Anzeige
25. Oktober 2005, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Schrottimmobilien: EuGH stärkt Anleger

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat ein lang erwartetes Urteil zum Thema Schrottimmobilien gesprochen, das geprellte Anleger hoffen lässt. Zwar gibt
es demnach keinen grundsätzlichen Schutz für Käufer, die ihre Objekte in einer Haustürsituation erworben haben
(EuGH-Urteil Az. C-350/03 und C-229/04 vom 25.10.2005).

Dafür eröffnet sich Geschädigten eine andere Möglichkeit: Wenn der Vermittler den Käufer beim Abschluss des zugehörigen Darlehens nicht über sein Widerrufsrecht aufgeklärt hat, muss der Kreditgeber nach Entscheidung der Richter das Risiko der gesamten Kapitalanlage tragen.

Das dürfte bei einem Großteil der abgeschlossenen Verträge der Fall sein. In den 90er Jahren vermittelten Immobilien-vertriebe mehreren hundertausend Bundesbürgern minder-wertige Sonder-AfA-Objekte in Ostdeutschland, meist zusammen mit einem Darlehensvertrag. Die Vermittlung erfolgte in der Regel im Wohnzimmer des Erwerbers.

Derartige Haustürgeschäfte darf der Käufer jedoch grundsätzlich innerhalb einer bestimmten Frist widerrufen. Wurde er darüber bei Vertragsabschluss nicht informiert, so gilt dieses Recht sogar unbegrenzt. Das Problem: Dies betrifft nach deutschem Recht nicht den Immobilienkauf, sondern lediglich den Darlehensvertrag. Daher konnten geprellte Anleger bisher zwar den Kredit nachträglich kündigen, blieben jedoch auf der Immobilie sitzen.

Das Urteil des EuGH, dass der Kreditgeber das Risiko der gesamten Kapitalanlage zu tragen hat, könnte daher eine Möglichkeit auf Rückgabe der minderwertigen Objekte eröffnen. Die Luxemburger Richter stellten dies allerdings unter die Bedingung, dass der entstandene Schaden durch einen umgehenden Widerruf hätte vermieden werden können.
Daher sind möglicherweise Fälle ausgenommen, in denen der Immobilienkauf bereits vor dem Abschluss des Darlehens-vertrags beim Notar besiegelt wurde. Wie diejenigen konkret entschädigt werden, die nach dem EuGH-Urteil einen Anspruch darauf haben, werden zudem die deutschen Gerichte zu entscheiden haben.

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...