Offene Immobilienfonds: Rendite zieht wieder leicht an

Die offenen Immobilien-Publikumsfonds erzielten im Februar im Schnitt eine Monatsrendite von 0,1 Prozent. Die Outperformance des deutschen Immobilienmarktes spiegelte sich zudem in den Ergebnissen der Fonds mit Deutschlandschwerpunkt.

Das ergibt sich aus der aktuellen Ofix-Monatsauswertung der IPD Investment Property Databank, Wiesbaden. Während die Durchschnittsperformance für alle offenen Immobilien-Publikumsfonds im Monat Februar bei 0,1 Prozent lag, lag der Ofix Deutschland Subindex mit einem Total Return 0,2 Prozent deutlich höher.

Fonds mit Europaschwerpunkt erzielten im Schnitt eine Rendite von 0,1 Prozent, global anlegende Fonds stagnierten dagegen mit null Prozent. Dies bedeutet einen leichten Zuwachs im Vergleich zur Vormonatsauswertung, in der Deutschlandfonds eine Monatsrendite von 0,1 Prozent erzielten, während Europafonds auf null Prozent kamen und globale Fonds auf minus 0,4 Prozent.

Auf Jahressicht schlägt der Teilmarkt der vorwiegend in Deutschland investierten Fonds laut IPD mit 2,3 Prozent per annum den europäisch und global investierten Subindex mit Renditen von minus 0,2 Prozent und minus 1,0 Prozent deutlich, die Jahresrendite des Gesamtmarkts liegt bei null Prozent.

Der Ofix Index umfasst 22 Fonds für Privatanleger mit 72,5 Milliarden Euro Nettofondsvolumen (NAV). Im Vergleich zum Februar des Vorjahres ist das Indexvolumen laut IPD um 1,2 Milliarden Euro oder 1,7 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang sei im Wesentlichen eine Konsequenz aus der Liquidation einiger Fonds. Zehn der 22 Fonds befinden sich im Liquidationsprozess, und ihr Fondsvolumen ist den Angaben zufolge um eine Milliarde Euro zurückgegangen. Die liquidierenden Fonds vereinen aktuell 18,6 Milliarden Euro Fondsvolumen, und damit 25,7 Prozent des Marktes.

Fondsmanager trennen sich schneller von indirekten Investments

Kürzlich veröffentlichte Zahlen der Deutschen Bundesbank zum Dezember 2012 geben nach Angaben der IPD einen aufschlussreichen Einblick in die Veränderungen der Asset Allokation der deutschen Fonds. Diese Auswertung enthalte sämtliche Publikumsfonds, sowohl für Privatanleger, wie auch für institutionelle Anleger und umfasse daher 59 Fonds mit 83,8 Milliarden Euro Net Asset Value, im Unterschied zu 72,5 Milliarden Euro im Ofix Index.

Die Bundesbank-Auswertung zeige, dass diese Fonds Ende 2012 mit 59,2 Milliarden Euro in Immobilien-Direktanlagen investiert waren und zudem mit 18,4 Milliarden Euro über Zweckgesellschaften. Im Gleichlauf mit dem zurückgegangenen Fondsvolumen ging auch das Investitionsvolumen in Immobilien zurück. Dabei hätten sich die Fondsmanager schneller von ihren indirekten Investments gelöst als von den direkten Anlagen. Während erstere innerhalb von zwölf Monaten von 20,8 auf 18,4 Milliarden zurückgegangen seien, hätten die direkten Anlagen nur von 60,8 auf 59,2 Milliarden Euro abgenommen. Innerhalb der Direktanlagen seien die Investitionen in deutsche Immobilien sogar leicht gestiegen, von 22,4 auf 22,7 Milliarden Euro, während der Bestand an Immobilien außerhalb Deutschlands von 25,4 auf 23,6 Milliarden Euro abgenommen habe.

Deutscher Markt steht im Fokus

Die gegenwärtige Asset Allokation der deutschen Fonds passt nach Aussage der IPD zu der Outperformance der deutschen Immobilienmärkte der vergangenen Jahre in Relation zu anderen europäischen Märkten, insbesondere in Bezug auf die Wertstabilität der Objekte. Innerhalb der Gruppe der ausschließlich institutionellen Investoren zur Verfügung stehenden Spezialfonds sei der Investmentfokus auf Deutschland noch deutlich ausgeprägter.

„Obwohl wir keine starken Überentwicklungen oder Blasentendenzen auf dem deutschen Markt ausmachen, muss dennoch konstatiert werden, dass in prozyklischen Investitionsstrategien ein Risiko zur Unterperformance in der Langfrist besteht“, sagt Dr. Daniel Piazolo, Geschäftsführer von IPD. „Es liegt bei den Investoren abzuwägen, ob sie sich bewusst für den sicheren Hafen entscheiden, oder ob sie nur die Behaglichkeit der Herde suchen.“ (bk)

Foto: Shutterstock

 

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