Anzeige
Anzeige
18. Juli 2013, 08:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Das KAGB schafft einen verlässlichen Rahmen”

Private und institutionelle Kapitalanlagen erhalten durch das KAGB verlässliche Rahmenbedingungen sowie eine angemessene und praxisgerechte Regulierung – trotz aller vergangenen und künftigen Schwierigkeiten.

Gastbeitrag von Martin Führlein, Rödl & Partner

KAGB

Der Deutsche Bundestag hat am 16. Mai 2013 das AIFM-Umsetzungsgesetz verabschiedet und damit die europarechtlich notwendige Umsetzung der AIFM-Richtlinie in deutsches Recht ermöglicht. Sein Kern ist das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), das an Stelle des Investmentrechts mit erweitertem Anwendungsbereich künftig nahezu alle Formen von strukturierten Kapitalanlagen regelt.

AIFM steht dabei für „Alternative Investment Fund Manager“, wobei der europäische Gesetzgeber „Alternative“ als Gegensatz zum „Regulated“ ansieht. Damit werden alle bisher noch nicht regulierten Kapitalanlagen einer Regulierung und damit einer staatlichen Mindestaufsicht unterstellt. Systemische Risiken für die Finanzmärkte sollten so früher zu erfassen und beherrschen sein. Auf nationaler Ebene stand es den Gesetzgebern frei, auch weitere Aspekte in die Gesetzgebung mit einfließen zu lassen, soweit diese im Regelungskern nicht hinter den europäischen Rahmen zurückgingen. Die Bundesrepublik Deutschland hat hiervon insbesondere zum Zwecke des Verbraucherschutzes erheblichen Gebrauch gemacht.

Späte Klarheit für Initiatoren

Das KAGB findet künftig auf alle „Investmentvermögen“ Anwendung. Das sind nach der Definition des Gesetzes Organismen für gemeinsame Anlagen, in die zumindest zwei Anleger investiert sind und die deren Geld nach einer festgelegten Anlagestrategie für wirtschaftliche Rechnung dieser Anleger investieren und die kein operativ tätiges Unternehmen außerhalb des Finanzsektors sind.

Als Adressatenkreis kommen Kapital- und Personengesellschaften sowie schuldrechtliche Rechtsbeziehungen infrage. Wenig erfreulich für die Branche war dann auch, dass eine Definition des Begriffs Investmentvermögen durch die hierzu berufene Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aufgrund des langanhaltenden Gesetzgebungsverfahrens erst im Juni 2013 möglich war.

Dies hat die Neuauflage geschlossener Fonds in der ersten Hälfte dieses Jahres nahezu zum Erliegen gebracht, da kein Emissionshaus vorhersehen konnte, ob ein nach altem Recht aufgelegter Fonds in den Anwendungsbereich des neuen Gesetzes fallen würde und die Voraussetzungen des neuen Rechts einhalten könnte.

Im bisherigen Markt waren geschlossene Fonds dadurch geprägt, dass der Fondsinitiator den Investitionsgegenstand mit einer hierfür extra gegründeten Gesellschaft erworben hat und das hierfür aufgewendete Eigen- oder Fremdkapital durch die Einwerbung von Kommanditisten abgelöst hat. Teilweise wurden die Fonds auch als sogenannte Blind Pools aufgelegt, bei denen die Investitionsgegenstände nicht bereits feststanden, sondern erst noch nach einer festgelegten Strategie sukzessive mit Einwerbung der Anlegergelder erworben werden sollten. Im Regelfall trug der Anleger alle wirtschaftlichen Risiken einer Anlage, eine nennenswerte wirtschaftliche Beteiligung des Initiators erfolgte nicht. Dieser verwaltete jedoch in der Folge für die volle Laufzeit die Fondsgesellschaft und führte deren Geschäfte, sodass Emissionshaus und Anleger häufig über zwölf Jahre verbunden blieben.

Seite 2: Wenn der Staat die Fondsverwaltung reguliert

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...