Baufinanzierung: Der Weg zur Immobilie

Immobilienkäufer profitieren aktuell von niedrigen Hypothekenzinsen, aber wie lange noch? Cash. wagt einen Trend-Check, nennt die entscheidenden Stellschrauben in der Finanzierung und zeigt, wo sich die passenden Produkte finden.

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Text: Barbara Kösling

Wer im Sommer 2008 vor Ausbruch der Finanzkrise eine Immobilie finanziert hat, wird neidisch auf die Käufer von heute blicken. Bei rund 5,5 Prozent lag damals der Zinsdurchschnitt für zehnjährige Immobilienkredite, derzeit ist er auf ein äußerst günstiges Niveau von vier Prozent abgesackt.

Selten kamen die Deutschen so günstig zum Eigenheim wie zum aktuellen Zeitpunkt. Zum Vergleich: Bei einem Zins von 5,5 Prozent per annum ist für ein Darlehen von 200.000 Euro eine monatliche Rate von 1.083 Euro zu zahlen. Beim derzeitigen Zinsniveau von vier Prozent sind monatlich lediglich 834 Euro aufzubringen – eine anfängliche Tilgung von jeweils ein Prozent vorausgesetzt.

Ein Grund für die Niedrigzinsphase: Die Zentralbanken halten aufgrund der Finanzkrise den Leitzins niedrig, um den Geldkreislauf und die Konjunktur wieder zu beleben (siehe volkswirtschaftlicher Kommentar von Dr. Marco Bargel, Postbank AG).

Günstiges Zinsniveau

Wird sich diese Politik fortsetzen, und welche Auswirkungen auf das Hypothekenzinsniveau sind zu erwarten?

„Die Baufinanzierungszinsen sind in den vergangenen zwölf Monaten deutlich gesunken“, beschreibt Stephan Gawarecki, Vorstand der Dr. Klein & Co. AG in Lübeck die Entwicklung. Allerdings betrifft dies kurzfristige Darlehen stärker als langfristige: „Wir stellen eine steilere Zinskurve fest. Für eine Bindung von fünf Jahren ist der Zins um circa 0,6 Prozentpunkte gesunken, für 20 Jahre dagegen nur um 0,1 Prozentpunkte.“

„Die Entwicklung der Zinsen für Immobilienkredite hängt von vielen Faktoren ab: von der Konjunktur, der Inflationsgefahr, den Anleihemärkten, den weltweiten Leitzinsen sowie von der Risikopolitik der Kreditinstitute“, erläutert Kai Oppel, Finanzexperte vom Baugeldvermittler HypothekenDiscount, Mannheim. Traditionell würden die Zinsen während eines wirtschaftlichen Abschwungs sinken – um danach deutlich zu steigen.

Eine Rückkehr auf sechs Prozent ist laut Oppel für den Fall zu erwarten, dass die Wirtschaft deutlich in Schwung kommt, die Inflation durch eine zunehmende Nachfrage nach Konsumgütern angetrieben wird oder die Anleger Geld aus langfristigen Staatsanleihen in Aktien investieren.

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Volkswirtschaftler erwarten derzeit allerdings keinen kräftigen Aufschwung. In den vergangenen Monaten hat die Furcht vor einem Staatsbankrott in Griechenland zudem dazu geführt, dass Investoren griechische Staatsanleihen und die anderer Länder wie Portugal und Italien abstoßen und in deutsche Bundesanleihen und Pfandbriefe flüchten. Die Folge: Die Verzinsung deutscher Pfandbriefe, mit denen sich die Banken refinanzieren, sank und damit die Hypothekenzinsen hierzulande.

Viele Experten halten dies allerdings für eine vorübergehende Erscheinung und erwarten mittelfristig wieder einen Anstieg des Zinsniveaus. „Der Zeitpunkt für eine Erhöhung der Leitzinsen ist weiterhin unklar. Dennoch muss man realistisch gesehen im Jahresverlauf mit steigenden Finanzierungszinsen rechnen“, betont Marcus Rex, Gründer und Vorstand der BS Baugeld Spezialisten AG, München.

„Ab dem Sommer ist ein moderater Anstieg der Zinsniveaus zu erwarten“, bekräftigt Professor Dr. Klaus Fleischer vom Lehrgebiet Bankwirtschaft der Hochschule München.

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