Maklerstudie: Soziale Brennpunkte schrecken Käufer häufiger ab als Leerstände

Eine aktuelle Studie des Nürnberger Portals Immowelt zeigt, dass soziale Probleme in der Nachbarschaft Immobilienkäufer eher abschrecken als Leerstände. Dies gilt insbesondere für Kleinstädte.

Immobilienmaklern fällt die Vermittlung von Wohnraum in Gebieten mit sozialen Brennpunkten nach eigenen Einschätzung schwer.

Nach Angaben von Immowelt glauben 86 Prozent der befragten Makler, dass ein schwieriges soziales Umfeld für potenzielle Käufer ein Grund ist, sich gegen eine Immobilie zu entscheiden. Als genauso abschreckend wird Immowelt zufolge nur starker Lärm und Gestank rund um das neue Zuhause eingeschätzt. Kaufinteressenten arrangieren sich demnach eher mit Leerstand, enger Bebauung oder schlechter Infrastruktur.

Nach Ansicht der Makler haben auch eine schlecht ausgebaute Infrastruktur (72 Prozent) und eine dicht bebaute Wohnumgebung (70 Prozent) negativen Einfluss auf die Kaufentscheidung von Interessenten.

Deutlich gelassener seien potentielle Käufer gegenüber Leerstand: Nur knapp jeder zweite Makler (49 Prozent) sagt, dass Kaufinteressenten leerstehende Wohnungen in der Nachbarschaft als problematisch empfinden.

Unterschiede zwischen Klein- und Großstadt

Makler, die in Kleinstädten arbeiten, berichten häufiger als ihre Großstadtkollegen, dass ihre Kunden Bedenken gegenüber sozialen Gegensätzen im Wohnumfeld haben: 96 Prozent der Makler glauben, dass Interessenten sich bei ihrer Kaufentscheidung von den schwierigen Verhältnissen in der Nachbarschaft abschrecken lassen.

Ein Grund für diese Einschätzung könnte sein, dass soziale Brennpunkte in Kleinstädten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern oft stärker hervorstechen als in Großstädten.

Von den Maklern, die in Großstädten tätig sind, glauben 84 Prozent, dass Kaufinteressenten gegenüber einer Wohnung oder einem Haus in einem schwierigen sozialen Umfeld Vorbehalte haben. Großstädter sind in der Regel häufiger mit sozialen Problemen im Wohnumfeld konfrontiert. Zudem ist die Anzahl an alternativen Angeboten oft geringer als in Kleinstädten. (st)

Foto: Shutterstock.com

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