DCM: Insolvenzantrag gestellt

Die neue Unternehmensführung des traditionsreichen Emissionshauses Deutsche Capital Management AG (DCM) hat am 2. April 2013 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht München beantragt.

Der Unternehmenssitz der DCM AG in München

Das bestätigte ein Vertriebsmitarbeiter, der interimsweise als Unternehmenssprecher fungiert, gegenüber Cash.Online, wies jedoch darauf hin, keine weiteren Auskünfte erteilen zu können.

Seit der Gründung im Jahr 1986 hat der Initiator geschlossene Beteiligungsangebote an Immobilien, Flugzeugen und Triebwerken und Solaranlagen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 4,7 Milliarden Euro aufgelegt.

Ob die Pleite im Zusammenhang mit dem Skandal um die Frankfurter S&K-Gruppe steht, ist unklar. Im Zuge der staatsanwaltlichen Ermittlungen wegen Untreue und Betrugs gegen deren Chefs sowie weitere Verantwortliche im Februar 2013 wurden auch die Räume der Gesellschaften DCM Service GmbH und DCM Verwaltungs GmbH durchsucht, die der Münchener Initiator bereits Mitte Dezember 2012 an die Frankfurter Immobiliengruppe S&K verkauft hatte. Das Münchener Emissionshaus hatte kurz darauf in einer Unternehmensmitteilung jedoch betont, dass es keine personellen oder kapitalmäßigen Verbindungen zur S&K-Gruppe gäbe oder gegeben habe.

Seit Claus Hermuth nach elf Jahren im August 2011 das Amt als Vorstandsvorsitzer niedergelegt hatte, gab es zahlreiche Wechsel im Führungsgremium des Unternehmens. Auch Dr. Wulf Meinel, der im Juni 2012 den Vorstandsvorsitz bei dem Initiator übernommen hatte, blieb nicht lange. Innerhalb eines halben Jahres tauschte das Unternehmen insgesamt vier Mal seine Chefetage aus. Der letzte Vorstandsvorsitzende und frühere Aufsichtsrat Pawel Miller verließ das Unternehmen im Januar 2013. (af)

Foto: DCM AG

 

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