Anleger das Recht, die Zeichnung innerhalb von zwei Werktagen nach der Veröffentlichung eines Nachtrags zu widerrufen, „sofern noch keine Erfüllung eingetreten ist“, so der Gesetzestext. Was genau das zu bedeuten hat, ist noch offen. Möglicherweise können die Initiatoren aber erst dann sicher sein, über das Anlegergeld wirklich verfügen zu können, wenn ein Fonds voll platziert ist. Das allerdings wäre eine große Bürde, insbesondere vor dem Hintergrund der zurzeit stark eingeschränkten Möglichkeiten der Eigenkapital-Vorfinanzierung und der langen Platzierungszeiträume.

Ein weiteres Regulierungs-Thema wird die Branche im kommenden Jahr beschäftigen: Die Umsetzung der EU-Richlinie AIFM für „Alternative Investment Fonds Manager“ in nationales Recht, mit der gravierende Veränderungen für die Emissionshäuser verbunden sein werden. Die Vorschriften sollen zwar erst Mitte 2013 in Kraft treten, aber sie werden im Laufe des kommenden Jahres diskutiert und wohl zum großen Teil auch verabschiedet werden. Der Ausgang ist offen. Noch ist nicht sicher, dass es dem Branchenverband VGF gelingen wird, bei der Konkretisierung der „Level 2“-Maßnahmen wirklich praktikable Vorschriften durchzusetzen, vor allem für kleinere  Emissionshäuser.

2012 wird für die Branche also ein Jahr der Entscheidungen, nicht nur hinsichtlich der Bewältigung der erneuten Marktverwerfungen. Denn erst Ende des kommenden Jahres werden wir wissen, ob es den geschlossenen Fonds in seiner heutigen Form in drei Jahren noch geben wird.

Stefan Löwer ist Chefanalyst der G.U.B., Deutschlands ältester Ratingagentur für geschlossene Fonds, und begleitet den Themenbereich geschlossene Fonds in der gesamten Cash.-Unternehmensgruppe. Als Cash.-Redakteur und G.U.B.-Analyst beobachtet Löwer die Branche und ihre Produkte insgesamt bereits seit mehr als 15 Jahren.

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Dr. Grabmaier als “Head of the Year” ausgezeichnet

Dr. Sebastian Grabmaier, CEO der JDC Group, ist auf der Cash.Gala 2019 zum “Head of the Year” ausgezeichnet worden und damit Teil einer Premiere.

mehr ...

Immobilien

Abwarten und Geld parken

Wirtschaftspolitische Spannungen wie der Handelskonflikt zwischen China und den USA, ein immer wahrscheinlicher werdender No-Deal-Brexit und Rezessionsängste schüren bei Anlegern Unsicherheit. Was tun mit dem Geld? Ein Kommentar von Volker Wohlfarth, Geschäftsführer bei der Crowdinvestment-Plattform zinsbaustein.de.

mehr ...

Investmentfonds

Financial Advisors Awards 2019: And the winners are…

…hieß es am 20. September für acht der Financial Advisors Awards 2019. Zum 17. Mal in Folge wurden die Branchenauszeichnungen im Rahmen der Cash.Gala verliehen. Die Bilder der Sieger

mehr ...

Berater

“Dann ist es vorbei”: Finnland setzt Johnson Frist beim Brexit

Der derzeitige EU-Ratsvorsitzende Antti Rinne hat dem britischen Premierminister Boris Johnson eine Frist bis zum Monatsende gesetzt, um Änderungswünsche am Brexit-Abkommen einzureichen.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

Sicherheit auf der Baustelle: Das Schild „Eltern haften für ihre Kinder“ reicht nicht aus

Wer baut, haftet für mögliche Personen- oder Sachschäden auf der Baustelle. Bauherren und Grundstückseigentümer tragen eine Mitverantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie für die Absicherung der Baustelle. Darauf verweisen die Experten des Bauherren-Schutzbunds.

mehr ...