Interesse an notleidenden Immobilien wächst

Die Anzahl der Länder, in denen die Royal Institution of Chartered Surveyors einen Anstieg des Investoreninteresses an sogenannten notleidenden Immobilien ausmacht, hat deutlich zugenommen. Dies geht aus dem aktuell veröffentlichten Global Distressed Property Monitor der Rics für das dritte Quartal 2010 hervor.

Die Länder, in denen in den kommenden Quartalen zudem mit einem weiteren Anstieg von Transaktionen in diesem Marktsegment zu rechnen sei, sind demnach unter anderem Irland, die USA und Großbritannien. Bei der Untersuchung wurden die Marktteilnehmer danach gefragt, inwieweit sich das Interesse von Spezialfonds an notleidenden Immobilien verändert hat.

Demzufolge ist das Investoreninteresse im dritten Quartal 2010 im Vergleich zum Vorquartal in 20 der untersuchten Länder gestiegen, im zweiten Quartal dieses Jahres war dies nur in elf Ländern der Fall. Das höchste Wachstum beim Interesse von Investoren an dieser Immobilienart wurde dabei in Irland und Spanien verzeichnet, nur in Russland ging das Interesse von Spezialfonds an notleidenden Immobilien zurück.

Für das vierte Quartal 2010 wird mit einem steigenden Angebot an notleidenden Immobilien gerechnet. Die Rics geht davon aus, dass die Anzahl der auf den Markt kommenden notleidenden Immobilien in 16 der 25 untersuchten Länder steigen wird. Dabei werden mit den stärksten Anstiegen in Irland, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Spanien, Portugal und Ungarn gerechnet. Besonders starke Rückgänge werden für Hongkong, Russland, Brasilien, Südafrika und Deutschland angenommen. In Deutschland wurde dabei schon im Vergleich zum Vorquartal die insgesamt deutlichste Verbesserung bei der Marktstimmung registriert.

Oliver Gilmartin, Senior-Ökonom bei der Rics kommentiert die Untersuchungsergebnisse: „Während sich die Erholung auf den gewerblichen Immobilienmärkten im dritten Quartal dieses Jahres in einigen Ländern weiter verzögert, gibt es Anzeichen, dass Banken bei der Verlängerung von Immobilienkrediten weniger nachsichtig werden. Ein erneutes Absinken von Mieterträgen könnte zu zusätzlicher Nervosität bei den Banken in Bezug auf deren Immobilienkreditportfolio führen. Obwohl wir einen signifikanten Anstieg des Investoreninteresses an notleidenden Immobilien erkennen, bleiben die Banken die entscheidende Größe, die bestimmt, wie sich dieses Marktsegment im kommenden Jahr entwickelt.“ (te)


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