Anzeige
23. Oktober 2012, 13:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„Wir wollen keine Konkurrenz zum VGF sein“

Gemeinsam mit dem Düsseldorfer Brancheninformationsdienst ′kapital-markt intern′ (′k-mi′) haben eine Reihe mittelständischer Emissionshäuser von geschlossenen Fonds eine Initiative ′Für eine mittelstandskonforme Umsetzung der AIFM-Richtlinie′ gegründet.

UweKremer Kmi-126x150 in „Wir wollen keine Konkurrenz zum VGF sein“

Uwe Kremer, kmi

Welche Emissionshäuser sich der Initiative angeschlossen haben, wollte ‘k-mi‘-Chefredakteur Uwe Kremer nicht verraten. „„Der Diskussionsentwurf für die deutsche Umsetzung der AIFM-Richtline bringt viele bürokratische Belastungen mit sich, die nicht unbedingt den Anlegerschutz verbessern. In diesem Sinne möchten wir als Schrittmacher zielgenau die Interessen des Anlegerschutzes und des Mittelstandes vertreten. Wir sehen dabei die Initiative als Ergänzung zu anderen Initiativen und dem Branchenverband VGF, und nicht als Konkurrenz“, betont Kremer“, betont Kremer gegenüber Cash.Online.

Ziel der Initiative, über die Cash.Online bereits berichtet hatte, sei es, die Umsetzung der AIFM-Richtlinie in Deutschland so zu gestalten, dass der Anlegerschutz gesichert ist, Deutschland aber zugleich ein geeigneter Standort für konzernunabhängige und inhabergeführte – also mittelständisch geprägte – Emissionshäuser bleibt. Mit dem vorliegenden Diskussionsentwurf des Bundesfinanzministeriums zur Umsetzung der AIFM-Richtlinie ist dies aus Sicht von ′k-mi’ nicht gewährleistet.

„Die Initiatoren der Initiative stellen sich der Verantwortung für ihre Anleger. Durch eine konstruktive Begleitung des Gesetzgebungsverfahrens hoffen wir, den Anlegerschutz effizient zu verbessern, ohne ein bürokratisches Monstrum aufzubauen und so zu verhindern, dass die Emissionshäuser aus Deutschland in Länder wie beispielsweise Luxemburg abwandern“, erläutert die Zielsetzung der Initiative für eine mittelstandskonforme Umsetzung der AIFM-Richtlinie.

Der vom Bundesfinanzministerium vorgelegte Entwurf  gehe deutlich über die auf EU-Ebene beschlossene AIFM-Richtlinie hinaus, obwohl im Koalitionsvertrag der Bundesregierung die 1:1-Umsetzung von EU-Richtlinien vereinbart wurde. Luxemburg hab sich in seinem Gesetzentwurf auf die Inhalte der AIFM-Richtlinie beschränkt und komme daher mit deutlich weniger Bürokratie aus. Gleiches gelte für Liechtenstein. Beide Länder lockten schon jetzt deutsche Initiatoren mit entsprechenden Angeboten.

Kremer sieht daher massive Abwanderungsgefahren: „Im Ergebnis lautet die Frage nicht, ob die Emissionshäuser weitermachen, sondern wo? Wenn deutsche Emittenten – ähnlich wie bereits bei offenen Investmentfonds geschehen – nach Luxemburg umziehen und von dort aus künftig mit dem europäischen Pass ihre Produkte in Deutschland vertreiben, ist für den Anlegerschutz nichts gewonnen. Im Gegenteil, die rechtlichen und steuerlichen Unsicherheiten werden aus Anlegersicht größer. Wir setzen uns daher für eine mittelstands- und anlegerschutzkonforme Ausgestaltung des AIFM-Umsetzungsgesetzes in Deutschland ein.“

Im Mitgliederkreis sei ein 10-Punkte-Papier erarbeitet, das die geforderten Änderungen an dem Disskusionsentwurf formuliert. Dabei geht es um:

1.) Die Übergangsvorschriften im Hinblick auf den Schutz bereits emittierter Bestandsfonds sowie die Neuemission, Erstellung und Mindestangaben des Verkaufsprospektes und die Anzeigepflicht einer AIF-Kapitalverwaltungsgesellschaft beim beabsichtigten Vertrieb von inländischen Publikums-AIF im Inland.

2.) Die für Publikums-AIF nicht umgesetzte sog. ‘de minimis‘-Regel, die für mittelständische Häuser innerhalb gewisser Grenzen erhebliche Erleichterungen vorsieht.

3.) Die im Gesetzentwurf festgelegte sachfremde Beschränkung auf wenige Vermögensgegenstände

4.) Die Beschränkung der Fremdkapitalaufnahme auf 30 Prozent

5.) Die Beschränkung des Währungs-Risiko auf 30 Prozent des Fondsvermögens

6.) Die hohe Mindestzeichnungssumme von 50.000 Euro im Hinblick auf die Anzahl der Vermögensgegenstände für Ein-Objekt-Fonds

7.) Das Thesaurierungsverbot und die damit verbundene Abschaffung der sinnvollen Reinvestitionsmöglichkeit von Überschüssen

8.) Die höchst bürokratischen Anforderungen einer externen Verwahrstelle, so dass diese mindestens eine Depotbank sein müsste

9.) Das Verbot der Rückgewähr von Kommanditanteilen

10.) Häufigkeit und Umfang kostenintensiver Bewertungsverfahren

 

„Natürlich hat jedes Emissionshaus eine eigene Ausrichtung und hätte hier noch gern den einen oder anderen Änderungspunkt gesehen. Aber schlussendlich haben alle mit ihren individuellen Anliegen zum Wohl der Branche zurückgestanden. Nur wenn wir uns auf die wirklich wichtigen Knackpunkte konzentrieren, können wir branchenübergreifende Einigkeit erreichen“, erläutert Kremer den bei dem Umfang des Diskussionsentwurf nicht einfachen Auswahlprozess.

Doch die Initiative kann mit dieser Strategie auf erste Erfolge verweisen. So haben auch die Branchenverbände VOTUM und AfW das Eckpunktepapier aufgegriffen und sehen hier ebenfalls entsprechenden Änderungsbedarf. Auch an die Politik wurde das Eckpunktepapier verteilt und ist dort auf fruchtbaren Boden gefallen. Im Gespräch mit mehreren Bundestagsabgeordneten konnte die Initiative bereits ihre Bedenken fundiert darlegen. Hier wird ebenfalls die Notwendigkeit entsprechender Nachbesserungen innerhalb des eben erst angeschobenen Gesetzgebungsverfahrens gesehen. (af)

Foto: kmi

 

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Versicherungstipps: Die erste eigene Wohnung

Wann ist ein Mensch wirklich erwachsen? Mit der Volljährigkeit, einem Job, eigenen Kindern? Die Mehrheit der Bundesbürger sieht das Mieten der ersten eigenen Wohnung als einen der wichtigsten Meilensteine für das Erwachsenwerden.

mehr ...

Immobilien

Streit um Namen an Klingelschildern – Verstoß gegen die DSGVO?

Verstößt das Klingelschild eines Mieters an der Haustür gegen die Datenschutzgrundverordnung? Über diese Frage ist ein heftiger Streit entbrannt. Der Immobilien-Eigentümerverband Haus & Grund empfiehlt aktuell seinen Mitgliedern, vorsorglich die Namensschilder zu entfernen.

mehr ...

Investmentfonds

Aufstieg der ETFs

Exchange Traded Funds (ETF) werden bei den Deutschen immer beliebter. Das in ETFs verwaltete Kapital ist in zehn Jahren um über 560 Prozent gestiegen. Doch noch immer ist die Investitionsquote in Deutschland insgesamt sehr gering.

mehr ...

Berater

Kfz-Versicherung: Welche Merkmale den Tarif in die Höhe treiben

Was treibt den Preis einer Kfz-Versicherung in die Höhe? Und wie lässt sich der Preis am stärksten reduzieren? Die Antworten liefert ein aktueller Vergleich des Online-Portals Check24.

mehr ...

Sachwertanlagen

Beförderungs-Quartett bei ThomasLloyd

Das Geschäft der ThomasLloyd Gruppe wächst immer weiter. Das macht auch neue Führungskräfte notwendig. Gleich vier Mitarbeiter auf einmal konnten sich in dieser Woche über Beförderungen zum Managing Director freuen.

mehr ...

Recht

Wohin mit Nachbars Laub? Ab über die Hecke!

Der Indian Summer begeistert mit rot-, gold- und braungefärbten Blättern. Doch wenn die Laubmassen zusammengekehrt und entsorgt werden müssen, kommt schnell mal schlechte Laune auf – besonders, wenn es sich Nachbars Laubgut handelt. Muss man sich darum kümmern?

mehr ...