Internationale Immobilienmärkte erholen sich

Der internationale Immobilienverband Royal Institution of Chartered Surveyors (Rics) hat in seinem aktuell veröffentlichten Global Property Survey für das dritte Quartal 2009 eine deutlich optimistischere Stimmung auf den gewerblichen Immobilienmärkten in aller Welt festgestellt als noch im letzten Quartal. Dies betrifft sowohl die Vermietungs- als auch die Investmentmärkte.

der Aufschwung ist daLaut der Untersuchung ist die Zuversicht bezüglich der Nachfrageentwicklung bei Gewerbeflächen in den kommenden drei Monaten deutlich positiver als dies im letzten Quartal der Fall war. Dies gelte für alle Regionen der Welt. In Europa hätten sich die Aussichten, insbesondere in den Märkten in Zentral- und Osteuropa, deutlich verbessert. Dies sei insbesondere in den Vermietungsmärkten der Türkei und der Tschechischen Republik, aber auch in der Schweiz der Fall.

Auch Deutschland ist positiv gestimmt

In Westeuropa werden  nach Rics-Angaben vor allem die Immobilienmärkte in Frankreich, Irland, Skandinavien und Spanien bei den Nachfrageerwartungen für Flächen im kommenden Quartal weiterhin kritisch bewertet. Deutschland sei insgesamt weniger stark betroffen; die Erwartungshaltung zur Entwicklung auf den Miet- und Investmentmärkten stelle sich positiver dar als bei der Erhebung für das zweite Quartal dieses Jahres.

Auch für die Kapitalwerte wird den Ergebnissen der Untersuchung zufolge nur noch mit kleinen Korrekturen nach unten gerechnet. Die Nachfrage nach Investments beginne sich zu stabilisieren und auch bei den Mieten erwarte zwar eine Mehrheit der Befragten nach wie vor eine Reduzierung der Flächenpreise. Der Anteil derer, die jedoch mit wieder steigenden Mietpreisen rechne, habe sich spürbar erhöht.

Emerging Property Markets sind wieder da

Latein-amerikanische und asiatische Märkte würden wieder deutlich positiver eingeschätzt. Insbesondere für Hongkong habe sich die Markteinschätzung deutlich verbessert. In Peru, Kolumbien und Brasilien erwartet die Rics eine steigende Nachfrage nach Flächen. Auch für Indien, China, Thailand und Südkorea wird mit einer sich belebenden Flächennachfrage gerechnet.

Während die Märkte in Australien, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten weniger negativ bewertet würden als noch im zweiten Quartal 2009, befänden sich die Nachfrageaussichten für die USA und Japan weiterhin auf dem fast unverändert geringem Niveau des Vorquartals.

Hoffnungsvolle Investmentmärkte

Bezüglich der Investmentmärkte im Gewerbeimmobiliensektor in Brasilien, Hongkong sowie Südkorea, China und Indien rechnet Rics mit deutlich steigenden Kapitalwerten, in Europa gilt dies für Großbritannien und Polen. Die Erwartung steigender Kapitalwerte spiegele sich auch in der Anzahl an Bietern pro Objekt wieder, besonders in Asien und Latein-Amerika steige diese an.

Negativbeispiel US-Märkte

Besonders negativ sei die Erwartungshaltung für die kommende Preisentwicklung für Gewerbeimmobilien in den USA. Dort würden in den kommenden drei Monaten weitere Rückgänge nicht ausgeschlossen.

Der Chef-Ökonom der Rics, Simon Rubinsohn, kommentiert: „Die Erholung auf den gewerblichen Immobilienmärkten in Asien ergibt sich klar durch die positive Einschätzung sowohl auf den Vermietungsmärkten als auch im Investmentbereich. Im Gegensatz spiegelt sich die schwächere ökonomische Situation in Europa und vor allem in den USA auch in den Erwartungen im gewerblichen Immobilienbereich wieder. Dieser Unterschied könnte sich im kommenden Jahr weiter verstärken, wenn die Konjunkturprogramme in einigen Ländern auslaufen und somit für eine Nachfrageschwächung sorgen.“ (te)

Foto: Shutterstock

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