Wohnimmobilien: Anhaltender Kaufrausch

Wohnimmobilien sind bei Anlegern und Eigennutzern begehrt wie seit Langem nicht. Bergen die hohe Nachfrage und der rasante Preiszuwachs bereits die Gefahr einer Immobilienblase?

Investoren und Eigennutzer investieren ihr Kapital zuhauf in Wohnungen und Häuser. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Es ist eine Situation, wie es sie in den vergangenen Jahrzehnten kaum je gegeben hat. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien hat in Deutschland ein ungeahntes Niveau erreicht.

In München, Hamburg und Berlin übersteigt das Interesse der Käufer an Zinshäusern das Angebot deutlich. Auch bei Eigentumswohnungen in guten Lagen der Metropolen ist die Nachfrage riesig, es werden Rekordpreise gezahlt.

Investoren und Eigennutzer investieren ihr Kapital zuhauf in Wohnungen und Häuser. Ein Ende dieser Entwicklung ist vorerst nicht in Sicht. Wenn auch der Höhepunkt der Finanz- und Eurokrise überstanden scheint, so hat sie doch das Sicherheitsbedürfnis der Anleger erhöht.

„Es mangelt einfach immer noch an Anlagealternativen“

„Die Nachfrage nach sachwertbezogenen Anlageformen ist nach wie vor sehr groß. Hier steht natürlich das Thema Wohnimmobilien an erster Stelle“, bestätigt Christoph Ludwig, zuständig für die Projektkoordination der zur Dolphin Capital Investments und SFG Immobilien AG gehörenden SDI Vertriebs GmbH, Korntal-Münchingen.

„Es mangelt einfach immer noch an Anlagealternativen. Solange die Umlaufrendite auf dem jetzigen niedrigen Niveau verharrt, bleibt Anlegern gar nichts anderes übrig als ein Investment in eine Immobilie, wenn sie eine ordentliche Rendite erzielen wollen“, ergänzt Lars Seidel, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Grossmann & Berger, Hamburg.

Ähnlich bewertet Michael Kiefer, Chefanalyst bei Immobilienscout24 und Mitglied im Rat der Immobilienweisen, die Lage: „Staatsanleihen oder Tagesgeldkonten bringen heute fast keine Zinsen mehr. Wer auf der Suche nach einer sicheren und wertstabilen Geldanlage ist, dem bleibt fast nur die eigene Immobilie. Hinzu kommen sehr günstige Finanzierungskonditionen, durch die viele Menschen erstmals in der Lage sind, sich eine Immobilie zu kaufen.“

Preishype in den Metropolen

Der Andrang der Käufer hat das Preisniveau in den vergangenen Jahren deutlich steigen lassen. Vor allem in den Metropolen hat es neue Rekordmarken erreicht. Nach Angaben von Immobilienscout24 sind die Wohnimmobilienpreise in deutschen Großstädten in den letzten fünf Jahren im Schnitt um 30 Prozent gestiegen, so die Ergebnisse des „Immobilienreport 2013“.

Wachstum der Wohnimmobilienpreise in Deutschland
Den größten Zuwachs haben in den vergangenen Jahren die Preise für Neubauhäuser und Eigentumswohnungen verzeichnet. Laut Europace ist die Tendenz derzeit leicht rückläufig.

Den Daten des letzten Cash.-Städtereports in Kooperation mit Immobilienscout24 zufolge liegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in guten Lagen in München derzeit im Schnitt bei 5.388 Euro pro Quadratmeter, in Hamburg sind 4.153 Euro zu entrichten, in der Hauptstadt Berlin, die traditionell moderatere Immobilienpreise aufweist, 2.793 Euro.

Seite zwei: Preiseinbrüche durch Preisblase?

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