7. Oktober 2015, 08:57
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

„Keine Zinswende vor 2016“

Cash. sprach mit Dirk Günther, Geschäftsführer der Prohyp, über die Entwicklung der Baufinanzierungszinsen und Markttrends.

Finanzierungsberatung-guenther in „Keine Zinswende vor 2016“

Dirk Günther, Prohyp: „So lange so viele Herausforderungen in Europa ungelöst sind, gibt es keinen Grund für einen nachhaltigen Zinsumschwung.”

Cash.: Zwischen Mitte April und Mitte Mai stiegen die Baufinanzierungszinsen merklich an. Zuletzt sind sie wieder leicht gefallen. Was sind die Gründe?

Günther: Während sich die Zinsentwicklung bei den Hypothekendarlehen sehr stark an den Pfandbriefrenditen orientiert, geht deren Entwicklung wiederum eng einher mit der lang laufender Anleihen wie zum Beispiel zehnjähriger Bundesanleihen. Da hier – sicher auch ein gutes Stück weit durch Spekulation getrieben – seit Mitte April deutliche Kurssprünge zu verzeichnen waren, gingen in der Folge auch die Baugeldkonditionen heftig nach oben. Die Gründe für die Entwicklung am Anleihemarkt sind vielfältig. Nach Monaten des Negativ- und Nullwachstums stieg die Inflationsrate im Euroraum im Mai auf 0,3 Prozent. Im Juni und im Juli lag sie bei jeweils 0,2 Prozent. Auch psychologische Gründe wie etwa die öffentliche Neupositionierung einiger großer Investoren mögen etwas zum Zinsanstieg beigetragen haben. Allerdings: Nach weiteren Zwischenhochs im Juni und Juli sind die Zinsen zuletzt wieder gefallen. Zu sehen ist diese Entwicklung vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands und der konjunkturellen Erholung in einigen Ländern Europas. Auch der unverändert niedrige Leitzinssatz von 0,05 Prozent sowie das weiterhin laufende Programm zum Kauf von europäischen Staatsanleihen durch die EZB zeigen offensichtlich ihre Wirkung. Um einer Sommerflaute entgegenzuwirken, wurde der Anleiheankauf im Juli sogar etwas beschleunigt.

Welche Zinsentwicklung erwarten Sie für die kommenden zwölf Monate?

Eine Trendwende sehen wir bis mindestens Anfang 2016 nicht. So lange so viele Herausforderungen in Europa ungelöst sind, so lange kein breites nachhaltiges Wachstum einsetzt und so lange das Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank aktiv ist, gibt es keinen Grund für einen nachhaltigen Zinsumschwung. Was wir allerdings sehen, ist eine verstärkte Volatilität, wie das Beispiel der “China-Krise” Ende August gezeigt hat. In einem Umfeld, das von derart vielen Unsicherheiten geprägt ist, in dem zugleich sehr viel Kapital zur Verfügung steht und entsprechende Spekulation stattfindet, sind Zinsschwankungen eine ganz normale Konsequenz – und genau die erfahren wir seit der deutlichen Korrektur im Mai. Zudem hat Mario Draghi klar signalisiert, dass er nicht gegen die zunehmende Volatilität am Anleihemarkt intervenieren werde und dass man sich zukünftig an Phasen mit stärkeren Renditeschwankungen gewöhnen müsse. Allerdings handelt es sich dabei um Schwankungen auf im historischen Vergleich immer noch niedrigem Niveau: Die Finanzierungsbedingungen sind trotz der jüngsten Entwicklungen noch immer sehr günstig.

Seite zwei: “Gute Rahmenbedingungen für Immobilienerwerb”

1 Kommentar

  1. Ich bin mir sicher das aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung die Zinsen langsam steigen werden

    Kommentar von Jan Lanc — 14. Oktober 2015 @ 16:42

Ihre Meinung



 

Versicherungen

High on wheels – Cannabis am Steuer

Der 20. April oder “420 Day” ist  für Cannabis-Fans ein Pflichttermin: Denn 420, 4:20 oder 4/20 (engl.: four-twenty) ist in den USA ein Codewort für den Konsum von Haschisch und Marihuana. Hierzulande können Kranke auf Kassenkosten Cannabis als Medizin erhalten und müssen nicht mit Sanktionen rechnen – wenn sie sich an die Vorgaben des Arztes halten und fahrtüchtig sind. Anders sieht es aus, wer zum privaten Vergnügen kifft.

mehr ...

Immobilien

9 Urteile zum Thema Haus, Garten und Co.

Über die langen Monate des Winters konnten es Garten- und Balkonfreunde kaum erwarten, dass sie wieder ihren Lieblingsort betreten können. Sie vermissten das Leben im Freien beziehungsweise – im Falle des Balkons oder der Loggia – fast im Freien. Nun ist das witterungsbedingt wieder möglich, aber damit häufen sich auch entsprechende Streitfälle.

mehr ...

Investmentfonds

Aktienrückkäufe im Höhenflug

Immer mehr Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück. 2018 war für die so genannten Share Buybacks ein Rekordjahr, doch vieles spricht für neue Höchstmarken in diesem Jahr. Ein Gastbeitrag von Benjardin Gärtner, Union Investment

mehr ...

Berater

Rente mit 67: Für viele Deutsche steigt das Armutsrisiko

Höhere Altersgrenzen bei der Rente bedeuten nicht unbedingt späteren Erwerbsaustritt. Sollte der Arbeitsmarktboom nicht anhalten, drohen insbesondere Menschen mit geringer Bildung, prekärer Beschäftigung und niedriger Gesundheit große sozialpolitische Risiken. Warum die Politik jetzt handeln muss.

mehr ...

Sachwertanlagen

“Eines der besten Quartale unserer Unternehmenshistorie”

Solvium Capital hat die Vermögensanlage Wechselkoffer Euro Select 5 vorzeitig geschlossen und auch das Angebot Wechselkoffer Euro Select 6 steht kurz vor Schließung. Das Nachfolgeangebot und ein weiteres Konzept sollen in den nächsten Wochen folgen.

mehr ...

Recht

Rente unter Palmen – das müssen Sie wissen

Immer mehr Ruheständler entscheiden sich dafür, ihren Lebensabend jenseits der deutschen Grenzen zu genießen. Was zu beachten ist, damit man im Ruhestandsparadies auch auf die Rente aus Deutschland zugreifen kann.

mehr ...