Anzeige
11. August 2011, 13:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Erwarten Preisniveaus von 7.500 Dollar”

Die Staatschuldenkrise in Europa und den USA treibt den Goldkurs auf neue Rekordstände. Beim Hamburger Edelmetallfonds-Anbieter Solit Kapital glaubt man, dass das Ende der Rally noch lange nicht in Sicht ist.

Robert-vitye-solit-kapital-127x150 in Erwarten Preisniveaus von 7.500 Dollar

Robert Vitye

Gastkommentar: Robert Vitye, Solit Kapital

Wir halten es für immer unwahrscheinlicher, dass es gelingen wird, die Verwerfungen auf Ebene der Staatsfinanzen und auf Ebene des globalen Währungssystems ohne enormen Schaden für die Weltwirtschaft und die Kaufkraft der ungedeckten Papierwährungen zu bereinigen.

Ein Währungsschnitt wäre eine mögliche Konsequenz. Die einzige Alternative: Politiker und Zentralbanken inflationieren die Schulden weg – und zwar gewollt: „im Namen der Finanzstabilität“, wie es Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, vor einigen Tagen beschrieb.

Die Nachfrage nach Gold und Silber stieg zuletzt nicht nur auf Seiten der Sicherheit suchenden Privatanleger, sondern auch auf Seiten der Notenbanken. So gab Anfang August beispielsweise die Zentralbank Süd-Koreas den Kauf von 25 Tonnen Gold zwischen Juni und Juli bekannt. Ein historischer Schritt für die Koreaner, die erstmals seit über 13 Jahren wieder auf der Käuferseite am Goldmarkt auftreten.

Dass die Bank of Korea (BoK) ihren Goldbestand dabei gleich um sage und schreibe 174 Prozent auf nun 39,4 Tonnen aufstockte, zeigt, dass nicht nur das Vertrauen der Privatanleger, sondern auch das der Notenbanken in die bislang bevorzugten Reservewährungen US-Dollar, Euro und Yen schmilzt. Auch die Zentralbanken Thailands, Vietnams, Russlands, Chinas, Mexikos und Griechenlands traten in den vergangenen Monaten als Käufer in Erscheinung. In Anbetracht der Tatsache, dass nun auch die Schuldnerqualität der USA und damit der Weltreservewährung US-Dollar von den Märkten angezweifelt und von Ratingagenturen abgestuft wird, ist dies eine allzu verständliche Reaktion.

Wir gehen davon aus, dass die breiten Anlegerschichten und die Mehrzahl der Zentralbanken Gold und Silber in den kommenden Monaten und Jahren zunehmend als einzige verbleibende solide Währungen – neben einigen kleineren Rohstoffwährungen wie dem Australischen Dollar, der norwegischen Krone, dem Kanadischen Dollar oder dem Südafrikanischen Rand – erkennen und deren Gewichtung in der Gesamtvermögensstruktur drastisch aufstocken werden. Dies war schon in den siebziger Jahren der Fall – damals waren durchschnittlich 25 Prozent des global angelegten Kapitals in Edelmetallen inklusive Minen allokiert, aktuell sind es nur etwa fünf Prozent.

Im Zuge dieses weltweit stattfindenden Umschichtungsprozesses rechnen wir für Gold und Silber in den kommenden Quartalen und Jahren mit einer physischen Knappheit und extremen Preissteigerungen. Preisniveaus von 7.500 US-Dollar pro Unze Gold und 500 US-Dollar pro Unze Silber halten wir – vor dem Hintergrund des sich immer weiter beschleunigenden Kaufkraftverlustes unserer heutigen Währungen – in den kommenden drei bis fünf Jahren für absolut realistisch. Dies gilt ebenfalls für die Notierungen in Euro. Innerhalb der nächsten fünf Jahre rechnen wir mit einem vollständigen Scheitern der Gemeinschaftswährung.

Wir sind uns bewusst, dass viele Investoren diese Prognosen für sehr ambitioniert halten. Wir fühlen uns mit diesen Prognosen jedoch auch deshalb sehr wohl, weil sich die Rahmenbedingungen für Edelmetalle permanent verbessern und sich der Spielraum zur Krisenbewältigung sowohl der Fiskal- als auch der Geldpolitik immer mehr einengt. Zum Schluss verbleibt – wie so oft in der Geschichte – nur noch das verzweifelte Ablegen sämtlicher ideologischer Hemmnisse und folglich das hemmungslose Entwerten der Schulden mittels digitaler Notenpressen als gangbare Option. Ob dies tatsächlich zur Finanzmarktstabilität beiträgt, ist jedoch mehr als fraglich.

Der Autor ist Geschäftsführer des Hamburger Emissionshauses Solit Kapital

Foto: Solit Kapital

Anzeige

2 Kommentare

  1. Es wird keine 5 Jahre dauern.
    Es geht um Sicherheit. Und die ist bei FIAT-Money nicht gegeben.

    Kommentar von Karl Springer — 12. August 2011 @ 16:55

  2. In 5 Jahren von 1800 USD auf 7.500 USD?
    Das wäre eine Steigerung von jährlich 33%.

    Und Gold kann nichts, zahlt keine Dividenden, gar nichts!

    Ich sage zu den 7.500 USD: Das passiert niemals!

    Kommentar von Onassis — 12. August 2011 @ 12:15

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Hannover Rück erwartet 2018 größeren Ergebnissprung

Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück will nach einer absehbaren Gewinndelle 2017 im kommenden Jahr wieder höher hinaus. “Es ist unwahrscheinlich, dass wir 2017 den Gewinn je Aktie steigern”, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin am Donnerstag und verwies auf die absehbar hohen Schäden durch Wirbelstürme und Erdbeben.

mehr ...

Immobilien

“Millionenstädte sind nur noch bedingt attraktiv”

Über das Wachstum der Immobilienpreise und die Chancen für Kapitalanleger in den Metropolen und an B-Standorten sprach Cash. mit Ulrich Gros, CFO der Immowelt Group.

mehr ...

Investmentfonds

“Öl bleibt unser Lieblingsrohstoff”

Lohnt sich 2018 die Investition in Rohstoffe? Und sollten Anleger in Zeiten fallender Börsenkurse auf Gold setzen? Über diese Fragen hat Cash. mit Simon Lovat gesprochen, er ist Rohstoffanalyst und Teil des Teams um den Carmignac Portfolio Commodities Fonds.

mehr ...

Berater

Company Builder “Finconomy” startet in München

Finconomy ist ein Company Builder für Fin- und Insurtechs, der sich auf B2B-Geschäftsmodelle konzentriert. Das neue Unternehmen hat bereits drei Fintechs gegründet, die sich am Markt etablieren konnten. Bereits Anfang 2018 soll eine weitere Neugründung erfolgen.

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI schließt Fonds 10 und bringt Nachfolger

Die ZBI Fondsmanagement AG aus Erlangen hat den im vergangenen Jahr aufgelegten ZBI Professional 10 nach Ablauf der Zeichnungsfrist Ende September mit einem beachtlichen Volumen geschlossen und nahtlos den Nachfolger in die Platzierung geschickt.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...