8. Oktober 2012, 22:14
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Neue Initiativen wollen AIFM-Umsetzung entschärfen

Über 20 mittelständische Emissionshäuser, die Verbände Votum und AfW sowie der Branchendienst Kapital-Markt-intern haben Initiativen gestartet, um dem Gesetzgeber Alternativen zu den im Diskussionsentwurf zur AIFM-Umsetzung vorgesehenen Regelungen aufzuzeigen. Gemeinsam wurden zehn zentrale Kritikpunkte identifiziert.

AIFM-Umsetzung

Laut Wolfgang Dippold, Chef der maßgeblich beteiligten Project-Gruppe ist es Ziel, möglichst noch vor dem Kabinettsentwurf, notfalls auch danach, Gehör zu finden. Die Namen weiterer engagierter Emissionshäuser werden vorerst nicht genannt. Es gehe auch nicht um Namen, so Dippold exklusiv gegenüber Cash.Online, sondern um die Sache selbst. Erste Gespräche mit den Berichterstattern und weiteren Verantwortlichen hätten bereits stattgefunden. Die Resonanz darauf sei positiv gewesen. “Wir finden den Ansatz der AIFM-Richtlinie grundsätzlich begrüßenswert, tragen aber die Hoffnung, entscheidende Regelungen, die für unsere Anleger massive Nachteile brächten und die Anzahl der mittelständischen Emissionshäuser massiv reduzieren würde, noch entschärfen zu können”, so Dippold.

Ansonsten sei die Gefahr groß, dass “der Markt künftig von einigen wenigen bankengestützten Häusern dominiert wird”. Insgesamt wurden von den Beteiligten zehn “Knackpunkte” identifiziert, die über Wohl und Wehe insbesondere kleinerer Emissionshäuser entscheiden (siehe Seite 2).

Mittlerweile seien diverse Aktionen angelaufen sowie die Vermittler-Verbände Votum und AfW dabei, diese Themen bei ihren politischen Verbindungen vorzubringen. Einen einheitlichen Namen gibt es für die unterschiedlichen Engagements indes noch nicht. Einer der Arbeitstitel lautet “Branchen-Initiative AIFM” .

In einem Cash.Online vorliegenden gemeinsamen Papier der Initiativen heißt es: “Der Diskussionsentwurf bedroht viele der mittelständischen Emissionshäuser bei unveränderter Umsetzung in ihrer Existenz und würde dem Bereich der geschlossenen Fonds und damit auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland erheblichen Schaden zufügen.” Zudem werde an einigen Stellen des Entwurfs der beabsichtigte Anlegerschutz konterkariert.

Eine Positionierung in Konkurrenz zu den entsprechenden Aktivitäten des VGF Verband Geschlossene Fonds ist laut Dippold keinesfalls das Ziel des Ganzen: “Wir fokussieren uns einzig darauf, die Politik für diese zehn Punkte und die Auswirkungen sensibilisieren”, so Dippold.

Denn die Konsequenzen einer Umsetzung des Status quo aus dem Diskussionsentwurf hätten einschneidende Konsequenzen: “Wir haben in unserem Kreis simulieren lassen, wie stark sich aufgrund aktueller Erfahrungswerte die Verwahrstelle und eine jährliche Bewertung der Assets auswirken würden: Bei den meisten Häusern wird die Anlegerrendite um ein bis drei Prozent sinken – dramatisch würde es allerdings für Dachfondskonzepte werden, wo eine jährliche Bewertung aller Assets massiv höhere Kosten verursachen würde. Ebenfalls höhere Kosten und somit Verluste für Anleger würde eine Infizierung derjenigen Altfonds bedeuten, die nach dem vom Gesetzgeber genannten Stichtag noch investieren – dies betrifft vor allem reinvestierende Fonds und Ansparfonds – hier ist ein knappes Drittel aus dem Kreis der beteiligten Emissionshäuser betroffen. Die Renditereduzierung gerade im Ansparbereich kann bis über fünf Prozent im Jahr betragen, womit kaum mehr mit Gewinnen für Anleger zu rechnen ist – gegebenenfalls sogar mit Verlusten”, rechnet Dippold vor.

Der Chef der Project-Gruppe weiter: “Kritisch sehen viele der Kollegen zudem den Punkt, dass Fonds möglicherweise frühzeitig aufgelöst werden müssen – die Schiffsfonds-Initiatoren gehen dann davon aus, dass in der aktuellen Marktsituation nur der Schrottwert erzielt werden kann und somit mit einem Totalverlust für den Anleger zu rechnen ist.”

Seite 2: Das sind die zehn Knackpunkt aus Sicht der Branchen-Initiative AIFM

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

„Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“

Dr. Stefan M. Knoll, Gründer und Vorstandsvorsitzender der DFV Deutschen Familienversicherung AG, veröffentlicht ein neues Buch. In „Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“ geht es um die Merkmale eines guten Führungsstils sowie um die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Verantwortlichen und ihre Unternehmensführung.

mehr ...

Immobilien

FDP und Grüne stimmen Grundsteuerreform zu

Im Bundestag deutet sich eine klare Mehrheit für eine Grundgesetzänderung zur Reform der Grundsteuer an. Neben den Koalitionsfraktionen und der FDP wollen auch die Grünen am Freitag zustimmen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

mehr ...

Investmentfonds

Berater der Zukunft

Aus einer Dienstleistung, die bisher den Vermögenden vorbehalten war, sollte durch Robo Advisor ein Anlageprodukt für alle entstehen. Wie sieht es heute aus? Ein Beitrag von Sven Keese, Partner, und Fabian Neumann-Holbeck, Projektleiter bei disphere interactive GmbH.

mehr ...

Berater

Neuer Ärger für Deutsche Bank

Die Deutsche Bank sieht sich mit neuen Vorwürfen zu früheren Geschäften in China konfrontiert. In den Jahren 2002 bis 2014 soll sich Deutschlands größtes Geldhaus mit Hilfe von Geschenken und Gefälligkeiten Zugang zu führenden Politikern und Managern in China verschafft haben, berichten “Süddeutsche Zeitung”, WDR und “New York Times” unter Berufung auf eine Auswertung von bankinternen Unterlagen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Asset Manager bei Deutsche Investment

Die Deutsche Investment Retail (DIR) hat Matthias Kreil (39) zum 1. Oktober 2019 als Leiter Asset Management und Research gewonnen. Er übernimmt künftig das Asset Management für lebensmittelgeankerte Nahversorgungs- und Fachmarktzentren, Lebensmittelvollsortimenter und Discounter.

mehr ...

Recht

Roland: Die Wahrheit über die häufigsten Rechtsirrtümer

Eric Schriddels, Partneranwalt der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG von der Kanzlei Kaiser und Kollegen, klärt in einer aktuellen Presse-Information des Versicherers über die häufigsten Rechtsirrtümer auf. Welche das sind, lesen Sie hier.

mehr ...