Elementarpolicen: Aufklärung statt Pflichtversicherung

Die klare Botschaft müsse sein: Wer nichts unternehme, könne nachher auch nicht Geld vom Staat – etwa aus Sofortprogrammen der Bundesregierung zur Beseitigung von Flutschäden – kassieren.

Die Assekuranzen dürften sich über den Beschluss der Justizminister freuen. Sie lehnen eine Pflichtversicherung ab. Dafür haben sie gute Gründe.

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Kai Waldmann, Mitglied der Vorstands der Alte Leipziger Versicherung, glaubt, dass Immobilieneigentümer im Fall einer Pflichtversicherung von präventiven Maßnahmen Abstand nehmen könnten.

„Die Investitionen in Vorsorgemaßnahmen werden zurückgehen oder ausbleiben, da eine Versicherung den notwendigen Schutz bietet. In der Folge werden durch die fehlenden Schutzmaßnahmen immer höhere Schäden entstehen, die wiederum mittel- bis langfristig zu einem Anstieg der Prämien führen werden“, meint der Versicherungsexperte.

„Die Kosten der Wohngebäudeversicherung werden sich für alle Versicherungsnehmer erhöhen, da die wenigen, aber besonders gefährdeten Gebäude zu bezahlbaren Prämien eingepreist werden müssen.“

„Einführung eines nationalen Naturgefahrenportals“

Eine Pflichtversicherung erfordere zudem neue bürokratische Prozesse, die mit Steuergeldern finanziert werden müssen.

GDV-Experte Hauner plädiert dafür, statt der Pflichtversicherung präventive und beratende Maßnahmen zu ergreifen: „Es ist unserer Überzeugung nach besser, die Menschen intensiv aufzuklären und für gute Vorsorge einzutreten. Wir haben uns im vergangenen Jahr intensiv für die Einführung eines nationalen Naturgefahrenportals eingesetzt, eine bundesweite Elementarschadenkampagne gefordert und der Politik unsere fachliche Unterstützung angeboten. Die Umweltministerkonferenz hatte diese Vorschläge Ende 2014 aufgegriffen und die Bundesregierung zur Umsetzung aufgefordert.“ Es bleibt abzuwarten, was daraus wird. (st)

Foto: Shutterstock

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