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30. Oktober 2012, 10:16
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„Am 22. Juli 2013 betreten wir eine neue Welt“

Dr. Joachim Seeler verantwortet seit Februar 2012 als Vorstand die Ressorts Vertrieb und Immobilien der Hamburger Lloyd Fonds AG. Im Interview erläutert er die Strategie des Emissionshauses in diesen Bereichen.

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Dr. Joachim Seeler, Lloyd Fonds

Seit Ihrem Wechsel von Hamburg Trust zu Lloyd Fonds wartet die Branche auf einen Deutschlandimmobilienfonds, der Ihre Handschrift trägt. Im November 2012 soll es soweit sein und ein Publikumsfonds auf den Markt kommen, der ein modernisiertes Büroobjekt in Bremen finanziert. Warum hat es so lange gedauert?

Seeler: Alle aktuellen Beteiligungsangebote, die nicht den neuen Regulierungsanforderungen entsprechen, dürfen nach dem Inkrafttreten des AIFM-Umsetzungsgesetzes am 22. Juli 2013 nicht mehr vertrieben werden und sollten bis dahin also platziert sein. Was wirklich auf die Branche zukommt, ist nach wie vor unklar. Klar ist nur, dass wir eine neue Welt betreten werden und bei Neuemissionen behutsam vorgehen müssen. Vorsicht braucht Zeit.

Dieser haben Sie mit einem vergleichsweise kleinen Eigenkapitalvolumen von zehn Millionen Euro Rechnung getragen?

Seeler: Auch. Allerdings erwarten eine rege Nachfrage nach unserem neuen „Nachbarschaftsfonds“, denn die Anleger wollen da investieren, wo sie sich auskennen. Wir gehen davon aus, dass der Fonds auch größtenteils von Vertriebspartnern in der Region Bremen platziert werden wird.

Ist das schwieriger werdende Umfeld für Immobilienfinanzierungen in den letzten Monaten ein weiterer Grund?

Seeler: Ja. Gerade Geschäftsbanken ziehen sich zunehmend aus dem Kreditbereich zurück und wollen vornehmlich noch Provisionsgeschäft machen. Die Deutsche Bank beispielsweise hat gerade ihr gesamtes Gewerbeimmobilienportfolio verkauft. Demgegenüber lassen sich Objekte mit einem Volumen von bis zu 25 Millionen Euro bei Sparkassen, Volks- und Hypothekenbanken nach wie vor gut finanzieren. Wir erwarten, dass der Trend ohnehin zu kleineren Publikumsfondsobjekten geht, was aus Gründen der Risikodiversifizierung auch sinnvoll ist.

Haben Sie daneben Private Placements in der Pipeline?

Seeler: Wir stehen kurz vor der Anbindung verschiedener Projektentwicklungen, darunter eine Wohnanlage in Hamburg. Bei anderen Projekten läuft das Baugenehmigungsverfahren noch, sodass sie auch wegen der Platzierungsdeadline im Juli 2013 nicht als Publikumsfonds infrage kämen.

Wie wollen Sie die Immobiliensparte bei Lloyd Fonds darüber hinaus gestalten?

Seeler: Wir wollen uns deutlicher als Asset Manager am Markt positionieren – auch für Dritte. Aktuell führen wir Verhandlungen mit einem internationalen Investor, der uns die Verwaltung seines Immobilienportfolios übertragen möchte. Ein Emissionshaus kann sich heutzutage nicht mehr nur als Vertriebsplattform aufstellen, indem es sich darauf beschränkt, seine Fonds zügig zu platzieren sondern muss als professioneller Assetmanager in Erscheinung treten.

Mit welcher Leistungsbilanz können Sie in dem Segment aufwarten?

Seeler: Lloyd Fonds hat bisher elf Immobilienfonds mit 23 Einzelobjekten und einem Volumen von 400 Millionen Euro aufgelegt. Bis auf zwei Ausnahmen, die teilweise mit Schweizer Franken finanziert wurden, entwickeln sich alle Fonds prospektgemäß oder besser. Das erste Beteiligungsangebot soll demnächst aufgelöst und das Fondsobjekt verkauft werden.

Rechnen Sie damit, dass der Diskussionsentwurf zur AIFM-Umsetzung noch zugunsten der Branche abgeändert wird?

Seeler: Die Signale, die mich aus den verschiedenen Gremien in Berlin erreichen, stimmen nicht sehr zuversichtlich, dass sich an dem Entwurf noch Entscheidendes ändern wird. Der BVI ist ja bereits mit seinem Versuch gescheitert, offene Immobilienfonds am Leben zu erhalten.

 Das Gespräch führte Andreas Friedemann, Cash.

Foto: Lloyd Fonds

 

 

 

 

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