MPC-Vorstand: „Neues Fondsdesign wird Anklang finden“

Das Hamburger Emissionshaus MPC Capital hat zum Jahreswechsel seine Produktstrategie geändert. Cash. befragte Vorstand Alexander Betz zu Inhalten und Hintergründen sowie zum neuen Schiffsfonds MPC „Rio Manaus“, der aktuell in den Vertrieb gestartet ist.

Betz

Cash.: MPC Capital hat angekündigt, im Jahr 2011 eine Produktoffensive zu starten. Was verbirgt sich dahinter?

Betz: Unser erklärtes Ziel ist es, in den drei Kernproduktlinien Immobilie, erneuerbare Energie und Schiff unseren Vertriebspartnern und Anlegern jeweils immer ein Beteiligungsangebot zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört es auch, dass wir uns auf das Alleinstellungsmerkmal des geschlossenen Fonds zurückbesinnen und keine Blind-Pool-Konzepte anbieten. Zweitens werden unsere ausländischen Fondsprojekte nur noch in der jeweiligen Landeswährung finanziert und angeboten, um Fremdwährungsrisiken im Fonds auszuschließen. Drittens werden die Gesellschafter unserer Fonds nicht mit Fertigstellungsrisiken belastet, weil wir auf Beteiligungsangebote, die in Projektentwicklungen investieren, künftig verzichten werden.

Cash.: Ist das eine der Lehren, die Sie aus ihrem letzten Erneuerbare-Energien-Fonds MPC Bioenergie gezogen haben, der in ein noch nicht fertiggestelltes Biomasse-Kraftwerk investiert hat?

Betz: Zu einem gewissen Grade ja. Wir bekommen täglich Solarparkprojekte angeboten, bei denen vornehmlich ein Financier für die Projektentwicklung gesucht wird. Das wollen wir unseren Anlegern nicht zumuten. Unsere Anlage in Brasilien ist bereits fertiggestellt, allerdings hat der Projektpartner den Einfüllschacht für die Reishülsen fehlerhaft gebaut, so dass wir die Abnahme verweigert und im Interesse der Anleger Nachbesserungen gefordert haben. Wenn das Biomasse-Kraftwerk reibungslos funktioniert, werden wir auch den Vertrieb wieder aufnehmen.

Cash.: Bei Ihrem neuen Produkt dieses Segments setzen Sie wieder auf die traditionellere Fotovoltaik. Der Solarfonds soll im März 2011 in den Vertrieb gehen und in zwei Bestandsparks in Kanada investieren. Was spricht für den Standort Ontario?

Betz: Beide Anlagen mit einer Gesamtleistung von 20 Megawatt liegen im Bundesstaat Ontario im Süden Kanadas auf dem gleichen Breitengrad wie Mailand. Dort ist die durchschnittliche Sonneneinstrahlung rund 20 Prozent höher als in Süddeutschland. Ein weiterer Vorteil des Standorts aus unserer Sicht ist, dass die Einspeisevergütung nicht global auf gesetzlicher Ebene über eine Subvention geregelt ist, sondern direkt mit dem staatlichen Stromabnehmer ein privatrechtlicher Vertrag für den jeweiligen Park geschlossen wird. Wir haben für beide Anlagen eine Laufzeit von 20 Jahren vereinbart und sind damit von etwaigen Änderungen der politischen Verhältnisse in Kanada unabhängig.

Cash.: Welche Ausschüttungsprognosen erlauben diese Rahmenbedingungen?

Betz: Die Höhe der Einspeisevergütung entspricht in etwa dem, was in Deutschland pro Kilowattstunde bezahlt wird. Die jährlichen Auszahlungen betragen prognosegemäß acht Prozent der Einlage und können während der kommenden 13 Jahre steuerfrei vereinnahmt werden. Anschließend greift der kanadische Eingangssteuersatz, der mit 20 Prozent unter dem Niveau der hiesigen Abgeltungssteuer liegt. Dazu ist eine Steuererklärung in Kanada zu erstellen.

Seite 2: Die Konzeption des neuen Ein-Schiffsfonds MPC „Rio Manaus“

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