Anzeige
28. Oktober 2016, 15:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IVD: Pläne zur Beschränkung von Wohnimmobilienkrediten gehen zu weit

Die Bundesregierung plant, im Falle einer Immobilienblase in Deutschland die Vergabe von Immobilienkrediten an schärfere Bedingungen zu knüpfen. Dies würde die wichtige Wohneigentumsbildung weiter ins Abseits schieben, kritisiert der Immobilienverband Deutschland (IVD).

Stopp-schild-750-shutt 149902325 in IVD: Pläne zur Beschränkung von Wohnimmobilienkrediten gehen zu weit

In der Bundesregierung gibt es Pläne, die Vergabe von Immobiliendarlehen im Falle einer Immobilienblase einzuschränken.

Nach einem Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen sollen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) rein vorsorglich mehrere Instrumente an die Hand gegeben werden mit dem vermeintlichen Ziel, einer möglichen Immobilienblase vorzubeugen, so der IVD.

Obergrenzen für die Gesamtverschuldung geplant

So sollen Obergrenzen für die Darlehenshöhe bezogen auf den Immobilienwert und für den Schuldendienst sowie für das Verhältnis zwischen Gesamtverschuldung und Einkommen eingeführt werden. Auch sehe der Entwurf eine zeitliche Vorgabe für die Darlehensrückzahlung und eine Untergrenze für den Kapitaldeckungsgrad vor.

Von den Beschränkungen sei das Kreditgeschäft sowohl mit Verbrauchern als auch mit Unternehmen betroffen. Ausnahmen gebe es beispielsweise für den sozialen Wohnungsbau, künftige Anschlussfinanzierungen und Darlehen zum Zwecke der Modernisierung.

IVD warnt: Wohneigentumsbildung nicht weiter erschweren

„Mit der geplanten Regulierung wird es künftig noch schwerer, Eigentum zu erwerben. Und dies ohne Not, da in Deutschland keine Anzeichen für eine Immobilienblase erkennbar sind. Von einem Überangebot, das für eine Blasenbildung mitursächlich sein kann, sind wir weit entfernt. Vielmehr müssten jährlich 500.000 Wohnungen gebaut werden, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD.

„Es ist völlig unklar, ob die vorsorglich zur Verfügung gestellten Mittel überhaupt geeignet wären, eine Blase – wenn sie denn käme – zu verhindern. Um eine erneute Unsicherheit bei den Banken zu vermeiden und die Eigentumsbildung nicht weiter ins Abseits zu schieben, wie das bereits durch die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie erfolgt ist, fordern wir, auf die geplanten Beschränkungsmöglichkeiten zu verzichten. Vielmehr sollte der Gesetzgeber das selbstgenutzte Wohneigentum stärken, auch um eine drohende Versorgungslücke und nicht zuletzt Altersarmut zu verhindern“, ergänzt Schick.

Weitreichende Kompentenzen für BaFin geplant

Nach dem Referentenentwurf soll die BaFin allein im Wege der Allgemeinverfügung die Beschränkungen gegenüber den Banken vornehmen und somit direkt die Kreditvergabe und folglich auch die Privatautonomie beschränken können.

Soweit es um die Festlegung der Fristen, Quotienten, Ober- oder Untergrenzen geht, soll dies durch Ministerverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates erfolgen, wobei sich das Bundesfinanzministerium mit der Bundesbank zu verständigen hat.

„Der BaFin werden so deutlich mehr Kompetenzen zugesprochen. Es ist höchst fraglich, ob die BaFin dieser enormen Verantwortung gerecht werden kann, zumal offenbar nicht geregelt ist, wann und mit welcher Maßgabe die BaFin eingreifen kann“, kritisiert Schick. „Es muss sichergestellt werden, dass die Finanzdienstleistungsaufsicht nicht über die Einzelvergabe von Wohnimmobilienkrediten entscheiden und damit in den allgemeinen Vermögensaufbau durch Wohneigentum eingreifen kann.“ (bk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Pflegeunterhalt: Wenn Kinder für ihre Eltern haften

Die Deutschen werden immer älter. Damit wächst auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Die Kosten hierfür sind hoch. Vielfach benötigen Eltern in diesem Fall die finanzielle Hilfe ihrer Kinder. Für diesen Fall gibt es genaue Regeln, wie eine Übersicht des Arag-Rechtsschutzes zeigt.

 

mehr ...

Immobilien

Wüstenrot Immobilien: Vermittlungsrekord und Absage an das Bestellerprinzip

Die Wüstenrot Immobilien GmbH (WI) konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 erneut einen neuen Rekord bei den Vermittlungen verbuchen und spricht sich gegen das geplante Bestellerprinzip aus.

mehr ...

Investmentfonds

Anleger in der Zwickmühle – Argentinien als Alternative?

Anleger stecken aktuell in einer großen Zwickmühle: Aktienmärkte im Sinkflug, europäische Leitzinsen weiter bei null Prozent und die Nachrichtenlage lässt viele Anleger skeptisch auf die Entwicklung der Märkte schauen. Zu Recht? Und was wären die Alternativen?

mehr ...

Berater

Rankel: Mit Social Media Kunden gewinnen

Jeder zweite Facebook-Account eines Maklers ist inaktiv. Das zeigt: Viele Berater nehmen sich zwar vor, über Social Media Kunden zu gewinnen. Doch sie wissen nicht wie.

Die Rankel-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Solar-Emission in Schwierigkeiten

Die te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG warnt davor, dass sich gegenüber den Anlegern ihrer Nachrangdarlehen die Erfüllung der Verpflichtungen auf Zins- und Rückzahlung verschiebt. Es bestehe die Gefahr des Ausfalls von Forderungen gegenüber Projektgesellschaften.

mehr ...

Recht

BVI: Studie bestätigt Kostentransparenz bei Fonds

Der deutsche Fondsverband BVI bewertet die jüngste ESMA-Studie zu Kosten und Wertentwicklung von Finanzprodukten für Privatanleger positiv.

mehr ...