Hesse Newman Capital: „Ein Quantensprung für uns“

Beim Hamburger Emissionshaus Hesse Newman Capital ist man überzeugt, die Weichen für die Zukunft gestellt zu haben. Vorstand Marc Drießen im Cash.-Interview zu aktuellen wie kommenden Fonds, neuen Vertriebskonzepten sowie positiven Unternehmenszahlen.

Driessen-Interview

Cash.: Sie haben Ende 2010 im Abstand von jeweils nur einem Monat gleich drei Immobilienfonds emittiert. Wie läuft die Platzierung?

Drießen: Wir sind sehr zufrieden mit den Classic-Value-Fonds. Der zweite Fonds der Reihe mit dem Objekt in Hamburg-Blankenese beispielsweise wird zu drei Vierteln von Hamburger Privatbanken und norddeutschen Sparkassen vertrieben. Dort ist die Resonanz sehr gut. Wir haben nur sechs Wochen nach Fondsstart bereits eine Warteliste für Vertriebspartner öffnen müssen.

Cash.: Setzen Sie im Immobilienbereich vor allem auf den Vertriebsweg Banken?

Drießen: Die Bankenschiene ist dort sicherlich der stärkere Vertriebsweg. Allerdings vertreiben wir beim ersten Classic-Value-Beteiligungsangebot mit der Deutsche-Bahn-Zentrale im Frankfurter Europaviertel gut die Hälfte des Eigenkapitalvolumens über freie Finanzdienstleister – insbesondere aus dem direkten Umkreis von 100 Kilometern. Berater fahren mit ihren Kunden einfach hin – das Prinzip der „Immobilie zum Anfassen“ funktioniert dort bestens. Unser Ziel ist eine ausgewogene Aufstellung. Bestimmte Produkte eignen sich einfach besser für spezielle Vertriebsschienen. Tatsächlich überlegen wir, im kommenden Jahr Fondskonzepte auf Vertriebsschienen zuzuschneiden.

Cash.: Inwieweit konkurrieren Ihre Immobilienfonds um Kapazitäten im Vertrieb? Schließlich handelt es sich hier auch um die ersten Beteiligungsangebote Ihres Hauses in diesem Segment.

Drießen: Die Fonds wenden sich an unterschiedliche Zielgruppen. Während sich Anleger am Wohnimmobilienfonds per Sparplan beteiligen können, sind die anderen beiden Produkte klassische Einmalbeitragsbeteiligungen, die wiederum über verschiedene Vertriebswege vermarktet werden. Blankenese beispielsweise ist regional stärker bekannt und wurde mit Schwerpunkt in Norddeutschland vertrieben. Während die Hauptverwaltung der Deutschen Bahn AG in Frankfurt überregionale Bedeutung hat. Daher gibt es vertrieblich insgesamt wenig Überschneidungen.

Cash.: Ist regional orientierter Vertrieb ein Trend?

Drießen: Das ist eigentlich keine neue Erkenntnis. Bei Deutschlandfonds gab es schon immer einen regionalen Vertriebsfokus. Allerdings besinnen sich Kunden momentan noch mehr auf Anlagen, die für sie tatsächlich anfassbar sind. Grundsätzlich macht der Spread zwischen der Rendite einer vermeintlich risikolosen Bundesanleihe und den Erträgen, die sich aus einer Immobilie erzielen lassen, eine solche Investition derzeit zudem besonders attraktiv. Lassen Sie mich das an einem konkreten Beispiel einmal greifbar machen: Die Deutsche Bahn hat parallel zum Vertriebsstart unseres Fonds mit dem DB-Objekt eine Anleihe mit fünfzehnjähriger Laufzeit und einer Rendite von 3,25 Prozent platziert. Die Fondsimmobilie mit der gleichen Bonität als Mieter bietet 5,7 Prozent nach Steuern. Ein „Risikoaufschlag“ von fast 250 Basispunkten auf eine Sachwertinvestition in eine Immobilie zeigt, wie attraktiv dieses Angebot ist.

Seite 2: Wie sich der Wettbewerb um Core-Objekte auswirkt

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