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21. Mai 2013, 14:31
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Wölbern startet Abstimmungsmarathon

75 Prozent der rund 40.000 Anleger müssen zustimmen, damit die Geschäftsführung des Hamburger Initiators Wölbern Invest ihr angekündigtes Vorhaben umsetzen kann, 30 Fondsimmobilien mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 1,4 Milliarden Euro im Paket zu veräußern.

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Thomas Kühl, Wölbern Invest

Bis zum 14. Juni 2013 müssen die Kommanditisten ihr Einverständnis zu dem geplanten Verkauf schriftlich erklärt haben. Wie das Emissionshaus mitteilt, müssen sich zudem Anleger, die mindestens 25 Prozent des gesamten Fondskapitals repräsentieren, an der Abstimmung des im Wege des Umlaufverfahrens teilnehmen, damit das Ergebnis rechtskräftig ist.

Nach Einschätzung des Initiators sei es angesichts von deutlich veränderten Rahmenbedingungen insbesondere im Publikumsfondsbereich nicht mehr möglich, die ursprünglich zu erwartenden Renditen für Anleger zu realisieren. So habe sich die Finanzierungsbereitschaft der Kreditinstitute deutlich verringert, gleichzeitig berge der europäische Immobilienmarkt mittelfristig erhebliche Unsicherheiten, die die Wertentwicklung der Fonds substanziell beeinträchtigten.

“Unsere Analyse hat ergeben, dass unter diesen Voraussetzungen ein Verkauf des Portfolios deutlich attraktiver ist als die Fortführung. Das gilt letztlich für alle Fonds. So ist in Holland kurzfristig keine Erholung zu erwarten, während in derzeit stabilen Märkten wie Deutschland oder Österreich mittelfristig mit einer Eintrübung gerechnet wird. Es liegt allerdings in der Entscheidung der Fondsgesellschafter, ob sie einen Verkaufsprozess wollen oder die Fortführung“, so Thomas Kühl, Generalbevollmächtigter von Wölbern Invest.

Die Fondsgesellschafter sollen zusammen mit den heute versandten Beschluss- Unterlagen ein umfangreiches Informationspaket, das die bei einem Verkauf zu erzielenden Erlöse der Erlösprognose bei Fortführung gegenüber stellt. Grundlage sei die unabhängige Bewertung jeder Immobilien durch die Feri Euro Rating Services AG.

Wie Wölbern Invest betont, würde trotz der Zustimmung der Anleger ein Verkauf der jeweiligen Fondsimmobilie nicht getätigt, wenn sich der Marktwert nicht erzielt ließe. Aktuell geht das Management des Initiators allerdings davon aus, dass das Portfolio über Marktwert verkauft werden kann. „Unser Portfolio enthält ausschließlich Topimmobilien in erstklassigen Lagen. Gerade für Großinvestoren sind dabei die geografische Diversifizierung und die unterschiedlichen Laufzeiten der Mietverträge sowie schlicht das Investitionsvolumen hochinteressant. Wenn es uns gelingt, mit der Zustimmung der Anleger das Portfolio als Ganzes anzubieten, dann werden wir auch einen signifikanten Paketzuschlag erzielen können. Entsprechende Gespräche mit einer Reihe von Interessenten bestätigen das“ so Kühl.

Dieser hatte nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten gemeinsam mit anderen Managern des Hauses verschiedene Szenarien geprüft: Neben der Fortführung der Fonds und dem Einzelverkauf von Immobilien auch die Möglichkeit einer Kapitalmarkttransaktion. Eine Kapitalmarkttransaktion ist gegenüber einem Portfolioverkauf mit deutlichen Nachteilen verbunden: die Komplexität einer solchen Transaktion – wie sich aus Gesprächen mit Anlegern gezeigt hat – macht diese bei Anlegern schwer vermittelbar, die Gebühren würden deutlich höher ausfallen, gleichzeitig wäre die Transaktionssicherheit deutlich geringer. Die Kosten des jetzt geplanten Portfolioverkaufs bewegten sich im Rahmen der ursprünglich kalkulierten jeweiligen Liquidationsprognose der Fonds.

Die jüngste Berichterstattung, in denen der Vorwurf über Unregelmäßigkeiten im Management einzelner Fonds erhoben wurde, weist der Initiator als unbegründet zurück und hat seine Position in den Beschlussunterlagen für die Anleger entsprechend erläutert. Wölbern Invest hat jedoch mit Blick auf die mögliche Verunsicherung von Anlegern beschlossen, einen unabhängigen Gutachter einzusetzen, um die verschiedenen Fragestellungen im Detail aufzubereiten. „Wir sind vom Ausmaß der Kritik überrascht worden und werden uns den Fragen im Interesse unserer Investoren stellen. Gleichzeitig appelliere ich an alle Fondsgesellschafter, sich von diesen Themen nicht verunsichern zu lassen und die beiden Alternativen sehr genau zu prüfen. Es ist aus unserer Sicht sehr wahrscheinlich, dass bei einer Fortführung in allen Fonds teilweise erhebliche Wertverluste drohen“, räumt Wölbern-Invest-Chef Kühl ein. (af)

Foto: Wölbern Invest

 

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