7. September 2011, 12:05
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Mittelstand skeptisch gegenüber Finanzinvestoren

Der deutsche Mittelstand steht Private-Equity-Investoren weiterhin reserviert gegenüber. Einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) zufolge lehnen vier von fünf Unternehmern den Einstieg eines Finanzinvestors ab.

Nur bei rund einem Prozent der 533 befragten Unternehmen ist bereits eine Beteiligungsgesellschaft engagiert. Dabei erkennen die meisten der Geschäftsführer, Eigentümer und Finanzvorstände der Mittelständler sogar grundsätzlich Vorteile in der Beteiligung einer Private-Equity-Gesellschaft.

Laut Dr. Peter Bartels, Vorstandsmitglied und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei PWC, dokumentieren die Umfrageergebnisse ein Dilemma. Bei vielen mittelständischen Unternehmern wiege die Angst vor einem “Ausverkauf” schwer.

“Eine Versachlichung der emotionalen Diskussion um Private Equity und eine nüchterne Interessenabwägung erscheinen daher dringend geboten” so Bartels.

Viele Mittelständler fürchten der Umfrage nach einen Verlust ihrer Unabhängigkeit. Zwei Drittel der Befragten glauben, ihre Entscheidungshoheit zumindest teilweise an einen Finanzinvestor abgeben zu müssen. Knapp jeder zweite Mittelständler hält die Strukturen und Motive von Beteiligungsgesellschaften für zu wenig durchschaubar.

Rund ein Drittel glaubt, dass die eigene Unternehmenskultur nicht zu der von Private-Equity-Fonds passt. 30 Prozent sprechen Finanzinvestoren die notwendige soziale Kompetenz im Umgang mit Mitarbeitern und Unternehmen ab. Zweifel an den unternehmerischen Fähigkeiten und Zielen der Beteiligungskapitalgeber fallen dagegen kaum ins Gewicht.

Als positive Aspekte eines Investoren-Einstiegs nennen 75 Prozent der Umfrage-Teilnehmer eine verbesserte Kapitalstruktur und -versorgung ihrer Unternehmen. Jeder dritte Befragte sieht auch einen möglichen Zugewinn an externer Expertise, gut jeder vierte erwartet eine Professionalisierung der Führungsstrukturen. Für 14 Prozent erscheint der Einstieg attraktiv, weil der Eigentümerkreis um einen neutralen Gesellschafter erweitert würde. (hb)

Foto: Shutterstock

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