29. September 2016, 09:34
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Immobilienkäufer nutzen Zinstief zur Entschuldung

Kunden setzen in der Baufinanzierung auf Sicherheit und nutzen den Niedrigzins zur Tilgung. Das geht aus dem Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) hervor, der aktuelle Trends der Baufinanzierung zusammenfasst. Gastbeitrag von Stephan Gawarecki, Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG.

Dr-Klein-Stephan-Gawarecki in Immobilienkäufer nutzen Zinstief zur Entschuldung

Stephan Gawarecki, Dr. Klein: In dieses Bild – wonach Kunden eher auf Sicherheit als auf Risiko setzen – passt auch, dass sie sich die günstigen Zinsen möglichst lange sichern möchten.

Im August setzt sich der graduelle Rückgang der Zinsen fort. Doch statt mit den günstigen Konditionen größere Darlehenssummen zu finanzieren, nutzen Kunden sie eher für eine höhere Tilgung. Das zeigen die aktuellen Zahlen des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung für den Monat August.

Tilgung auf Rekordhoch

Die Tilgung steigt auf ein neues Rekordhoch von 3,14 Prozent, im August 2015 lag dieser Wert noch bei 2,84 Prozent. Die durchschnittliche Darlehenssumme liegt im August bei 196.000 Euro und damit 26.000 Euro über dem Wert von August 2015, aber 5.000 Euro unter dem Rekordwert des vergangenen Monats.

Auch der Beleihungsauslauf, eine Prozentzahl, die das Verhältnis zwischen der Darlehenssumme und dem Beleihungswert des Kaufobjekts angibt, steigt auf die bisher nicht erreichte Höhe von 78,46 Prozent. Das macht ein Plus von etwas über einem halben Prozentpunkt im Vergleich zu Juli und 1,5 Prozent mehr als im gleichen Monat 2015 aus.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

Dtb August 2016 in Immobilienkäufer nutzen Zinstief zur Entschuldung

Sicherheit statt Risiko

In dieses Bild – wonach Kunden eher auf Sicherheit als auf Risiko setzen – passt auch, dass sie sich die günstigen Zinsen möglichst lange sichern möchten und sich deshalb für eine lange Sollzinsbindung entscheiden. 14 Jahre und sieben Monate beträgt sie im Durchschnitt: ein neuer Höchstwert. Noch vor einem Jahr waren es im Schnitt zwei Jahre weniger gewesen.

430 Euro als Rate für ein hypothetisches Immobiliendarlehen von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf sowie einer zehnjährigen Sollzinsbindung zahlen Kunden durchschnittlich pro Monat. Vor einem Jahr wurden für das gleiche Darlehen aufgrund der höheren Zinsen noch knapp 70 Euro mehr fällig.

Der Anteil an Annuitätendarlehen nimmt mit 73,14 Prozent im Vergleich zum Vormonat etwas zu (Juli: 71,30 Prozent). Forward-Darlehen fallen im Vergleich zu Juli (16,67 Prozent) etwas zurück auf aktuell 14,25 Prozent. Der Anteil an KfW-Darlehen wächst von 8,74 auf 9,19 Prozent.

Autor Stephan Gawarecki ist Vorstandssprecher der Dr. Klein & Co. AG, Lübeck.

Foto: Dr. Klein

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